BBZ Kappeln : Stippvisite in den Werkstätten Österreichs

Danielle Günther-Niehoff präsentiert ihren selbst lackierten Kotflügel.
Danielle Günther-Niehoff präsentiert ihren selbst lackierten Kotflügel.

Acht Kappelner Berufsschüler absolvieren ein mehrwöchiges Auslandspraktikum in Eggenburg nahe Wien.

von
19. Oktober 2015, 08:00 Uhr

Acht blaue Kotflügel – das sind die Souvenirs, die acht Azubis des Berufsbildungszentrums (BBZ) Schleswig an ihre dreiwöchige Ausbildungsverlegung nach Niederösterreich im vergangenen Juni erinnern sollen. Vor Kurzem wurden nun die selbstgestalteten Kotflügel feierlich übergeben. Hinter dem Österreich-Aufenthalt steckt die EU-geförderte Maßnahme „Grenzenlose Berufsausbildung“ (GBA), die es jugendlichen Auszubildenden ermöglicht, auf freiwilliger Basis mehrwöchige Auslandspraktika in Handwerksbetrieben in Frankreich, Finnland, Großbritannien und eben Österreich zu absolvieren.

Bereits zum dritten Mal konnten Kfz-Mechatroniker des BBZ in diesem Jahr in Eggenburg, einer 3500-Einwohner-Stadt, etwa 75 Kilometer nordwestlich von Wien, die österreichische Arbeitswelt in den umliegenden Werkstätten kennen lernen. Untergebracht war die Gruppe während ihres dreiwöchigen Aufenthaltes im Internat der ansässigen Landesberufsschule für Kfz-Technik.

Danielle Günther-Niehoff, das einzige Mädchen der Gruppe, blickte nun anlässlich der Übergabe der Kotflügel auf eine lehrreiche Zeit zurück. „Es war schön. Ich habe an Lkw arbeiten können, das hat Spaß gemacht“, stellte die Schleswigerin fest. „Das ist Arbeit, die ich in meinem Ausbildungsbetrieb in Owschlag nicht kennen lerne.“ Auf Erfahrungswerte dieser Art kommt es bei dem Auslandspraktikum an. Das betonte Mike Walla, Ausbilder und – gemeinsam mit seinem Kollegen Gerhard Petersen – Begleiter der Gruppe. „Die Auszubildenden bekommen in den verschiedenen Betrieben die Möglichkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Und sie sammeln Eindrücke von der Arbeitswelt in einem anderen Land“, erklärte Walla das Konzept. Außerdem lobte der Fachlehrer das Engagement der Auszubildenden. Der Austausch verlangte den acht Kfz-Mechatronikern einiges ab. Walla: „Das war kein Urlaub, sie haben dort ganz normal in den Werkstätten gearbeitet. Dafür haben sie alle sogar eine Woche ihres Jahresurlaubs genommen.“ Auch der Kappelner BBZ-Außenstellenleiter Uwe Schürch fand anerkennende Worte für die Heimkehrer. „Ich finde toll, dass ihr diese Chance genutzt habt. Es wäre für jede Ausbildung gut, mal die Perspektive zu wechseln“, sagte Schürch.

Ein besonderes Highlight des Auslandspraktikums wartete auf Michel Rode und Marco Eitel. Die Auszubildenden nahmen in Eggenburg an der zweitägigen europäischen Meisterschaft der „Car mechanic junior“ teil. Gemeinsam mit 18 weiteren europäischen Teilnehmern absolvierten die beiden Kfz-Mechatroniker einen theoretischen Test sowie praktische Aufgaben an sieben Stationen. Michel Rode sagte dazu: „Es war eine interessante Erfahrung. Und obwohl wir im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern überhaupt nicht vorbereitet waren, sind wir doch im guten Mittelfeld gelandet.“

Nach Feierabend und an den Wochenenden hatte die Gruppe Zeit für Freizeitaktivitäten. Mike Walla fasste zusammen: „Wir haben uns Wien in einer Stadtrundfahrt angesehen, haben Mountainbike-Touren und Spaziergänge gemacht. Und jeden Abend haben uns die Betriebe zum Grillen eingeladen. Langeweile kam nicht auf.“ Die österreichische Gastfreundschaft hat alle Teilnehmer gleichermaßen berührt. Marco Eitel: „Wir sind so klasse aufgenommen worden, als ob wir schon immer dort gewesen wären.“

Ein gemeinsamer Höhepunkt für die Kfz-Mechatroniker war der Abend in einer Lackier-Werkstatt in Eggenburg. In vier Stunden gestaltete jeder der acht Teilnehmer unter Anleitung eines Lackierers seinen eigenen Kotflügel. Mittels Speditionstransport fanden die Eigenkreationen nun ihren Weg ins BBZ. Mike Walla fand die abschließenden Worte: „Das ist euer Werk und ein sehr schönes Andenken an eine tolle Zeit.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen