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Süderbrarup : Stimm-Schulung für den Megachor

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

In Süderbrarup wird für das Pop-Oratorium „Luther“ geprobt. Unser Autor Claus Kuhl will mit 2500 Sängern in Hamburg auf der Bühne stehen.

Ich singe leidenschaftlich gern. Mein heimlicher Traum ist es, einmal an einer Aufführung der neunten Symphonie von Beethoven teilzunehmen. Allerdings bin ich Realist: Dies wird angesichts meiner rudimentären Notenkenntnisse wohl immer ein Traum bleiben. Jedoch ist die Aussicht, einmal mit 2500 anderen Sängern zu singen, ja auch durchaus erregend. Und dieses Angebot, nämlich am Pop-Oratorium „Luther“ in der Barclaycard-Arena in Hamburg teilzunehmen, traf mich jetzt ganz überraschend. Eine Kollegin hatte mich darauf aufmerksam gemacht. Sie sah darin für mich eine Verknüpfung zwischen Hobby und Beruf. Ich bin seit mehr als 15 Jahren Tenor bei der Chorgemeinschaft Thumby-Struxdorf, einem gemischten Chor in Angeln. Genug Erfahrung, sagte die Kollegin, um nun auch einmal in einem großen Chor mitzusingen.

Doch ohne Fleiß kein Preis. Deshalb nahm ich noch vor der Anmeldung an einem eigens zur Vorbereitung angebotenen Proben-Nachmittag mit Stimmbildung teil. Wie üblich bei Gesangsevents waren die Männer dabei in der Minderheit. Von den 50 Teilnehmern war gerade mal eine Handvoll nicht weiblich. Doris Vetter, Verbands-Chorleiterin vom Chorverband Hamburg, machte den Nachmittag zu einem unvergesslichen Ereignis. Mit schier unerschöpflicher Energie formte sie mit den Teilnehmern Vokale und Konsonanten. Auch machte sie den Chor auf die Fallstricke einer Aufführung mit einem Riesenchor aufmerksam. Und unermüdlich erläuterte sie die speziellen Geheimzeichen der Notenliteratur.

Denn bei „Luther“ sollen auch Unerfahrene willkommen sein, die einfach nur gerne singen. Musikalisch ist „Luther“ für einen Chor nämlich recht leichtgewichtig und hat viele Wiederholungen. Aber zu wissen, wann welches Stück in welcher Variation gesungen wird, erfordert Vertrautheit mit der Partitur. Mehr als ein Drittel des 107-seitigen Notenwerks arbeitete die Vollblutmusikerin mit uns durch. Das unterstützte sie mit Klavierbegleitung und einer Aufzeichnung der Uraufführung des Oratoriums. Und am Ende sang sie als Zugabe noch „Wish you were somehow here“ aus dem „Phantom der Oper“.

Während der ganzen Zeit war es keinen Augenblick langweilig, Vetter ging gut mit uns um. Denn beim intensiven Singen wird fast die ganze Muskulatur des Körpers beansprucht. Am nächsten Tag fühlte sich der Körper gut durchtrainiert an, und die Stimmbänder waren trotz der fünfstündigen Dauerbelastung frisch und „unzerkratzt“.

In rund zehn Tagen, am Sonntag, 24. April, soll ab 11 Uhr die gleiche Veranstaltung noch einmal im Gemeindehaus von Süderbrarup, Holmer Straße 3  a, stattfinden. Dort gibt es auch noch eine Chance für Nachzügler, denn es ist eine ausgiebige Wiederholung geplant. Zusätzlich sollen die nächsten Nummern des Oratoriums geprobt werden. Wer dort noch einsteigen will, sollte sich vorab bei Chorleiterin Christel Kreft unter Tel. 0  46  44  /  71  02 oder christel.kreft@web.de anmelden. Weitere Proben unter Leitung der Chorleiterin Natalia Siegfried und Christel Kreft sind für Juni, Juli und September geplant. Am 8. Oktober ist die erste Gesamtprobe in Hamburg, im Januar eine weitere. Die Aufführung des Werkes selbst findet statt am 18. Februar 2017 ab 19 Uhr. Vormittags wird an dem Tag zur Generalprobe gebeten. Für die Fahrt nach Hamburg wird vermutlich ein Bus gechartert.

Trotz der Mammutaufgabe und der zusätzlichen Probentermine werde ich mich dem Abenteuer stellen – mit Vorfreude. Neben der Partitur werde ich dabei auch auf digitale Hilfsmittel zurückgreifen. Denn von der Uraufführung in Dortmund gibt es CDs, die auf die einzelnen Stimmen bezogen sind.

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