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Mittelangeln : Stellenabbau verärgert Eltern

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Unterschriftenlisten, offene Briefe und Schulstreiks sollen geplante Kürzung bei den Lehrern verhindern

Im Forum des Schulzentrums in Satrup waren alle Stühle besetzt, sodass einige Besucher sogar stehen mussten. Gekommen waren sie, um zu hören, was Eckart Köbbemann, Elternbeirat der Klasse 5 e der Struensee-Gemeinschaftsschule, zur Lehrerplanstellenzuweisung für das kommende Schuljahr zu berichten hatte.

Köbbemann bezeichnete die Situation als äußerst prekär, da diverse Vertretungsstunden schon jetzt nicht gegeben werden könnten. In dieser Woche sei deswegen eine Klasse drei Tage zu Hause geblieben. Seine Prognose: „Im kommenden Schuljahr wird sich die Situation weiter dramatisch verschärfen.“ 108 Unterrichtsstunden müsse die Schule abgeben, dies bedeute, dass vier unbefristet tätige Lehrer die Schule verlassen müssen. Aufgrund des demografischen Wandels sei die Schülerzahl in diesem Schuljahr um 39 auf 675 zurückgegangen. Dieser Rückgang hätte jedoch lediglich den Wegfall von 1,5 Lehrkräften gerechtfertigt, aber nicht von vier vollen Planstellen wie jetzt angekündigt. Weiter sagte Köbbemann: „Es steht bereits fest, dass im kommenden Schuljahr auch der Unterricht in Mathematik, Deutsch und Englisch gekürzt werden muss, wenn diese Kürzungen umgesetzt werden.“ Statt 30 Wochenstunden verblieben in Zukunft nur 26 Wochenstunden in den fünften und sechsten Klassen. Köbbemann: „Bereits heute ist sicher, dass eine neue Klasse bis zum zehnten Jahrgang insgesamt einen Unterrichtsausfall von einem halben Jahr haben wird.“ Kämen weitere Kürzungen hinzu, werde den Schülern am Ende ein Jahr Unterricht fehlen.

Pädagogen, die an der Versammlung teilnahmen, machten deutlich, dass bei dieser Konstellation viele Schüler die Abschlussprüfungen nicht bestehen würden. Die Situation werde sich verschlimmern, wenn bundesweit zentrale Abschlüsse gefordert werden und sich heimische Schüler mit Gleichaltrigen aus Bayern, Sachsen oder Mecklenburg messen müssen. Es soll künftig auch keine zusätzlichen Stunden für Förderschüler geben, auch wenn die Zahl dieser steige.

Die Reaktion der Eltern war heftig. Von vor Wut schnaubend bis zum Vorwurf des Wählerbetruges reichten die Reaktionen. Die einen wollen den Landtag durch eine Unterschriftenliste zwingen, die Stellenkürzungen an den Schulen zu diskutieren, andere wollen vor dem Landtag demonstrieren. Offene Briefe sollen geschrieben und Schüler zum Schulstreik ermuntert werden. Einig war man sich, dass Druck aufgebaut werden müsse und ein „Runder Tisch“ die nächsten Aktionen planen soll.

Benita von Brackel-Schmidt vom Landeselternbeirat für Gemeinschaftsschulen und Kreissprecherin der Flensburger Grünen sah die Schuld an der Misere alleine bei der Vorgängerregierung. Bildungsministerin Waltraut Wende sei frei von Schuld, da die vorherige CDU/FDP-Landesregierung durch das von ihr eingebrachte Haushaltskonsolidierungsgesetz die Stellenstreichungen zu verantworten habe. Diese Argumentation wurde im Forum hörbar mit Skepsis aufgenommen.

Sicher ist, dass der Unmut der Betroffenen sich nicht nur auf Mittelangeln beschränken wird. „Das wird ein heißer Sommer für Bildungsministerin Wende“, meinte ein Besucher.

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