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Kappeln : Starker Wind, etwas Bruch, viel Spaß

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Böen von bis zu acht Beaufort verlangten den Seglern bei der diesjährigen Speckregatta alles ab.

Die 95. Speckregatta des Arnisser Segel-Clubs (ASC) stand unter besonderer Beobachtung. Hatte der Verein doch im Vorfeld ein völlig neues Marketingkonzept ausgearbeitet (wir berichteten). Ein einheitliches Erscheinungsbild nach außen, Plakate in der Stadt und allen Häfen in der Region sowie ein neuer Internet-Auftritt (www.speckregatta.de) sollten für frischen Wind rund um die Traditionsregatta sorgen.

Allein vielleicht sollte man bei der nächsten Regatta Rasmus mit in das Marketingkonzept einbinden. Dieses Mal jedenfalls erwies sich der Wettergott eher als Störenfried des 87 Schiffe umfassenden Teilnehmerfeldes. Wegen des kräftigen Nord-West sagte Regattaleiter Walter Sperlich die Wettfahrt der Jollen aus Sicherheitsgründen ab. Insgesamt gingen 54 Schiffe an den Start der Speckregatta, von denen nur 25 das Ziel erreichten, darunter das Frauen-Team auf der Segelyacht „Phoebe“.

Auf dem Wasser gab es zwei Mastbrüche, einige Grundberührungen und viele technische Probleme. „Einem Regattateilnehmer wehten sogar die Latten aus dem Großsegel“, berichtete Frank Germighausen. Der Clubdienstleiter des ASC hatte auf der Schlei sogar eine Wellenhöhe von einem dreiviertel Meter ausgemacht. Die Boote wurden in fünf Starts vor Rieseby auf den rund 13 Seemeilen langen Dreieckskurs zwischen Rieseby, Boknis, Winnemark mit Ziel in Karschau geschickt. Dieser Kurs war zwei Mal zu durchfahren, bis zu acht Windstärken aus Nord-West sorgten für einen spektakulären Segelsport, aber teilweise eben auch für kuriose Ergebnisse.

So siegte in der ersten Startgruppe Skipper Frank Liedtke (ASC) mit seiner X382 „My x Dream“, war aber auch das einzige Schiff in dem Feld, das ins Ziel kam. Ähnlich sah es in Gruppe vier aus. Hier gewann Klaus Birkhoff mit seiner „Triton“, einer Knarr, als eines von zwei Schiffen, das die Ziellinie erreichte. Im dritten Start siegte ASC-Mitglied Michael Book mit seiner Bavaria 33 „Spannungsfrei“. In der fünften Gruppe hatte die Wanderjolle „Achneedochnicht“ von Holger Rick (ASC) den Bug vorne. Besonders die H-Boot-Akteure zeigten in der zweiten Startgruppe, was mit einem Spinnaker selbst unter diesen harten Bedingungen der Konkurrenz machbar ist. Hier siegte Thedje Ancker auf der „Waldmeister“ (ASC) vor Helmut Clausens „Holgers H-Boot“ und Fiete Föh (ASC) auf der „de Föh“. Diese drei Yachten, allesamt H-Boote, lagen auch in der Gesamtwertung vorne.

Immer zur Speckregatta zeichnet der ASC auch ein verdientes Clubmitglied mit dem „Spanferkel-Stander“ aus. Der Gewinner wird vorher ausgesucht, aber nicht bekannt gegeben. Er muss beim Zieldurchlauf der Speckregatta am Ruder sitzen. Dieses Mal fiel die Wahl auf Matthias Jaich. Als er das Ziel Karschau erreichte, wurde er von Bord des Zielschiffes „abgeschossen“. Den Stander erhielt er abends bei der Siegerehrung. Da gab es natürlich auch wieder reichlich Speckpakete. Zuvor hatte Vorsitzender Peter Boltz dem Organisationsteam gedankt. Der ASC-Chor stimmte im Festzelt Shantys an. Später sorgte DJ Flo bis zum frühen Morgen für gute Laune.

Am Sonntag fand das Up & Down Race Kappeln (Lindaunis – Kappeln) statt, 24 Segler hatten sich für diese Veranstaltung gemeldet. Doch wegen des starken Windes gingen nur neun Yachten und eine Jolle um 10.30 Uhr über die Startlinie, angefeuert wurden sie durch viele Schaulustige auf der ASC-Brücke.

Das blaue Band 2015 sicherte sich Michael Book mit seiner Crew auf der zum ersten Mal an der Veranstaltung gemeldeten Segelyacht „Spannungsfrei“, einer Bavaria 33 Cruiser. Die Crew setzte sich aus Michael Book, Tristan Book, Peter Boltz, Stella Mau, Thomas Hansen, Florian Föh und Frank Germighausen zusammen. Das blau-gelbe Band ging an den Eigner der Segelyacht „Triton“, Klaus Birkhoff. Fast hätte Michael Book sich auch noch den großen Silberteller des ASC – für den Sieg nach berechneter Zeit – bei der Jury abholen können. Doch hier hatte Book gegenüber Andrea und Manfred Regener auf ihrer „Frieda“ das Nachsehen. Andrea und Manfred Regener zeigten auf ihrem Folkeboot  eine sehr gute Vorstellung. Der dritte Platz nach berechneter Zeit ging an Klaus Birkhoff und seine Crew. Michael Book mit Steuermann Florian Föh und Crew waren dennoch mit zwei ersten Preisen die großen Gewinner der Regatta. Sportwart Sven Tuczewski meinte, Michael Book habe nun auch innerhalb der Familie – auch sein Bruder Andreas Book ist Segler – die Fahne recht hoch gehängt. „All diese Titel zu verteidigen, das wird nicht ganz einfach, da muss er ordentlich Gas geben“, so Tuczewski.

Mit der Veranstaltung insgesamt war Tuczewski sehr zufrieden. „Dass wir trotz dieses Wetters so viele Teilnehmer hatten, hat mich besonders gefreut.“ Und bei den Crews sei das Skipper-Frühstück im Restaurant „Landgang“ am Sonntagmorgen besonders gut angekommen. Auch hätten am Freitag zum Hafenfest mehr Kappelner den Weg zum ASC gefunden. „Das Open ship ist bei den Kappelnern gut angekommen“, meinte Frank Germighausen. Auch an der neuen Weinlounge des E-Centers hätten sich Besucher aufgehalten.

Einzig ein Punkt hat Sven Tuczewski gestört. „Wir hatten dieses Mal keine Meldung aus Dänemark“. Nicht mal aus Faaborg, der Kappelner Patenstadt, sei ein Schiff gemeldet gewesen. Für den Sportwart ist das eine neue Aufgabe: „Das muss im nächsten Jahr anders werden.“

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erstellt am 08.Sep.2015 | 07:45 Uhr

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