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Schlei-Bote

16. Dezember 2017 | 10:48 Uhr

Stärken erkennen, Defizite überwinden

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Sommercamp in der Jugendherberge: 60 Siebtklässler lernen „völlig gechillt“ neue Berufsperspektiven kennen

Drei Wochen lang durften rund 60 Jungen und Mädchen der Klassenstufe 7 aus Kiel, Flensburg, Neumünster und Lübeck die Schleistadt Kappeln nebst Umwelt und Berufswelt erkunden. Das Camp wurde von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DJKS) in Kooperation mit dem schleswig-holsteinischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft organisiert und begleitet Jugendliche auf ihrem Weg in das Berufsleben. Die jungen Leute wohnten während dieser Zeit in der Kappelner Jugendherberge und arbeiteten an den Projekten „Chill-out-Action“, „ARTonauten“, „Kappelnmaniacs“ und „Koch Dir die Welt, wie sie Dir gefällt“. Zum Abschluss präsentierten sie ihre Ergebnisse Eltern, Lehrern, Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie Kappelns Bürgermeister Heiko Traulsen, Staatssekretär Dirk Loßack vom Kieler Bildungsministerium und Walter Karschies, Ministerialdirektor a. D. aus Nordrhein-Westfalen.

Wie Wilke Ziemann von der DJKS erklärte, fand das Sommercamp erstmalig außerhalb Berlins statt. In Kappeln wurden rund 60 Jugendliche aus Regional- und Gemeinschaftsschulen sowie Förderzentren von Sozialpädagogen, Sozialarbeitern und angehenden Lehrkräften betreut. Leiterin des Kappelner Sommercamps der DJKS war Tina Bargstedt. Ziel ist es, den Schülern Freizeitaktivitäten und berufsorientierende Projekte anzubieten, in Workshops sollten sie ihre Stärken ausloten. Wilke Ziemann betonte: „Nicht auf die Defizite schauen, sondern Kinder in dem stärken, was sie können und bewegt.“

Hinter „Chill-out-Action“ steckte die Möglichkeit, Outdoor-Möbel zu planen und zu bauen, um eine Entspannungsecke auf dem Außengelände der Jugendherberge einzurichten. In der Gruppe „Kappelnmaniacs“ erkundeten die Teilnehmer Kappeln, lernten die Menschen der Region kennen und trainierten dabei Interviewtechniken. Am Ende stand eine Rallye mit allen Camp-Teilnehmern. In dem Kunstprojekt „ARTonauten“ ging es um das Ausprobieren verschiedener Kunsttechniken. Dabei entstanden mit Farbe und Pinsel, aber auch sprühend und bastelnd eigene Kunstwerke. „Koch Dir die Welt, wie sie Dir gefällt“, lud die Jugendlichen dazu ein, sich mit Lebensmitteln zu beschäftigen. Sie stellten Pizza, Bonbons oder Gummibärchen her und dokumentierten ihre Kochversuche per Video. Während die Gruppen am Vormittag unter Anleitung ihrer Teamer an ihren Projekten arbeiteten, standen am Nachmittag Freizeitaktivitäten mit Beachvolleyball, Fußball oder Schach auf dem Programm. Volontäre eines Bankinstituts boten zusätzlich an zwei Tagen Mini-Praktika an, die den Jungen und Mädchen einen Einblick in die Berufswelt verschafften. Unter anderem wurden zu diesem Zweck die Kappelner Werkstätten besucht.

Staatssekretär Dirk Loßack konstatierte mit Freude, dass das „mehrjährige Programm Sommercamp „futour“ mit seinen vielfältigen Angeboten die Landesstrategie sehr gut unterstützt“. Überhaupt, so der Staatssekretär, könne darüber nachgedacht werden, angesichts der Tatsache, dass es in den schleswig-holsteinischen Schulen bereits Betriebspraktika in den Klassen 8 und 9 gebe, das Sommercamp in Kooperation aufzubauen. Das könnte eine Chance für die Schulen sein. Loßack betonte, dass es immer noch offene Lehrstellen gebe, gleichzeitig viele Schulabgänger unversorgt seien. Und daneben existiere auch eine wachsende Zahl von Schülern mit Problemen. Diesen Umstand könne das Sommercamp auffangen. „Es muss auf eine solide Basis gestellt werden“, sagte der Staatssekretär und verdeutlichte, dass das Projekt für 2015 dank der Unterstützung durch die Industrie- und Handelskammer bereits gesichert sei. An die Schüler richtete er den Appell: „Nehmt die Berufsorientierung ernst. Betriebspraktika sind wichtig. Es war deshalb wichtig, dass ihr hier wart.“ Und er forderte sie auf: „Bleibt am Ball und berichtet über eure Erlebnisse in euren Schulen!“ Für das Jugendherbergswerk bot Jessica Backhus Unterstützung an. Die Jugendherbergen stehen für derartige Projekte gerne zur Verfügung.

Anschließend wurden die Besucher von zwei Jungmoderatoren über das Gelände geführt, um sich die Ergebnisse des dreiwöchigen Sommercamps anzusehen. Beifall gab es für die Produkte der „Chill-out-Gruppe“. Sie präsentierte pfiffige Gartenmöbel zum Entspannen. Aber auch die Kunstwerke der „ARTonauten“ und das, was die „Kochgruppe“ zubereitet hatte, fand allgemein Anklang.

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