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Schlei-Bote

24. September 2017 | 03:35 Uhr

Städtische Bilanzen im Bearbeitungs-Stau

vom

Nach Erlass des Innenministers droht Kappeln bei der Abschlagszahlung eine Kürzung von 100 000 bis 200 000 Euro / Finanzabteilung wurde gestärkt

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Kappeln | Gut die Hälfte der Mitglieder im Hauptausschuss ist neu. Da gab es in der ersten Sitzung dieses Gremiums neben einer kleinen Vorstellungsrunde am Montagabend auch eine Einführung in die städtischen Finanzen und zum aktuellen Stand der Eröffnungsbilanz.

Jahr für Jahr hat die Stadtverwaltung sieben Eröffnungs- und 21 Schlussbilanzen zu erstellen. Neben dem städtischen Haushalt handelt es sich dabei um die Bilanzen des Amtes Kappeln Land, der vier dazugehörigen Gemeinden sowie des Nahbereichsschulverbandes (NBSV). "Es wird viel Papier bewegt, wo eigentlich wenig bewegt wird", meinte Kämmerer Klaus Blöcker gegenüber dem Schlei Boten. Dabei hat die Abteilung Finanzen und Controlling gerade mal vier Mitarbeiter. Die Verwaltung arbeitet in der Regel zunächst die Bilanzen der Amtsgemeinden, des Amtes und des NBSV ab, bevor dann die umfangreicheren städtischen Rechnungen erstellt werden. Schließlich verfügt die Stadt allein über

370 Grundstücke, 35 Gebäude und mehr als 100 Straßen.

Wegen des großen Arbeitsumfangs sind daher besonders die städtischen Bilanzen nicht immer zu der Zeit fertig, wie es vielleicht wünschenswert wäre. Dies war vereinzelt bereits bei der vergangenen Stadtvertretung auf Kritik gestoßen. Doch ist

dies offensichtlich auch in anderen Gemeinden nicht anders. Denn der Innenminister von Schleswig-Holstein hat im November vergangenen Jahres darauf hingewiesen, dass ab diesem Jahr bei der Bemessung der Abschlagszahlung für 2012 berücksichtigt wird, ob die Jahresabschlüsse vorliegen oder nicht.

"Das sind kleine Daumenschrauben, die das Land uns jetzt anlegt", sagte der Kämmerer während der Sitzung. Blöcker rechnet in einem solchen Fall mit 100 000 bis 200 000 Euro weniger bei den Abschlagszahlungen für Kappeln. Die Stadt hatte sich daher schon zu Jahresbeginn ein Konzept überlegt, wie die Verwaltung schneller vorgehen kann. Ergebnis: Noch Anfang Februar beschloss der Hauptausschuss unter anderem, die Stellen von zwei Mitarbeiterinnen für ein halbes Jahr in Vollzeitstellen umzuwandeln. Dadurch hatte die Abteilung insgesamt 15 Wochenstunden gewonnen. Jetzt nach Auslaufen dieser zeitlich befristeten Maßnahme sind die Stellen der beiden Mitarbeiterinnen um fünf beziehungsweise vier Stunden angehoben worden, um die Eröffnungsbilanz von Kappeln fertig zustellen.

Während die Bilanzen für das Amt und die Amtsgemeinden erstellt sind, sollen im August/September drei Schlussbilanzen des NBSV fertig werden.

Anfang bis Mitte nächsten Jahres soll es dann auch für die städtischen Abschlussbilanzen der Haushaltsjahre 2010 bis 2012 so weit sein. Dies wäre somit nach der vom Innenminister gesetzten Frist bis Ende dieses Jahres. Ausschussvorsitzender Matthias Mau (CDU) zeigte sich damit einverstanden: "Für unsere Beschlüssen brauchen wir verlässliche Zahlen zu unserem Vermögen." Doch stellte Mau auch klar: "Für unsere Planung ist es auch wichtig, die Werte rechtzeitig zu bekommen." Alle Ausschussmitglieder nahmen den Bericht des Kämmerers zur Kenntnis.

Sollte Kappeln bei der Abschlagszahlung nun Kürzungen hinnehmen müssen, wäre dieses Geld jedoch keineswegs endgültig verloren. Die Stadt bekommt es dann eben nur erst später mit der Jahresfehlbetragszuweisung.

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