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Risse und Schlaglöcher : Stadt will marode Straßen sanieren

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Immerhin 160.000 Euro empfiehlt der Bauausschuss, in diesem Jahr in die Straßensanierung zu stecken. Die Bauverwaltung benötigt eigentlich viereinhalb Mal so viel.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2014 | 07:30 Uhr

Auf dem Papier stand die vergleichsweise imposante Summe von 706.200 Euro. Übrig blieben am Ende immerhin noch 160.000 Euro. Dieses Geld will der Bauausschuss auf Empfehlung der Bauverwaltung im laufenden Jahr in die Instandsetzung der Straßen investieren. Und auch wenn die Verwaltung damit nur einen äußerst überschaubaren Aufwand abarbeiten kann, war die Summe doch noch höher, als es die ursprünglichen Eckwerte in diesem Bereich vorgesehen hatten.

„Die vorhandenen Mittel und der tatsächliche Bedarf klaffen weit auseinander“, läutete Bauamtsleiter Erich Reuter die Diskussionsrunde ein. Tatsächlich standen auf der im Bauamt erstellten Prioritätenliste insgesamt 15 Positionen, darunter die kostengünstigste mit 8000 Euro zur Beseitigung von Unfallschäden und die kostspieligste mit 180.000 Euro für die Instandsetzung der Konsul-Lorentzen-Straße. Anhand von Fotos ließ Norbert Leukert, innerhalb der Bauverwaltung zuständig für den Tiefbau, die Ausschussmitglieder an ausgewählten Straßenzuständen teilhaben. So verdeutlichte er etwa Absenkungen von bis zu zehn Zentimetern in der Holtenauer Straße – „hier besteht dringender Handlungsbedarf“, sagte Leukert. Schon oft geflickt worden sei der Fußweg am Bauernteich. Leukert: „Da hält mittlerweile nichts mehr.“ Nun sei ein Oberflächentausch zwingend erforderlich. Sowohl am Fischereihafen als auch in der Straße Schleiblick sind zudem die Asphaltflächen von Rissen durchzogen. Folge: Das Wasser läuft in den Untergrund hinein, dehnt sich bei Frost aus, und die Straße platzt auf. Oder das Problem mit den Banketten: Über Jahre seien diese ungepflegt geblieben, so dass sie inzwischen das Wasser nicht mehr von der Straße in den Graben leiten würden. Schließlich der Bereich am Hafen: Leukert sprach von einer 200-Quadratmeter-Fläche, die aufgrund starker Setzungen dringend ausgebessert werden müsse. Günstiger Kaltasphalt, der in einem Dünnschichtverfahren von maximal vier Zentimetern aufgetragen werde, biete sich allerdings nicht an. „Wegen des Schwerlastverkehrs sieht die Straße in drei Jahren wieder so aus wie vorher“, prognostizierte Leukert. Wenn man sie stattdessen komplett erneuert, ist allerdings naturgemäß mit einem deutlichen höheren Betrag zu rechnen, der dann wiederum auf die Anlieger umgelegt werden kann.

Zu den Arbeiten, die das Bauamt als vordringlich einordnet, gehören Bankett- und Grabenarbeiten (25.000 Euro), Reparatur der Rohre der Entwässerungsleitung unter der B 203 (9000 Euro), unvorhergesehene Maßnahmen (25.000 Euro), Reparatur des Rohrdurchlasses in der Arnisser Straße (18.000 Euro) und der Beitrag an den Schwarzdeckenunterhaltungsverband (20.000 Euro). Diese Maßnahmen sind innerhalb der vorgesehenen Eckwerte für insgesamt 100.000 Euro zu leisten. Die Wartung der Vorfluter (8000 Euro) und die Neuerrichtung des Verkehrssicherungsweges in der Ellenberger Straße (42.000 Euro) nannte Leukert ebenfalls wünschenswert.

In den Augen von Stadtvertreter Matthias Mau (CDU) schien dieser Wunsch vernünftig. „Vielleicht finden wir in den Konsolidierungsgesprächen Möglichkeiten, stattdessen an anderer Stelle zu sparen“, sagte Mau. Auch Michael Arendt (LWG) war bereit, mehr Geld auszugeben, denn: „Man kann sich auch totsparen.“ Ohnehin müsse man bestimmte Dinge schlicht anpacken, um die Stadt attraktiver zu machen und nicht im Sanierungsstau unterzugehen.

Einstimmig empfahl der Ausschuss schließlich, 160.000 Euro für die ausgewählten Projekte in den Haushalt einzustellen. Der Hauptausschuss wird sich damit erneut beschäftigen.

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