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Bundeswasserstrasse Schlei : Stadt verabschiedet Resolution zur Schlei

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kappeln fordert den Erhalt der Schlei als Bundeswasserstraße und appelliert an die wirtschaftliche Verantwortung des Bundes. Immerhin ist die Schlei ein erheblicher Wirtschaftsfaktor für die Stadt.

Einstimmig hat die Stadtvertretung eine Resolution gegen die vom Bundesverkehrsministerium geplante Herabstufung der Bundeswasserstraße Schlei zur „sonstigen Wasserstraße“ beschlossen.

Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker (CDU) bat zu Beginn der Beratung um ein einmütiges Votum, um der Resolution ein möglichst große Wirkung zukommen zu lassen. Ungethüm-Ancker erläuterte, dass der Bund künftig auf die Tonnage in der Schlei und auf deren touristische Bedeutung abziele. Bei einer Herabstufung der Schlei wären Betonnung und Erhalt der Wassertiefe im Fahrwasserbereich nicht mehr garantiert. „Diese Region ist durch den Abzug der Bundeswehr sehr schwer gebeutelt. Unsere Wirtschaftskraft besteht jetzt vor allem aus dem Tourismus einschließlich des Seetourismus. Daher müssen wir darauf bedacht sein den Status als Wasserstraße zu erhalten“, sagte die Bürgervorsteherin. Ansonsten würde man nicht länger von Schiffen mit mehr als zwei Meter Tiefgang angefahren werden können. „Und damit verlieren wir dieses touristische Potenzial.“ In der Resolution wird zudem darauf hingewiesen, dass es sich bei der Schlei um einen Bereich mit der höchsten Werftendichte handle. „Die Werften und Dienstleister für diese Schiffe [...] sind zwingend darauf angewiesen“, dass die Schlei in ihrer jetzigen Form erhalten bleibe, heißt es dort.

Norbert Dick (Grüne) kündigte seine Zustimmung zu der Resolution an, wunderte sich aber, dass die Ausflugsschifffahrt als stichhaltiges Argument in dem Text fehle. Bürgermeister Heiko Traulsen antwortete, dass es viele Initiativen zum Erhalt der Schlei in ihrer jetzigen Form gebe und jeder Interessent seinen eigenen Bereich abdecke. Ostseefjord-Schlei-GmbH, Industrie- und Handelskammer wie auch die Wireg hätten eigene Resolutionen mit ihrem spezifischen Blickwinkel verfasst. Traulsen räumte aber ein: „Natürlich hätten wir diesen Passus reinschreiben können.“

Die Resolution kann auch von anderen Gemeinden mitunterzeichnet werden. Die Gemeinden im Amt Kappeln-Land haben dazu schon ihre Bereitschaft signalisiert. SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll berichtete, dass der Bürgermeister von Maasholm ihn schon nach der Kappelner Resolution gefragt habe. Einstimmig beschlossen die Stadtvertreter die Resolution in ihrer ursprünglichen Fassung.

Der Büroleitende Beamte Jörg Exner wies daraufhin, dass auf der Homepage des Rathauses auch eine Online-Petition für die Schlei laufe. Exner: „Es werden 5000 Unterschriften benötigt. Wir müssen Bonn und Berlin mit der Angelegenheit beschäftigen.“

Weiteres in Kürze:

> Die Stadtvertretung nahm den Beschluss des Bau- und Planungsausschusses, den Parkplatz am Rathaus zu errichten, zur Kenntnis.

> Eine Eilentscheidung des Bürgermeisters zur Freigabe von 25.000 Euro hat die Stadtvertretung jetzt einstimmig gebilligt. Der Straßenunterhaltungsverband (SUV) hatte der Stadt kurzfristig angeboten, die Straßen Nykoppel und Olpenitzer Dorfstraße zu sanieren, wenn die Stadt die Fräsarbeiten in Höhe von 25 000 Euro übernehme. Der Bürgermeister hatte diese überplanmäßigen Ausgaben daraufhin freigegeben.

> Ebenfalls einstimmig wurde der Entwurf zur fünften Änderung der Ortsgestaltungssatzung beschlossen. Darin werden nunmehr Balkone zugelassen, sofern sie nicht die Verkehrssicherheit gefährden.

 

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erstellt am 27.Sep.2013 | 08:00 Uhr

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