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Kappeln : Stadt stellt Weichen für Museumsbahn

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

5000 Euro investiert Kappeln in die Sanierung der Gleisgabelung bei Scheggerott. Nötig sind 35.000 Euro.

Für die Museumsbahn geht es jetzt ums nackte Überleben. Laut einer Machbarkeitsstudie sind für die Zukunft 1,6 Millionen Euro fällig, um die Gleise funktionstüchtig zu halten. Doch stand erst einmal eine kurzfristige Maßnahme an, die Bürgermeister Heiko Traulsen den Mitgliedern des Hauptausschusses erläuterte. „Die Weichen in Scheggerott sind ab dem 1. Januar 2015 technisch nicht mehr zugelassen. Wenn diese Weichen nicht saniert werden, dann ist die Machbarkeitsstudie obsolet“, so Traulsen. 35 000 Euro soll dies insgesamt kosten, 5000 Euro davon entfallen auf die Stadt Kappeln. Dabei sei Solidarität gefordert, die 35.000 Euro kämen nur zustande, wenn alle ihren Teil leisteten. Auch Gemeinden, die der Dampfeisenbahn kritisch gegenüber stünden, wollten sich an der Finanzierung beteiligen. „Wer die Museumsbahn über Silvester 2014 gerettet sehen will, muss seinen Teil dazu beitragen“, meinte Traulsen.

LWG-Fraktionsvorsitzender Michael Arendt sagte: „Wir wissen alle, wie wichtig die Museumsbahn für Kappeln ist.“ Diesem Bekenntnis ließ er dann aber zahlreiche Bedenken gegen das Projekt folgen. „1,6 Millionen Euro werden benötigt, um das Gleisnetz funktionstüchtig zu halten. Da braucht es schon viel Vertrauen, um jetzt 35.000 Euro für zwei Weichen in Scheggerott auszugeben“, sagte Arendt. Auch kritisierte er, dass die Museumsbahn keinen Eigenanteil zu der Maßnahme beisteuere. Doch der Hauptausschuss beschloss dann doch einstimmig, sich an den Kosten für die Weichen zu beteiligen, sofern die Finanzierung der übrigen Kommunen gewährleistet ist.

Überhaupt ging es im Hauptausschuss dieses Mal eher um vergleichsweise kleine Summen, von den Ausgaben für die Feuerwehr einmal abgesehen (Bericht folgt). Eher bescheiden fällt auch der Investitionsbedarf des städtischen Bauhofes für das nächste Jahr aus. Dazu der Büroleitende Beamte Jörg Exner: „Was große Investitionen anbelangt, sind wir sehr gesättigt.“ Mit dem Ersatz für einen 14 Jahre alten Transporter und der Anschaffung eines Mulchmähwerkes für Großflächenrasenmäher hat der Bauhof gerade mal zwei Investitionen über 1000 Euro eingeplant. Bei allen übrigen Posten handelt es sich um durch Verschleiß erforderliche Ersatzinvestitionen. Insgesamt kalkuliert der Bauhof 33.100 Euro an Ausgaben für das nächste Jahr, rund zwei Drittel weniger als noch im vergangenen Jahr. Der Hauptausschuss beschloss diese Summe einstimmig.

Mit dieser Einmütigkeit war es beim nächsten Tagesordnungspunkt vorbei. Der Eigenbetrieb Hafen schlug eine Investitionssumme von 30.000 Euro vor, um teilweise angegriffene Beton-Absperrriegel, die sogenannten „Schweinerücken“, durch 28 Betonbänke mit hölzernen Sitzflächen zu ersetzen. Bei einer veranschlagten Nutzungsdauer von 30 Jahren sollten die Bänke jährlich mit 1000 Euro zu Buche schlagen. Was folgte, war eine Grundsatzdiskussion über Konsolidierungskurs und Notwendigkeit der Maßnahme.

Norbert Dick (Grüne) bestritt das Ausmaß des Schadens. „Die Betonklötze sind nicht alle kaputt, die kann man mit Farbe aufhübschen. Da wäre das Geld für die Straßeninstandhaltung sinnvoller eingesetzt“, fand er. Unterstützung erhielt Dick aus dem Lager der CDU. „Da der Südhafen ohnehin überplant werden soll, sehe ich keine Notwendigkeit für diese Maßnahme. Es handelt sich hierbei um eine Einzelidee ohne jegliches touristisches Konzept“, sagte Volker Ramge (CDU). Zudem spreche das Konsolidierungskonzept gegen eine derartige Ausgabe.

Thorsten Schacht (SPD) beurteilte die Maßnahme positiv aufgrund ihrer Wirkung auf den Tourismus. „Durch diese Sitzgelegenheiten wird das Gebiet aufgewertet“, so der SPD-Fraktionsvize. Ähnlich argumentierte Sitzungsleiter Rainer Moll (SPD). „Sparen ist okay, aber wir leben vom Tourismus und jede Mark, die dorthin fließt, kriegen wir zwei- bis dreifach zurück“, so Moll. Arendt ließ ein Konsolidierungskonzept als Argument gegen diese Ausgabe nicht gelten. In Richtung CDU sagte er: „Wir haben kein Konsolidierungskonzept, sonst würden wir hier nicht streiten.“ Am Ende gab es ein Patt: fünf Ja-Stimmen von SPD, LWG und SSW für die Bänke gegen fünf Nein-Stimmen von CDU und Grüne. Damit war die Maßnahme abgelehnt.

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erstellt am 29.Okt.2014 | 07:30 Uhr

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