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Wirtschaftspolitik : Stadt setzt auf regionales Gewerbegebiet

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bei den Betrieben steigt die Nachfrage nach Erweiterungsflächen. Umlandgemeinden signalisieren Interesse an dem Vorhaben.

Schon seit gut eineinhalb Jahren bemüht sich Bürgermeister Heiko Traulsen nach eigenen Worten darum, Wege zu finden, die Gewerbeflächen zu erweitern. Bislang waren diese Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt – unter anderem, weil eine Förderkulisse, um ein Gewerbegebiet auch zu entwickeln, für eine einzeln agierende Kommune nicht realistisch schien. „Also“, sagt Traulsen, „musste ich den Gedanken weiter aufbohren“. Das Resultat dieser Gedankenspiele: ein interkommunales Gewerbegebiet. Und auch wenn die Umsetzung dieses Ziels noch in einigermaßen weiter Ferne liegt, ist die Methode schon deutlich erkennbar. Mehr noch: Nachbarkommunen haben bereits Interesse signalisiert.

Das erste Vorfühlen liegt indes schon einige Zeit zurück: Traulsen hatte die Bürgermeister der Umlandgemeinden aus Nordschwansen, den Ämtern Süderbrarup und Geltinger Bucht sowie deren Amtsvorsteher, Vertreter der Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig (Wireg) und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde eingeladen. Die Anwesenden hörten einen Vortrag über die Realisierungschancen eines interkommunalen Gewerbegebietes. Konkret ging es etwa um potenzielle Flächen, die Gründung eines Zweckverbandes, der die Initiative trägt, mögliche EU-Fonds, die Fördergelder bereitstellen könnten, die Kostenteilung bei Erwerb und Erschließung oder die anschließende Verteilung der Gewerbesteuer. Traulsen betont: „Wir schielen dabei gar nicht so sehr auf die Gewerbesteuer. Es geht vielmehr darum, die Menschen in der Region zu halten, ihnen eine berufliche Perspektive zu bieten.“ Allerdings hat er dabei nicht das saisonal tätige Gewerbe im Blick, sondern eines, das saisonunabhängig arbeitet – „das ist unsere Triebfeder“.

Außerdem will man mit der Initiative nicht ausschließlich fremde Unternehmen anlocken. „Oberstes Ziel ist es, unseren bestehenden Firmen Erweiterungschancen zu bieten“, sagt der Bürgermeister. Und er untermauert diesen Anspruch mit Zahlen: Während im Rathaus 2010 gerade einmal eine Anfrage eines örtlichen Gewerbetreibenden auf eine mögliche Erweiterungsfläche auf dem Tisch lag, hat es im laufenden Jahr bislang bereits acht solcher Gesuche gegeben. Um den aktuellen Bedarf abzuklopfen, hat die Verwaltung vor Kurzem Schreiben an die Unternehmer der Region verschickt, mit der Bitte, ihre Entwicklungswünsche zu formulieren – also ob sie sich überhaupt erweitern möchten und in welchem zeitlichen und umfänglichen Rahmen. „Auf diese Weise erhoffen wir uns eine bessere Grundlage, um über potenzielle Flächen zu entscheiden“, sagt Traulsen. „Reichen drei Hektar oder brauchen wir gleich zehn?“

Unabhängig davon gebe es bereits konkrete Vorstellungen über bestimmte Areale, auf denen ein interkommunales Gewerbegebiet errichtet werden könnte. Wo diese genau liegen, behält Traulsen vorerst für sich – nur so viel: „Im Kappelner Stadt- und Außenbereich.“ Und: „Es laufen Kaufgespräche.“ Von den Bürgermeistern der Umlandgemeinden seien die Reaktionen bislang positiv. So hat etwa Helmut Andresen, Bürgermeister von Grödersby, schon signalisiert, die Idee mittragen zu wollen. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung hat er das so formuliert: „Wenn wir nichts tun, keine zusätzlichen Arbeitsplätze schaffen, läuft uns die Bevölkerung davon. Wir müssen die Menschen an unsere Region binden.“

Heiko Traulsen geht davon aus, dass sich die angeschriebenen Firmen bis zum Jahresende geäußert haben. Danach hat er sich einen engen Zeitplan gestrickt: „Im Idealfall gründen wir im nächsten Jahr den Zweckverband und erwerben das Grundstück, 2016 beginnt dann die Erschließung.“

Die Realisierung des interkommunalen Gewerbegebietes Schuby, rechnet der Bürgermeister vor, hat sieben Jahre gedauert. „Auch wenn das sehr ambitioniert ist“, sagt er, „hoffe ich, dass wir mit drei Jahren auskommen“.

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erstellt am 10.Okt.2014 | 07:15 Uhr

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