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Mehr Sauberkeit : Stadt sagt Dreck den Kampf an

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Nach Beschwerden über ungepflegte Ecken will die Stadtverwaltung das Bewusstsein für mehr Sauberkeit schärfen.

Kappeln soll sich herausputzen – zumindest wenn es nach der Stadtverwaltung geht. „Es wäre doch schön, wenn wir uns zu Saisonbeginn als Tourismusort den Gästen angenehm präsentieren“, sagt Helga Lorenzen, Leiterin des städtischen Ordnungsamtes. Die Stadt hat nun eigens einen Flyer herausgebracht, in dem sie in freundlichem Ton auf die Pflicht des Bürgers zur Reinigung der Gehwege und Bürgersteige aufmerksam macht.

Doch die Initiative zu mehr Sauberkeit ging nicht von der Verwaltung, sondern von den Bürgern aus. Auf der Einwohnerversammlung am 3. April hatten gleich mehrere Bürger das Thema angesprochen, so auch Karl Dieter Kohl. Der Kappelner sprach von starken Schmutzecken in der Stadt und nannte die eigentlich „idyllischen Treppenaufstiege“ vom Hafen in die Stadt als Beispiel, wo sich Zigarettenkippen und Bonbonpapier sammelten. In Dothmark im Verlauf der Feldstraße vis à vis des Mühlencafés gebe es auch solche Ecken. Dort hätte er auch schon Ratten gesehen. „Ansonsten geht es bis auf diese extremen Ecken, da wendet sich ein Tourist mit Schaudern ab“, sagte Kohl damals. Einem im September zugezogenen Bürger waren ebenfalls Schmutz, Streusand im Rinnstein, Glasscherben und hohes Gras in den Fugen aufgefallen. Sein Appell: „Wir sollten uns zunächst einmal fragen, was wir für Kappeln tun können.“ Hausbesitzer und Geschäftsleute sollten häufiger zum Besen greifen. „Touristen gucken nicht nur nach oben, sondern auch nach unten“, meinte der Neubürger.

Dass zunehmend die eigenen Mitbürger von diesen Zuständen genervt sind, bekommt auch das Ordnungsamt mit. Dazu Mitarbeiterin Kerstin Möse: „Die meisten Anregungen bekommen wir von den Bürgern.“ Dabei ist laut der Satzung über die Straßenreinigung dem Grundstückseigentümer unter anderem die Säuberung von Rinnstein Gehweg und weiteren Straßenteilen auferlegt. Wer dieser Reinigungspflicht nicht nachgeht, begeht laut Satzung eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 500 Euro geahndet werden kann.

Ein derart hohes Bußgeld ist in Kappeln allerdings bislang noch nicht verhängt worden. Ohnehin kommt es nicht gleich zur Strafandrohung. Helga Lorenzen versichert: „Wir greifen nicht gleich zur Keule des Gesetzes.“ Zunächst wird der Flyer verschickt, dann gibt es eine Aufforderung und schließlich eine Anhörung bis danach ein Bußgeld verhängt wird. Doch so weit kommt es in der Regel nicht. Möse sagt: „Die meisten reagieren auf unsere Anschreiben recht zügig.“ Einige ältere Mitbürger, die das nicht selbst schaffen, würden Dritte beauftragen. Das könnte dann etwas länger dauern. Doch insgesamt kämen ältere ihrer Reinigungspflicht besser nach als jüngere. Ohnehin sind es laut Lorenzen häufig die gleichen, die man auffordern müsse.

Doch Lorenzen macht auch klar, dass sie im Ordnungsamt für die öffentliche Sicherheit zuständig ist. Das schließe private Grundstücke in der Regel nicht ein. „Wir können hier nicht aus ästhetischen Gründen eingreifen.“

Die Abteilungsleiterin betont zudem, dass man sich im Ordnungsamt über jeden Vorgang freut, den man nicht bearbeiten muss. Lorenzen: „Wir wollen das Bewusstsein für Sauberkeit stärken, sodass die Bürger auch mal ihre Nachbarn ansprechen.“ Im Sinne des Herausputzens muss das keineswegs negativ sein. Schließlich hört das Stadtbild nun mal nicht beim öffentlichen Gehweg auf.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 07:45 Uhr

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