SSW wird in Arnis zur Familiensache

Verschwunden: Das Arnisser Ortsschild ist weg.
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Verschwunden: Das Arnisser Ortsschild ist weg.

Thomas Wetjen scheidet aus Stadtvertretung aus / Nachrücker ist das dritte Mitglied aus dem Hause Timm / 78 000 Euro Überschuss im Etat 2013

shz.de von
11. Juni 2014, 11:22 Uhr

In der Arnisser Stadtvertretung ist neuerdings die personelle Besetzung der SSW-Fraktion zu einer „reinen Familienangelegenheit“ geworden: Nach Vizebürgermeister Ralf Timm und seinem Vater Walter Timm fiel Bürgermeister Bernd Kugler anlässlich der jüngsten Sitzung die Aufgabe zu, nun Stefan Timm, den jüngsten Spross der Familie, als neuen Mandatsträger zu verpflichten. Dieser trat damit die Nachfolge des bisherigen Finanzausschuss-Vorsitzenden Thomas Wetjen an, der wegen Wegzugs aus Arnis seinen Sitz im Stadtparlament aufgeben musste.

Was die Timm-Fraktion betrifft, so strebt sie allerdings in Deutschlands kleinster Stadt nicht die absolute Mehrheit an, obwohl – wie Senior Walter Timm anmerkte – „wir bei Bedarf noch einen vierten Timm aufbieten könnten“. Zu den Personalien gehörte außerdem, dass mit dem bürgerlichen Mitglied Willi Meurer ein neuer Finanzausschuss-Vorsitzender gekürt wurde. In diesem Gremium hat nun auch Stefan Timm Sitz und Stimme.

Dass sich die Arnisser Stadtvertreter um die Finanzlage keine Sorgen mehr zu machen brauchen, belegte die Kappelner Kämmerin Ute Sohrt in ausführlichen Erläuterungen zum Ergebnis des Haushalts 2013. Dank höherer Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommensteuer sowie aus den Parkgebühren der Autofahrer ergab sich ein satter Überschuss von 78 000 Euro. Der positive Trend werde sich in diesem und im nächsten Jahr fortsetzen, sagte die Kämmerin voraus.

Fast 4500 Euro an Zinszuweisung überwies die Schleswig-Holsteinische Netz-AG für die Arnisser Aktienbeteiligung. Ute Sohrt: „Die Stadtvertretung kann neue Investitionen planen, und das ist doch erfreulich.“ Der Einschätzung, Arnis sei plötzlich auf Rosen gebettet, mochte niemand widersprechen.

In seinem Verwaltungsbericht wies Bürgermeister Kugler allerdings auf einen „unfreundlichen Akt“ hin: Vor einigen Tagen sei von Unbekannten das gelbe Ortsschild mit der Aufschrift „Stadt Arnis – Landkreis Schleswig-Flensburg“ gestohlen worden. „Die Täter haben es fachmännisch von der Halterung abgeschraubt, denn Spuren von Gewaltanwendung sind nicht zu erkennen“, fasste Kugler zusammen. Zum Glück haben die Arnisser am Ortseingang beim Großparkplatz noch einen „Begrüßungs-Wimpel“ platziert. So können sich ortsunkundige Besucher auch noch im „namenlosen Arnis“ zurechtfinden. Die Kappelner Polizei sucht jetzt die Übeltäter.

Stadtvertreter Peter Ilgenstein informierte über den Stand der Projektplanung eines Investors im Bereich der Traditionswerft Alfred Eberhardt. Noch erledige dieser Betrieb Arbeitsaufträge von Skippern, sagte Ilgenstein. Parallel dazu sei unlängst ein Bodengutachten eingeholt worden – wegen der Statik des geplanten Baukörpers. Das Ergebnis: positiv. Heißt: Der Boden hält der zu erwartenden Last stand. Zu den weiteren Klippen zähle noch eine ornithologische Begutachtung. Die letzten Würfel in dieser zeitraubenden Planungsphase sollen Ende dieses Jahres fallen.

Die Mandatsträger lehnten einmütig einen Antrag der Deutschen Telekom zum Rückbau des Nottelefons am Standort vor der Strandhalle ab. Obwohl die meisten Leute ein Handy haben, soll auf diesen kaum noch benutzten Fernsprecher nicht verzichtet werden. Ebenso besteht kein Interesse, sich an dem „grünen“ Städtewettbewerb namens „Entente Florale“ zu beteiligen. Die diesjährige Aktion zur Rettung der Aale in der Schlei fördert die Vertretung mit einem Zuschuss von 200 Euro.

Um Falschparkern das Handwerk zu legen, gibt es neuerdings Absperrpfosten am Wanderweg zum Badestrand. Neu hergerichtet wurden Boulefeld und Bolzplatz am Strand.

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