Maasholm : Spielmannszug vor wackeliger Zukunft

Beim Umzug durch das Dorf gab der Maasholmer Spielmannszug den Marsch-Ton an.
Beim Umzug durch das Dorf gab der Maasholmer Spielmannszug den Marsch-Ton an.

Die Maasholmer feierten ihr Gildefest mit einem Umzug. Und die Musiker suchen dringend Nachwuchs.

shz.de von
06. August 2018, 12:00 Uhr

Das Gildefest hat in der Schleigemeinde Tradition. Und so feiern Groß und Klein, Einheimische, Urlauber und „Buten-Maasholmer“ gemeinsam. Damit wird fortgesetzt, was Anfang der 1970er-Jahre vom Aus bedroht war. Damals schloss die örtliche Schule ihre Pforten, die Kinder gehen seitdem zur Schule in Kieholm. Doch die Maasholmer wollten auf die ihnen lieb gewordene Kindergilde nicht verzichten. Also nahmen sie die Fortsetzung in ihre Hände. So berichtet es der 49-jährige Thomas Mischke, in Maasholm geboren und aufgewachsen. Seit 2004 ist er Gildemeister und froh, dass es eine große Gemeinschaft, die die Sache organisiert, gibt.

Begonnen wurde mit einem Umzug durch das Dorf, um die Vorjahreskönige abzuholen. Dabei gab der Maasholmer Spielmannszug den Marsch-Ton an. Wie lange er das noch machen wird, steht zum Leidwesen des Gildemeisters allerdings in den Sternen. Das bestätigt Mischkes Schwester Petra Riegert. Sie gehört seit 40 Jahren zum Spielmannszug und spielt Querflöte. Wenn es gut läuft, sind alle 15 Musiker zur Stelle. Doch wie lange noch? Mal fehlt der eine, mal der andere und so findet der frühmorgendliche Umzug nicht mehr statt – nur noch einer nachmittags und einer abends. Dem Spielmannszug, der in der Gemeinde eine lange Tradition hat, fehlt es an Nachwuchs, öffentlich aufgetreten wird nur noch zum Gildefest und bei der „Lustigkeit“. „Wie es weitergeht, steht in den Sternen“, sagt Petra Riegert. Ob es einen Auftritt des Spielmannszuges unter der Leitung von Tambourmajor Lars Braack beim Weihnachtsdorf in Wanderup geben wird, ist ebenfalls offen. Weihnachtsdorf-Vertreter waren aus Wanderup nach Maasholm gekommen, um zu hören und zu schauen, diesen gegebenenfalls für einen Auftritt zu verpflichten.

Nach dem Schweiß treibenden Umzug durch das Dorf begannen auf dem Gildeplatz die Wettspiele, um die diesjährigen Majestäten zu ermitteln. Da waren verschiedene Disziplinen angesagt. Das alles machte Spaß und trug einmal mehr zum Zusammenhalt in der Gemeinde bei. Und nachdem abends die neuen Könige nach Hause gebracht worden war, war für alle „Danz op de Deel“ angesagt.

Die neuen Majestäten sind bei den mit dem Luftgewehr schießenden Männern (57 Teilnehmer) Werner Plath aus Maasholm, in der gleichen Disziplin bei den elf- bis 16-jährigen Jungen (15 Teilnehmer) Max Wiedenhoff aus Rabel, beim Vogelpicken der Frauen (50 Teilnehmerinnen) Julia Kulessa aus Maasholm, in der gleichen Disziplin bei den elf bis 16-jährigen Mädchen (19 Teilnehmerinnen) Julia Aue aus Tarp, beim Ringstechen der fünf- bis zehnjährigen Jungen (24 Teilnehmer) Matz Lenhart aus Maasholm, beim Ringewerfen der gleichaltrigen Mädchen Urlauberin Pia Zantopp.

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