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36. Heringstage : Spannung pur beim Lok-Trekken

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Neuauflage ist gelungen: Mehr als 300 Zuschauer feuerten am Hafen die zehn Teams an. Die Landjugend Schwansen gewinnt am Ende das Kräftemessen

Die Bedingung für die Neuauflage des Lok-Trekkens können nicht besser sein. Nicht zu heißes, aber sonniges Wetter, dazu 300 bis 400 Zuschauer an der Bahnstrecke am Hafen. Und auf den Gleisen wartet „Zucker-Susi“, eine acht Meter lange Lok der Angelner Dampfeisenbahn.

Zunächst lost die achtjährige Celina Leonie zur Mühlen die Start-Reihenfolge für die 50 Meter lange Strecke aus. Die Kappelner Lions, ein aus Frauen und Männern gemischtes Team, sollen beginnen und stellen sich an den langen Tampen. Es ist wie eine Art Tauziehen – nur mit einer Lok am anderen Ende und die wiegt mal eben 30 Tonnen. Stefan Lenz vom Wirtschaftskreis Pro Kappeln gibt den Startschuss, die Menge tobt. Um die schwere Lok in Fahrt zu bringen, ist viel Kraft nötig. Die ersten Meter, sind die schwersten , und die Lions bekommen schnell eine rote Gesichtsfarbe. Bei 42,85 Sekunden bleibt die Stoppuhr im Ziel stehen. Lions-Präsidentin Marty Clausen ist mit der Zeit zufrieden: „Wir haben alles gegeben. Es war sehr anstrengend, und jetzt gebe ich erst mal eine Runde aus.“ Doch in Siegerstimmung ist sie noch nicht: „Wir müssen noch abwarten, es kommen noch die Schlie-Jungs und die Gerüstbauer.“

Die Bestzeit der Lions hält gerade mal bis zur Startnummer drei, der Landjugend Schwansen, die Marty Clausen offenbar nicht auf dem Zettel hat, wohl aber Mitorganisator und Zeitnehmer Thomas Preuss: „Die Landjugend hat schon zweimal das Loktrekken gewonnen und zählt daher zu den Favoriten.“ Und die Landjugend legt los, als gebe es kein morgen. Man braucht keine Stoppuhr, um zu wissen, dass die Schwansener bislang am schnellsten sind. 37,36 Sekunden werden für die Landjugend gemessen. Nach ihrem Erfolgsgeheimnis befragt, sagt Johannes Hobus: „Zwischen den Gleisen bin ich immer von einer Holzkante des Balkens zur nächsten gegangen.“ Nun hofft der 26-jährige Dörphofer, dass die Zeit für den Sieg reicht. „Das war schließlich ganz schön anstrengend.“

Direkt danach folgt das Team aus dem Fitnessstudio „Fit for Fun“. Die werden nicht unbedingt als Favoriten gehandelt, doch schnell stellt sich heraus – das ist ein Fehler. Wie um seine Fitness unter Beweis zu stellen, zieht das Team kräftig am Seil. Spannung beim Zieleinlauf – die Besucher spüren: Das wird jetzt knapp. Am Ende werden 38,49 Sekunden gemessen: zweiter Platz. Mit der Startnummer fünf geht die Marine ins Rennen und bleibt mit 39,21 Sekunden ebenfalls unter 40 Sekunden.

„Mal sehen, ob die Schlie-Jungs beim Lok-Trekken genau so aktiv sind wie am Bier-Tresen“, kündigt Moderator Stefan Lenz den Stammtisch an. Sportlich haben die Schlie-Jungs allerdings nichts zu bestellen. Sie kommen spät in Fahrt, aber dann gewaltig. „Wir wollten bis nach Süderbrarup“, meint „Schlie-Junge“ Michael Hucke. „Aber der Zugführer hat zu früh gebremst.“

Der Waldorf-Kindergarten tritt mit selbst bemalten bunten Trikots, aber mit zu wenig Teilnehmern an. „Das ist eine Aufgabe für unseren Bürgermeister“, findet Lenz. Da der das nicht mitkriegt, springt kurzerhand Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker auf den Zug auf. Dann will der Bürgermeister doch ran. Da nur ein Teammitglied fehlt, verzichtet die Bürgervorsteherin wieder. Auch mit Traulsen kommt der Waldorf-Kindergarten auf 39,38 Sekunden. Und der Bürgermeister ist glücklich. „Das war wunderbar“, sagt er hinterher. „Ich wollte doch selbst eine Bürgermeistertruppe aufstellen, aber leider habe ich nicht so viele Mitstreiter gefunden.“

Sportliche Missgeschicke bleiben bei den Teams nicht aus. Ein Marinesoldat verliert im Eifer des Gefechts ein Messer. Beim Drittletzten am Tau des Waldorf-Kindergartens löst sich ein Schuh. Barfuß rennt er weiter, den Schuh sammelt derweil sein Hintermann ein. Für Unterhaltung ist also gesorgt, und die Zuschauer sind begeistert. „Ich seh das hier zum ersten Mal, mir gefällt das. Und dass die Frauen das auch schaffen, find’ ich toll“, sagt Rosemarie Knipperer aus dem Südharz. Auch Fred Hinrichsen lobt die Teilnehmer. „Ich zieh vor allen, die da mitmachen den Hut und besonders vor den Damen, ich find’ das einfach klasse“, sagt der Kappelner. Chef-Organisator und Moderator Stefan Lenz ist hinterher ebenfalls mehr als zufrieden. „Es ist super gelaufen“, sagt er. „Wetter, Teams, Publikum – alle haben toll mitgemacht.“ Und dann blickt er schon mal aufs Jahr 2015. „Nächstes Mal“, kündigt Lenz an, „holen wir noch eine Kinder-Mannschaft aus dem Publikum dazu“. Und so ist bei der Neuauflage des Lok-Trekkens am Ende alles wie immer: Alle Teams legen sich mächtig ins Zeug, und am Ende gewinnt mal wieder die Landjugend Schwansen.


 

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erstellt am 31.Mai.2014 | 13:00 Uhr

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