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Fußballmeisterschaft der Werkstätten : Spannendes Turnier mit Happy End

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Fußballer der Kappelner Werkstätten erkämpften sich bei der Deutschen Meisterschaft wie im Vorjahr einen dritten Platz und trafen dabei mitten im Leverkusener Stadion auch auf Rudi Völler.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2013 | 12:30 Uhr

Von der 13. Deutschen Fußballmeisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen kehrte das Team aus Kappeln mit einem Podestplatz zurück: Die Fußballer landeten nach einigen umkämpften Partien auf dem dritten Platz und wiederholten damit ihr Ergebnis aus dem Vorjahr. Im SportCentrum Kamen-Kaiserau fanden die Meisterschaftsspiele statt. 16 Teams traten in vier Gruppen gegeneinander an, gespielt wurde auf Kleinfeldern mit je sieben Spielern. Die Mannschaft der Kappelner Werkstätten reiste als schleswig-holsteinischer Landesmeister an und nahm bereits zum zehnten Mal an den Deutschen Meisterschaften teil.

Geradezu feierlich verlief die Eröffnung: Dr. Klaus Kinkel, Bundesaußenminister a. D., und Trainerlegende Otto Rehhagel sprachen gemeinsam mit Thorsten Bayer, Fußballer der HPZ Werkstätten aus Irchenrieth (Bayern), den Sportlereid. Kinkel, gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes, lobte die Entwicklung des Turniers und seine Bedeutung für die Sportler. „An so einem Turnier teilzunehmen, ist eine Anerkennung für die Leistung aller Sportler“, sagte er.

Schon nach der Gruppenauslosung stand allerdings fest, dass dieses Turnier für die Kappelner kein Spaziergang werden würde. Schon in den ersten beiden Spielen musste die Mannschaft alles geben und kam jeweils über ein 1:1 gegen die Mannschaften der Werkstatt Westfalenfleiß (Nordrhein-Westfalen) und der Peene Werkstatt aus Mecklenburg-Vorpommern nicht hinaus. Im letzten Vorrundenspiel setzte sich Kappeln gegen die Mühlhäuser Werkstätten mit 2:1 durch und wurde Gruppenzweiter.

In der Hauptrunde ging es für die Schleistädter im Spiel gegen das Team der HPZ Werkstätten (Bayern) zunächst darum, unter die ersten Vier zu kommen. Kappeln dominierte zwar über die gesamten 30 Minuten das Spielgeschehen und ging schon in der fünften Minute durch Gohan Maksudov in Führung. Aber erst das Tor zum 2:0 von Martin Sorgenfrei brachte kurz vor Schluss die Erlösung. Im Gefühl des sicheren vierten Platzes ging es nun im Halbfinale gegen den Turnierfavorit en aus Berlin, der bis zu diesem Zeitpunkt ohne Punktverlust und Gegentor geblieben war. Der Plan des Trainerteams um Sebastian Grätsch, gegen die spielstärkste Mannschaften erst einmal sicher zu stehen, wurde schnell über den Haufen geworfen. Bereits nach einer Minute führte der Favorit nach einem Abwehrfehler mit 1:0. Das Team aus Kappeln konnte die erste Halbzeit aber noch ausgeglichen gestalten und ging mit dem knappen Rückstand in die Pause. Kurz nach Wiederanpfiff wurde die letzte Hoffnung im Keim erstickt. Dank zweier kapitaler Abwehrfehler der Kappelner bauten die Berliner ihre Führung auf 3:0 aus. Danach hatten die Berliner dann leichtes Spiel und gewannen letztlich verdient mit 5:0. „Es ist ärgerlich, dass wir in diesem Spiel nicht unsere Leistung abliefern konnten. Berlin hat zwar verdient gewonnen, aber so leicht wollten wir es ihnen eigentlich nicht machen“, lautete das Fazit von Co-Trainer Jan Müller. Kleiner Trost am Rande: Die Berliner gewannen später auch das Finale mit 3:1 gegen ZOAR Werkstätten Kaiserslautern.

Nach dieser Enttäuschung wollte die Mannschaft der Kappelner Werkstätten im Spiel um Platz 3 noch einmal alles geben, um die Heimreise mit einem positiven Erlebnis anzutreten. Das Spiel gegen die Elbewerkstatt aus Hamburg hatten die Kappelner von Beginn an im Griff und gingen in der dritten Minute mit 1:0 in Führung. Christian Stäbe erzielte durch eine direkt verwandelte Ecke in der 13. Minute das 2:0. In der ersten Hälfte erspielte sich Kappeln viele hochkarätige Chancen, allein die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. So kam es, wie es kommen musste: Nach einem unnötig verlorenen Zweikampf konnten die Hamburger mit dem Halbzeitpfiff den Anschlusstreffer erzielen. Nun machte sich Verunsicherung in den Kappelner Reihen breit. Es folgten vergebene Torchancen und mehrere Abspielfehler. Das führte dann zum Ausgleich, der die Kappelner jedoch wachrüttelte. In den letzten fünf Minuten gaben sie noch einmal alles, so dass Daniel Binder mit zwei Toren doch noch für den verdienten 4:2 Endstand und Platz 3 sorgte.

Neben dem sportlichen Geschehen durfte das Team auch das Stadion des Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen besichtigen und traf dabei Sportdirektor Rudi Völler sowie die Spieler Simon Rolfes, Emre Can und Eren Derdiyok. Die Kappelner konnten einen Blick in die Gästekabine und in den Pressesaal werfen. Und natürlich ging es auch hinunter zum Platz, mit der Möglichkeit, einmal auf der Trainerbank sitzen.

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