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Arbeitslosigkeit : Später Aufschwung am Arbeitsmarkt geht an Kappeln vorbei

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Oktober-Zahlen: Gut gegenüber dem Vorjahr, schlecht im Vergleich zum September

Die Arbeitslosigkeit im nördlichsten Agenturbezirk Deutschlands geht auch noch im Oktober zurück. So ist die Zahl der Erwerbslosen innerhalb eines Monats um 2,6 Prozent auf 15.512 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank in diesem Zeitraum von 6,6 auf 6,4 Prozent. Im Kreis Schleswig-Flensburg verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen um 154 auf 6400 Personen. Das entspricht einem Rückgang um 2,3 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr fallen die Zahlen sogar noch viel deutlicher aus. So ging die Arbeitslosigkeit im gesamten Agenturbezirk um 7,3 Prozent und allein im Kreis um 8,3 Prozent zurück. Dies vermeldete gestern die Agentur für Arbeit Flensburg, die neben der kreisfreien Stadt Flensburg auch die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg betreut.

„Die Betriebe haben im Oktober erneut verstärkt Personal eingestellt“, erläuterte der Flensburger Agenturleiter Hans-Martin Rump die Entwicklung. So reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren innerhalb eines Monats um fast elf Prozent, gegenüber dem Vorjahr war dies ein Rückgang von acht Prozent. Die hohe Nachfrage der Unternehmen nach Personal eröffnet auch den Gruppen neue Chancen, die am Arbeitsmarkt eher benachteiligt sind wie Langzeitarbeitslose oder ältere Arbeitslose. Diese können von dem Aufschwung nun ebenfalls profitieren, wie die jüngsten Zahlen belegen. So verringerte sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen binnen eines Monats um 2,3 Prozent und innerhalb eines Jahres um 7,4 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei den älteren Arbeitslosen. Nur die Gruppe der Ausländer verzeichnete mit einem Zuwachs von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 2,2 Prozent gegenüber dem September deutliche Zuwächse.

Wer arbeitslos ist und seine Chancen auf einen neuen Job verbessern will, dem rät der Flensburger Agenturleiter den Weg einer beruflichen Aus- und Weiterbildung einzuschlagen. „Die zurzeit noch laufende Fachkräfte-Woche nutzen unsere Mitarbeiter erneut verstärkt, um Arbeitnehmer und Arbeitgeber für das Thema Weiterbildung stärker zu sensibilisieren“, sagte Rump. Wie sehr sich die Arbeitsmarktsituation verbessert hat, zeigt sich nicht allein an einer niedrigeren Arbeitslosenquote, sondern auch daran, dass die Zahl der Arbeitsplätze im Agenturbezirk von März 2014 bis zum März 2015 um drei Prozent auf 145.534 zugenommen hat.

Allerdings offenbaren die Oktober-Zahlen auch, dass die Entwicklung im Agenturbezirk keineswegs einheitlich ist. Die Kappelner Geschäftsstelle ist zu stark vom Tourismus abhängig, als dass sie jetzt zum Saisonende noch Schritt mit den meisten Filialen halten könnte. Doch hat sich die Entwicklung innerhalb eines Jahres deutlich verbessert. Dies führt zu der kuriosen Situation, dass die Kappelner Region mit einem Rückgang von 10,1 Prozent am besten im Vorjahresvergleich abschnitt, gleichzeitig aber dort – abweichend vom Agenturdurchschnitt – die Zahl der Arbeitslosen von September auf Oktober wieder angezogen hat. Von diesem Anstieg um ein Prozent auf jetzt 1070 Personen sind im Übrigen nahezu alle Gruppen betroffen. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 7,6 Prozent (Vormonat: 7,5 Prozent). Das hat zur Folge, dass die Geschäftsstelle Kappeln bei der Arbeitslosenquote wieder die rote Laterne im Agenturbezirk hat. Denn anders als Kappeln konnte das einstige Schlusslicht, die Flensburger Filiale, von diesem späten Herbstaufschwung profitieren und damit seine Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent auf 7,3 Prozent senken. Das reichte locker für ein erfolgreiches Überholmanöver.

 

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erstellt am 30.Okt.2015 | 07:45 Uhr

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