Kappeln : Sorgen um Tourismus nach Landarzt-Aus

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25 Jahre gehörte der Landarzt zu Kappeln wie die Schlei. Bundesweit dürfte Kappelns Bekanntheit deutlich zugenommen haben. Was bedeutet das Aus für die Stadt und den Tourismus?

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07. Oktober 2012, 03:43 Uhr

Kappeln | "Wenn die Serie auf Sendung ging, dann stieg automatisch auch die Buchungsanfrage", sagt Jürgen van Schöll von der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK). Die Bilder hätten bei den Gästen Impressionen bewirkt, die nun fehlen würden. Der WTK-Geschäftsführer sieht daher das Aus für die beliebte Fernsehserie als unglücklich für Kappeln an. "Wir hatten schon einen kleinen Landarzt-Tourismus", so van Schöll.
Corinna Graunke, Vorstandsmitglied beim Wirtschaftskreis pro Kappeln (WPK) befürchtet, dass mit dem Produktionsende des Landarztes auch der Tourismus Schaden nimmt. Der Wirtschaftskreis pro Kappeln diene unter anderem der Imagesteigerung der Region Kappeln als Wirtschaftsstandort und Einkaufsstadt. Dabei sei der Tourismus in der Wirtschaft und für die Kappelner Geschäfte das wichtigste Standbein. "Der Großteil unserer Umsätze in der Innenstadt findet in der Saison statt - wenn Touristen wegbrechen, bricht auch Umsatz weg", meint das WPK-Vorstandsmitglied. Und weiter sagt Graunke: "Der Landarzt gehört zu Kappeln wie die Brücke und Aal Föh."
"Wir dürfen dankbar sein, dass der Landarzt so lange hier gedreht wurde"
Ulrike Fehlberg, stellvertretende Vorsitzende des Touristikvereins, bedauert das Ende der TV-Serie. "Schade, wirklich schade vor allem für die Gäste, die die Sendung gerne gesehen haben." Der "Landarzt" habe die Gegend im Fernsehen bekannt gemacht. "Bei Anforderungen des Urlaubskatalogs wurde häufig der Landarzt erwähnt", so die stellvertretende Vorsitzende des Touristikvereins. Überhaupt Westerholzmühle, Landartztpraxis und all die Drehorte zählten zu den beliebten Ausflugszielen. Fehlberg hat den Landarzt immer gern geschaut. Über Walther Plathe, Landarztdarsteller Nummer zwei weiß sie auch zwei kleine Geschichten zu erzählen. Einmal war Fehlberg mit ihrem Mann bei der Stadtpassage, als Walther Plathe ihr über den Weg lief. "Da sagte ich zu meinem Mann: ’Sag mal war er das nicht?’ Da dreht Plathe sich um, und sagte: ’Ja das war er.’"
Ein anderes Mal ging Fehlberg mit ihrem Mann bei Lindaunis spazieren, als sie Plathe bei Dreharbeiten sah. "Ausgerechnet jetzt habe ich meinen Fotoapparat im Wagen", entfuhr es Fehlberg. Darauf sagte Plathe nur sie solle zu ihrem Wagen gehen und den Fotoapparat holen. "Und er hat wirklich gewartet und Aufnahmen von sich machen lassen." Die Maasholmerin glaubt, dass Plathe bei den älteren Zuschauern besser ankam. "Zuletzt war die Serie nicht mehr so der Straßenfeger wie früher. Dennoch ziehe eine solche Sendung Leute an. Im Gastgeberverzeichnis des Vereins war daher auch immer eine Landarztseite vertreten. "Als ich heute morgen hörte, dass der Landarzt eingestellt wird, war meine erste Reaktion: Nun müssen wir für die nächste Ausgabe die Landarztseite rausnehmen.
WTK-Geschäftsführer Jürgen van Schöll glaubt jedoch, dass der Region ein gewisser Landarzt-Effekt erhalten bleibt. "Zur Schwarzwaldklinik ins Glottertal fahren die Leute auch noch 20 Jahre nach Drehende. Wir dürfen dankbar sein, dass der Landarzt so lange hier gedreht wurde."

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