Seniorenunion Süderbrarup : Sorge um die Brücke in Lindaunis

Amtsvorsteher Thomas Detlefsen (r.) erhielt von Nikolaus Bäumer eine Wasserwaage – eine Ernnerung daran, immer ausgewogen zu handeln.
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Amtsvorsteher Thomas Detlefsen (r.) erhielt von Nikolaus Bäumer eine Wasserwaage – eine Ernnerung daran, immer ausgewogen zu handeln.

Beim Neujahrsempfang der Seniorenunion wurde die Sorge laut, dass 2016 nicht mehr als der symbolische Spatenstich anstehen könnte.

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21. Januar 2015, 12:30 Uhr

Der Neujahrsempfang der Seniorenunion Süderbrarup ist eine Veranstaltung, in der die Rolle des Amtes und des Ortes Süderbrarup auf allen Ebenen dargestellt wird – und die Gastredner müssen sich den Fragen der kritisch-politisch orientierten Oldies stellen.

Vorsitzender Nikolaus Bäumer zog in seiner Begrüßung eine Bilanz des vergangenen Jahres und passte Süderbrarup in das Weltgeschehen ein. „Die Pressefreiheit ist ein besonders hohes Gut, das es zu schützen gilt“, rief er seinen Mitgliedern angesichts der Geschehnisse in Paris zu. Sein persönlicher Wunsch ist die Reduzierung der Wahlmüdigkeit. Er rief aus diesem Grund zur Ideenfindung zum Thema auf.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Johannes Callsen berichtete aus Sicht der Opposition aus Kiel und bemängelte, dass aus dem Straßensonderprogramm nur vier Landesstraßen im Kreisgebiet Schleswig-Flensburg berücksichtigt würden. Bei dem Dauerbrenner der Brücke Lindaunis habe er festgestellt, dass wesentliche Geldbeträge dafür erst im Haushalt 2018 eingeplant seien. „Ich habe die Befürchtung, dass der für 2016 angekündigte Baubeginn nur aus einem ersten Spatenstich bestehen wird“, vermutet er. Er werde aber weiter am Ball bleiben.

Die Bedeutung dieser Verkehrsverbindung wurde auch von Christian Hansen, dem Vorsitzenden des Wirtschaftsvereins Süderbrarup, unterstrichen. Neben einer Verbindung der Wirtschaftsräume zu beiden Seiten der Schlei sieht er den Vorteil darin, junge Menschen als Arbeitskräfte nach Süderbrarup zu holen, die auch außerhalb des Amtes wohnen. „Süderbrarup hat alles, was es braucht – aber wie lange noch?“, spielte er auf die Nachfolgesituation an, die bei den überwiegend inhabergeführten Geschäften in vielen Fällen noch nicht geklärt sei. Auf Rückfrage sprach er die leer stehenden Geschäftsräume im Ort an. „Die Geschäfte sind zu klein, und die Mieten sind zu hoch“, war sein Urteil. Der Wirtschaftsverein habe jetzt begonnen, mit den Ladenbesitzern über Schaufensterdekorationen zu sprechen, um den Eindruck innerhalb des Ortes positiver zu gestalten.

Auch Amtsvorsteher Thomas Detlefsen nannte die Brücke Lindaunis als wesentlichen Faktor für den Tourismus, die Bevölkerung und die 1194 Gewerbebetriebe des Amtes. Er begründete noch einmal den Bau einer zentralen Grundschule in Süderbrarup. „Diese Lösung, die neun Monate lang beraten wurde, hat das Wohl der Menschen als oberstes Kriterium“, fasste Detlefsen zusammen. Als Motivationsgeschenk erhielt er von der Seniorenunion eine Wasserwaage mit den Namen aller Amtsgemeinden. Dazu erklärte Nikolaus Bäumer: „Das soll dich immer daran erinnern, ausgewogen zu handeln.“ Denn Detlefsen habe in seinen Ämtern als Amtsvorsteher, Bürgermeister von Boren, Kreistagsabgeordneter und Touristik-Chef hin und wieder auch mit Interessenskonflikten zu leben. Kreistagsmitglied Mario de Vries begründete, warum es immer noch keinen Kreishaushalt gibt und betonte: „Ich werde keinem Haushalt zustimmen, der die Gemeinden stärker belastet.“ Süderbrarups Bürgermeister Friedrich Bennetreu gab mit 4084 einen neuen Einwohnerrekord für den Ort bekannt. Er kündigte weitere Straßensanierungen an – beginnend mit der Königstraße. Außerdem würden neue Bauplätze im Pleistruper Park und im Bereich der Süderwiese bereitgestellt. Als weitere Aufgaben der Gemeinde führte er die Sanierung des Sportplatzes und seiner Infrastruktur sowie die Aufrüstung der Feuerwehr an.

Auch Pastor Dr. Frank Schnoor brachte anfangs wenig versöhnliche Fakten. „Die Kirchensteuern werden mehr, aber sie kommen nicht unten an“, bemängelte er die neue Umverteilung der Einnahmen, welche die kleinen Gemeinden benachteilige. Im Zuge der momentanen ideologischen Diskussionen schlug er vor, mehr auf die Gedankenwelt anderer einzugehen und zu versuchen, sie zu begreifen. „Unsere Wirklichkeit ist immer etwas größer und komplexer, als wir sie selbst sehen“, schloss er.

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