Tierschutz in Weidefeld : Sommerfest sorgte für Verkehrschaos

Sie freuten sich über den guten Zuspruch: Christel Grube (li.), Ehrenvorsitzende  des Tierschutzvereins, und Vorsitzende Regina Koch.
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Sie freuten sich über den guten Zuspruch: Christel Grube (li.), Ehrenvorsitzende des Tierschutzvereins, und Vorsitzende Regina Koch.

Die Zufahrtsstraße zum Weidefelder Tierheim und Tierschutzzentrum war gestern durch Hunderte Autos blockiert.

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28. Juli 2014, 07:30 Uhr

Es ist beeindruckend: Immer, wenn der Tierschutzverein Angeln-Schwansen und der Deutsche Tierschutzbund zu ihrem gemeinsamen Sommerfest rufen, ist bestes Wetter an der Tagesordnung. Damit verbunden sind regelmäßig üppige Besucherströme. Und so konnte sich sowohl das Tierheim als auch das Tier-, Natur- und Jugendzentrum gestern über ein volles Haus freuen. Allerdings: Unübersehbar war erneut das Parkproblem, das zu einem mittleren Verkehrschaos auf der ohnehin schmalen Zufahrtsstraße führte.

Der Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, begrüßte zur Eröffnung zahlreiche Gäste, darunter sehr viele Urlauber. Unter den insgesamt sicher knapp 1000 Gästen waren auch Kreispräsident und amtierender Heringskönig Ulrich Brüggemeier Kappelns stellvertretender Bürgervorsteher Christian Andresen sowie weitere Vorstandsmitglieder des Deutschen, des Schleswig-Holsteinischen und des Hamburger Tierschutzbundes. Wie Apel betonte, soll die Veranstaltung dazu dienen, dass sich Menschen von Tieren überraschen lassen. Besonders Touristen möchte man damit ansprechen. Erfreut zeigte er sich über die „schöne Anlage“ die in rund elf Jahren entstanden ist. Heute ist das Tierschutzzentrum ein Heim für beschlagnahmte oder in Not geratene Tiere, oder solche, die in anderen Heimen nicht gehalten werden können. Auch zahlreiche verletzte und verwaiste Wildtiere werden aufgenommen. Im Lissi-Lüdemann-Haus werden darüber hinaus verhaltensauffällige Hunde therapiert, um sie später an erfahrene Halter zu vermitteln.

„Aber“, fuhr Apel fort, „der Tierschutz hat ein Problem damit, dass die Tierheime immer häufiger mit der Aufnahme exotischer Tiere befasst sind“. Grund seien überforderte Tierhalter, die ihre nicht mehr erwünschten Reptilien einfach aussetzen oder im Tierheim abgeben. „Das bringt die Heime an ihre Grenzen“, sagte Apel. Es fehlen Räume, finanzielle Mittel und das Fachwissen, um die Tiere artgerecht zu versorgen. Darum will der Tierschutzbund in Weidefeld jetzt ein Reptilienhaus für Echsen, Schildkröten und andere Exoten bauen. „Dies ist dringend erforderlich“, erklärte der Ehrenpräsident und solle daher schnellstmöglich umgesetzt werden. Insgesamt betreut der Tierschutzbund heute in Weidefeld 160 Tiere. Dafür stehen ein Affen- und Papageienhaus sowie das Haus für erkrankte Hunde zur Verfügung. Es werden aber auch Großtiere wie Schafe und Pferde auf offener Fläche betreut.

Kreispräsident Ulrich Brüggemeier nutzte die Gelegenheit, allen Tierfreunden, die sich für den Tierschutz einsetzen, „für ihre mühevolle und aufopferungsvolle Sorge sehr herzlich zu danken“. Obwohl heute fast in jedem zweiten Haushalt ein Tier zu finden sei, seien Tierschutzprobleme keine Seltenheit. Darum freue er sich ganz besonders, dass es das Weidefelder Tier-, Natur- und Jugendzentrum gibt. „Denn Tiere brauchen Menschen, die sich für ihre Belange einsetzen“, sagte Brüggemeier. Andererseits seien Tiere den Menschen treue Wegbegleiter. Oft seien sie bei Krankheiten ein „rettender Anker, der die Alltagssorgen ein Stück vergessen lässt“.

Anschließend konnten die Besucher die angebotenen Programmpunkte nutzen. Und sowohl der Tierschutzverein als auch der Deutsche Tierschutzbund hatte Aktionen vorbereitet. Der Tierschutzbund stellte, im Sinne eines Tags der offenen Tür, das Tierschutzzentrum Weidefeld vor. Auf einer Wiese durften Interessierte gegen eine Spende auf Pferden des Ponyhofes Brodersby reiten. Der Tierschutzverein Itzehoe bot für Kinder ein Tigerennen an, und im Seminarraum zeigte das Tierschutzzentrum eine Ausstellung zum Thema Echsen, in der auch der Wildtierhandel angeprangert wurde. Für musikalische Unterhaltung sorgte der Shantychor Kieler Förde.

Der Tierschutzverein veranstaltete sein Sommerfest erstmalig unter Leitung von Regina Koch. Sie hat im April die Nachfolge der jetzigen Ehrenvorsitzenden Christel Grube übernommen. Auch dort war fast der gesamte Vorstand im Einsatz. Die Besucher konnten sich das fein herausgeputzte Tierheim anschauen. An Ständen im Freien wurden Stofftiere versteigert und Gesundheitsschmuckstücke verkauft. Selbst auf eine Torwand konnten die Besucher schießen und kleine Preise gewinnen. Zudem war eine Tombola war aufgebaut. Als Gast mit dabei war die Rettungshundestaffel Südschleswig. Unter der Leitung von Holger Bolte zeigte sie in zwei Vorführungen den Einsatz von Rettungshunden. Auf die Hungrigen warteten Pfoten-Café Kaffee und Kuchen sowie Salate und Gegrilltes. Das Tierschutzzentrum hatte den Seminarraum zum Café umfunktioniert und versorgte die Besucher ebenfalls mit Kuchen, Torten und Kaffee.

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