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Ortsschilder : So will die Region ihre Gäste begrüßen

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Mit neuen touristischen Ortseingangsschildern möchte die Schleiregion in einheitlichem Auftreten ihre Gäste empfangen.

Kurz vor den Heringstagen werden die touristischen Ortseingangsschilder regelmäßig blank geputzt. Ansonsten allerdings fristen die vier übereinander montierten Schilder an der B 199, die neben Kappeln auch die Namen der drei Partnerstädte tragen, ein eher unscheinbares Dasein – bis zur nächsten Reinigungskur. Für die Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK) und die Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS) war das ein ausreichender Grund, die Schilder auf den Prüfstand zu stellen und einen Entwurf für neue Exemplare zu erarbeiten – die bei den Mitgliedern des Auschusses für Wirtschaft und Touristik auf durchweg positives Echo stießen.

Vorgesehen sind vier zirka drei Meter breite Schilder, die an den Ortseingängen aus Richtung Eckernförde, Schleswig und Flensburg sowie am Kreisel des Gewerbegebietes Sandbek aufgestellt werden sollen. Neben einem Willkommensgruß im Kopf zeichnen sich die wetterbeständigen Tafeln durch die Möglichkeit aus, das mittlere Bildelement austauschen zu können. Auf diese Weise kann gezielt auf Veranstaltungen wie etwa Heringstage oder verkaufsoffene Innenstadt hingewiesen werden. Der Clou: Abgesehen von Kappeln wollen sich auch Schleswig, Süderbrarup, Gelting und Damp an dem Projekt beteiligen und einheitliche Schilder erstellen. So soll sich auch das Umland in einem homogenen Bild präsentieren. Zusätzlich könnten umfassendere Regionalschilder Gäste in der Schleiregion begrüßen.

Herstellung, Lieferung, Montage, Einbau und Wechselschilder bezifferte die Verwaltung auf knapp 13.200 Euro. Planung und Koordination des Projekts soll allerdings mit Mitteln der Aktivregion Schlei-Ostsee sowie der jährlich von den Kommunen zur Verfügung gestellten Kofinanzierung gestemmt werden. Insgesamt sind Fördermittel der Aktivregion von 55 Prozent der Nettokosten, etwas mehr als 6000 Euro, in Aussicht gestellt worden.

Volker Ramge (CDU) lobte als erster die neue Idee. „Mir gefällt der Aspekt, dass wir uns gemeinsam als Region darstellen, besonders gut“, sagte er. Eben das betonte Max Triphaus, Geschäftsführer der OFS. „Es geht dabei auch um Besucherlenkung“, sagte Triphaus, „und darum, die Region als Ganzes zu vermarkten“. Anklang fand das Projekt auch bei Axel Langkowski (CDU). „Ich bin überzeugt davon und glaube, dass es dem Tourismus gut tut“, sagte der Ausschussvorsitzende. Pflege und eventueller Tausch der Bildelemente liegen dann in den Händen der WTK, die sich für die Gestaltung des äußeren Rahmens Unterstützung der Politik wünschte – konkret etwa bei der Frage, ob Faaborg weiterhin als Partnerstadt Kappelns aufgeführt werden soll, obwohl sie vor einigen Jahren in der Faaborg-Midtfyn-Kommune aufgegangen ist. Ungeachtet dessen enpfahl der Ausschuss, die touristischen Orteingangsschilder nach diesem Vorbild und vorbehaltlich der Zusage von Fördermitteln zu der genannten Summe zu erneuern.

Zuvor hatte das Gremium ausführliche Tätigkeitsberichte sowohl der WTK als auch der OFS gehört. Jürgen van Schöll, Geschäftsführer der WTK, beschrieb sein Tätigkeitsfeld im Stadtmarketing, zu dem er auch die Wirtschaftsförderung zählte. Und im Hinblick auf ein mögliches interkommunales Gewerbegebiet ließ der Ein-Mann-Betrieb die Politik bereits jetzt deutlich wissen: „Weil damit sicherlich eine intensivere Betreuung und Akquise einhergeht, müsste die WTK personell und finanziell gestärkt werden.“ Derzeit sei die Stadt der einzige Zuschussbringer der WTK. Dieser Umstand veranlasste Stadtvertreter Matthias Mau (CDU) zu folgender Aufforderung: „Ich appelliere an die Wirtschaft, sich mehr zu beteiligen.“ Als Aufgabengebiete der GmbH definierte van Schöll außerdem das City-Management (die Vermarktung Kappelns als Einkaufsstadt), die Sondernutzung etwa bei Markttagen und Veranstaltungen, die nach seiner Schätzung allein 30 Prozent seiner gesamten Tätigkeit ausmachen. Daneben fungiere die WTK als Dienstleister und Unterstützer bei Aktionen anderer Verbände.

Max Triphaus ging in seinen Ausführungen auf die in diesem Jahr ausgerufene „Langsamzeit“-Kampagne ein und präsentierte zwei Kurzfilme, die grob unter dem Motto „Segelerlebnis auf der Schlei“ beziehungsweise „Naturerlebnis auf der Geltinger Birk“ standen. Zwar sei mit dem Umstand, dass die Wirtschaftsförderung Rendsburg-Eckernförde die Tourismusförderung einstellen wolle, ein finanzieller Förderer der Filme weggebrochen. „Aber wir wollen trotzdem noch drei weitere Filme machen, weil wir davon so überzeugt sind“, sagte Triphaus. Den diesjährigen Saisonverlauf in Kappeln nannte er „sehr gut“ und präsentierte sowohl ein Plus bei den Übernachtungen (3,6 Prozent von Januar bis Oktober) als auch bei den Besuchern in der Tourist-Info (13,7 Prozent). Daneben werde die Zusammenarbeit mit dem Kappelner Touristikverein immer besser. „Wir gehen auch die großen Themen wie Gastgeberverzeichnis und Buchungssystem an“, sagte Triphaus. „Ob wir es am Ende schaffen, weiß ich nicht, aber wir reden darüber.“ Für die Zukunft kündigte er an, die OFS-Homepage überarbeiten zu wollen und die Mitsegler-Börse weiter zu forcieren. Im Anschluss war es wiederum Matthias Mau, der mit Blick auf die langsame Annäherung zwischen OFS und Touristikverein und das selbst verordnete Stillhalten der Politik zu diesem Thema resümierte: „Es hat sich bewährt, dass wir uns als Politiker einfach mal ein bisschen zurückgenommen haben.“

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erstellt am 26.Nov.2014 | 07:30 Uhr

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