Ostseeresort Olpenitz : So sind die Perspektiven im Feriendorf

Vor rund 30 Zuhörern sprach Jan Sönnichsen (stehend) über das Ostseeresort Olpenitz und darüber, welche Möglichkeiten sich Gewerbetreibenden dort bieten.
Vor rund 30 Zuhörern sprach Jan Sönnichsen (stehend) über das Ostseeresort Olpenitz und darüber, welche Möglichkeiten sich Gewerbetreibenden dort bieten.

Lokale Unternehmen informieren sich über wirtschaftliche Entwicklungschancen im wachsenden Ostseeresort.

shz.de von
01. März 2017, 07:00 Uhr

Das Ostseeresort Olpenitz wächst – mal mehr, mal weniger geräuschlos – vor sich hin. Die Zahl der Ferienhäuser nimmt mit auffälliger Geschwindigkeit zu, das Spektrum an potenziellen Zielgruppen erweitert sich mindestens ebenso regelmäßig. Nach dem, was das Feriendorf in noch nicht allzu ferner Vergangenheit erleben musste, ist das, was dort passiert und die Art und Weise, auf die es geschieht, durchaus bemerkenswert. Auf Einladung der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH und der Stadt nutzte nun Jan Sönnichsen von der Destination LAB GmbH und als touristischer Projektentwickler im Auftrag der Helma Ferienimmobilien GmbH unterwegs die Gelegenheit, Gewerbetreibenden ihre Möglichkeiten im wachsenden Resort aufzuzeigen – oder, wie es Bürgermeister Heiko Traulsen bei der Begrüßung formulierte: „Welche Perspektiven bietet Ihnen das Ostseeresort und wie gelingt es, dort Fuß zu fassen?“

Jan Sönnichsen hatte rund 30 interessierte Zuhörer im Sitzungssaal des Rathauses vor sich, denen er zunächst erläuterte, dass „nun der Punkt langsam erreicht ist, sich als Gewerbetreibender in Olpenitz zu engagieren“. Er machte das an der „guten Entwicklung“ der Ferienhäuser fest, die mittlerweile für „genug Masse“ an potenziellen Kunden sorgen würden. Anhand einer Übersicht über das Gebiet verdeutlichte er zudem die angestrebten Fertigstellungstermine der einzelnen Bauabschnitte, prognostizierte ein abgeschlossenes Projekt für das Jahr 2022 und kündigte eine Anbindung des Resorts an das ÖPNV-Netz ab kommendem Sommer an. „Außerdem“, so Sönnichsen weiter, „arbeiten wir daran, die infrastrukturelle Voraussetzung für eine Wasseranbindung zu schaffen“.

Gewerbeflächen finden sich nun überwiegend entlang der geplanten Promenade im Süden des Feriendorfes. Dort soll, laut Sönnichsen, „alles das stattfinden, was der Gast mit Hafen verbindet“. Zur Verfügung stehen dafür insgesamt 1400 Quadratmeter verteilt auf drei Gebäude und dort jeweils im Erdgeschoss. „Die Art der Nutzung versuchen wir, möglichst gut zu steuern, damit es attraktiv und abwechslungsreich bleibt“, sagte er. Grundsätzlich denkbar seien aber touristisch oder maritim geprägte Shops, Gastronomie, außerdem Büroflächen. „Eigentlich ist zwischen 50 und 400 Quadratmetern alles möglich“, fasste Sönnichsen zusammen.

Mit Andreas Brick hat sich bereits ein Kappelner Unternehmer im Ostseeresort niedergelassen, Brick plant dort einen weiteren e-Center-Standort. Und Jan Sönnichsen betonte zwar, dass man auch „große Partner von außen“ benötige, aber: „Am Ende sind es die lokalen Akteure, die die Entwicklung mittragen. Das ist auch für die Nachhaltigkeit des Projekts entscheidend.“ Deshalb sollten Kappelner Gewerbetreibende auch durchaus den Anspruch haben, „ein Stückchen des touristischen Wachstums abzubekommen“.

Auf Nachfrage erläuterte Sönnichsen, dass die Helma Ferienimmobilien GmbH die angebotenen Flächen baue und anschließend verkaufen wolle – zu einem geschätzten Quadratmeterpreis von 3500 bis 4000 Euro. „Wer mit seinem Gewerbe dort aktiv werden will, muss kaufen“, sagte der Projektentwickler. „Helma wird die Flächen nicht zur Vermietung anbieten.“ Die Vergabe erfolgt demnach als sogenannter erweiterter Rohbau, den Innenausbau übernimmt der Käufer. Gleichwohl ist Sönnichsen bereit, sowohl Kauf- als auch Mietinteressenten zu sammeln. Immerhin bestehe die Möglichkeit, dass ein Käufer das Erdgeschoss eines Gebäudes anschließend in die Vermietung gebe. Ebenfalls auf Nachfrage sprach Sönnichsen von geplanten Freizeiteinrichtungen im Resort, zuvor hatte er bereits klargestellt, dass man das Feriendorf als Tagesziel für Urlauber etablieren wolle. Möglich werden soll das unter anderem mit Hilfe einer Fläche für Indoorangebote. „Spielhalle? Wasserangebot? Was genau dort perspektivisch entstehen wird, wissen wir noch nicht“, sagte er.

Und als Gastronom Norbert Stark zum Schluss die Vermutung äußerte, dass die Stadt „überrollt“ werden würde von Menschen, hob Bürgermeister Heiko Traulsen hervor, dass man in eben diesem Bewusstsein bereits „an ganz vielen Fronten gleichzeitig“ kämpfe. Damit nahm er unter anderem Bezug auf die langfristig angelegte Qualitätsoffensive der Arbeitsgruppe Tourismus des Wirtschaftskreises Pro Kappeln. Jan Sönnichsen hinterließ derweil einen Satz Visitenkarten für diejenigen, die das Ostseeresort Olpenitz als unmittelbare Gelegenheit für sich und ihr Unternehmen begreifen und seine Entwicklung tatsächlich ein Stück weit mit gestalten wollen.

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