Nato testet Luftwaffe : Simulierte Krise in Jagel

Letzte Checks an einem Tornado vor dem Start: Bei der Übung muss alles schnell und sicher klappen.  Foto:  Stefan Petersen
Letzte Checks an einem Tornado vor dem Start: Bei der Übung muss alles schnell und sicher klappen. Foto: Stefan Petersen

Wie gut werden einzelne Aufträge ausgeführt? Werden alle Fähigkeiten beherrscht? Im Februar 2013 findet am Standort Jagel eine Großübung mit 1600 Soldaten statt.

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12. August 2012, 03:19 Uhr

Jagel | Große Ereignisse werfen ihre Schatten am Standort Jagel voraus: Soldaten und Flugzeuge aus vier Luftwaffen-Verbänden treten Ende Februar 2013 unter der Führung des auf dem Fliegerhorst bei Schleswig beheimateten Aufklärungsgeschwaders 51 (AG 51) "Immelmann" zur Überprüfung durch die Nato an. "1600 Frauen und Männer werden dafür zu uns verlegt", sagt Hans-Jürgen Knittlmeier, Kommodore des AG 51. "Und die werden abends sicher nicht nur in der Kaserne sitzen", stellt der Oberst lachend für die lokale Gastronomie in Aussicht.
Tagsüber jedenfalls wird Hochbetrieb herrschen - auf dem Flugplatz und im Luftraum über Norddeutschland. Das Drehbuch für die "ForceEval" genannte Großübung sieht vor, dass 19 Jets - Tornados aus Jagel, aus dem rheinland-pfälzischen Büchel (Jagdbombergeschwader 33) und dem bayerischen Lechfeld (Jagdbombergeschwader 32) sowie Eurofighter aus Neuburg an der Donau (Jagdgeschwader 74) - von der Nato simuliert in ein Krisengebiet geschickt werden und dort verschiedenste Einsätze absolvieren müssen. Ergänzt wird der fliegende Anteil durch Personal am Boden, das für den technischen Klarstand der Jets, die Einsatzführung und die Abwehr von Angriffen durch gegnerische Truppen sorgt.
Weniger gute Nachrichten gibt es vom Eurohawk
"Die Prüfer der Nato bewerten, wie gut die einzelnen Aufträge durchgeführt und ob alle verlangten Fähigkeiten beherrscht werden", erläutert Knittlmeier. "Werden alle Vorgaben erfüllt, sind die teilnehmenden Verbände drei Jahre lang für die Nato zertifiziert und stehen ohne weitere Überprüfung für Einsätze zur Verfügung."
Weniger gute Nachrichten gibt es vom Eurohawk, der eigentlich längst in Jagel sein sollte: "Wir sind fertig vorbereitet und könnten sofort den Flugbetrieb aufnehmen", so Knittlmeier. Bürokratische Probleme halten das unbemannte Luftfahrzeug mit knapp 40 Meter Spannweite, das weltweit zur Aufklärung von Signalen und Sendungen eingesetzt werden kann, aber im bayerischen Testflugzentrum Manching am Boden fest: Die Zulassung für den deutschen Luftraum ist noch nicht erteilt. Daher hat die Truppe auch noch keinen Zugriff auf das Flugzeug. "Der Eurohawk wird aber auf jeden Fall im Dezember an die Luftwaffe übergeben - und ich hoffe, dass er im Frühjahr 2013 endlich hier ist."
Schon Ende 2012 beginnt die Übernahme von Tornados aus Lechfeld, mit denen die "Immelmänner" künftig die Bekämpfung gegnerischer Luftabwehr als zusätzliche Aufgabe erhalten. Und deshalb gibt es auch einen neuen Namen: Am 1. Oktober 2013 wird das Aufklärungs- zum Taktischen Luftwaffengeschwader 51.

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