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Thumby : Siesebyer Kirche hat ihr neues Dach

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zu Weihnachten soll auch die Turmuhr wieder schlagen.

Der Dachstuhl steht, und die ersten Dachziegel wurden schon gesetzt: Seit März wird die Siesebyer Kirche in Thumby saniert. Nach dem Pfingstgottesdienst wurden die Bänke ausgeräumt und Orgel und Kanzel sicher eingehüllt. Seither werden Dachstuhl, Teile des Mauerwerks, Fassade sowie Fresken und Malereien im Innenbereich erneuert.

Ausschlaggebend dafür, dass sich die Kirchengemeinde Beratung von dem Architekturbüro „FFArchitekten“ aus Eckernförde geholt hat, waren die Risse im Mauerwerk. Als weitaus schlimmer als zuvor angenommen, stellte sich jedoch der Zustand des Daches heraus. „Die Schäden waren gewaltig“, sagt Filip Fröhler vom Eckernförder Architekturbüro. Über die Jahre verrottet seien die Eichenschwellen, auf denen der Dachstuhl liegt, zum Teil wie pulverisiert gewesen. Der Dachstuhl habe damit fast vollständig auf den ein bis eineinhalb Meter dicken Kirchenmauern gelegen. „Eine Ableitung des Gewichtes durch die Schwellen hat es nicht mehr gegeben“, so Fröhler. „Es war dringend notwendig, dass die Sanierung angegangen wurde.“

Neben dem neuen Dachstuhl hat die Kirche auch ein wasserführendes Unterdach bekommen. Bei Kirchen oder älteren Gebäuden ist dies nicht immer gegeben, da hier die Dachziegel oftmals vermörtelt wurden. Das neue Unterdach-Konzept wurde beim Turm sowie dem Haupt- und Chorschiff umgesetzt. Daneben wurde abgängige Farbe an den Außenwänden entfernt, die in den kommenden Monaten erneuert wird. Ab September nimmt sich ein Restaurator der Fresken und Malereien im Innenbereich an. Sie zeigen Blumenranken und biblische Geschichten wie etwa die der Himmelsleiter Jakobs.

Im Zuge der Sanierung wird außerdem eine in die Jahre gekommene Besonderheit wiederbelebt: Das Uhrwerk im Kirchturm, das viele Jahrzehnte nicht funktionierte, wird überarbeitet und mit einer elektrischen Steuerung versehen. Dazu Pastorin Kirsten Erichsen: „Dann gibt es wieder eine stündliche Kirchenglocke und ein Ziffernblatt am Turm.“ Einen Antrag an die Nordkirche für die Finanzierung hat die Pastorin bereits gestellt. Die Kosten für die Sanierung – rund 600.000 Euro – werden aus unterschiedlichen Töpfen beglichen: Land (95.100 Euro), Kirchenkreis (322.000 Euro), Gemeinden und Amt (11.000 Euro) sowie die Förde-Sparkasse (2500 Euro). Der Rest wird durch Spenden und Eigenkapital der Kirchengemeinde finanziert. „Weil wir in den vergangenen Jahren sparsam gewirtschaftet haben, verfügen wir über entsprechende Rücklagen“, sagt Erichsen. Diese sollen nach Möglichkeit aber nicht vollständig für die Sanierung aufgeraucht werden. Erichsen: „Unser Gemeindeleben soll ja auch weitergehen.“

Deshalb hofft die Kirchengemeinde auf weitere Spenden und hat dafür schon eine erste Idee: Auf den Siesebyer Kulturtagen werden die alten Dachziegel gegen eine Spende zum Verkauf angeboten. Auch Kugelschreiber und Füller aus dem Holz des alten Dachstuhls sollen angefertigt und verkauft werden. „So kann jeder auch ein Erinnerungsstück an unsere Kirche mitnehmen“, so Erichsen.

Während der Bauarbeiten finden die Gottesdienste in der Damper Kapelle, im Pastorat oder in den Kirchen von Nachbargemeinden statt. Für Trauergottesdienste wich man bereits auf die Nachbargemeinde Karby aus. Anfragen für Hochzeiten hat Kirsten Erichsen auf das nächste Jahr vertrösten müssen. „Wir sind alle froh, wenn wieder Leben in der Kirche ist“, so die Pastorin. Zu Weihnachten dieses Jahres soll es soweit sein: Anfang Dezember hofft Architekt Fröhler, den Bau übergeben zu können.

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erstellt am 21.Aug.2015 | 12:30 Uhr

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