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Plattdeutscher Lesewettbewerb : Siegen mit Unbekümmertheit

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die beste Vorleserin auf Plattdeutsch kommt aus Mohrkirch. Die elfjährige Nele Peters siegte gestern beim Vorlesewettbewerb der fünften bis siebten Klassen.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 07:30 Uhr

Fast eine halbe Stunde hat die Jury getagt, um zu entscheiden, wer denn nun am besten vorgelesen hatte. Acht Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben aus den Schulen des Umlandes waren zu „Schölers leest Platt“, dem plattdeutschen Lesewettbewerb des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, angetreten. In ihren jeweiligen Schulen hatten sie bereits sämtliche Klassenkameraden hinter sich gelassen, gestern trugen sie den sogenannten Landschaftswettbewerb in der Kappelner Stadtbücherei aus.

Das junge Oktett bestand aus dem Klaus-Harms-Schüler Tjelle Lück, Kim Eschen (Domschule, Schleswig), Ranga Matthiesen (Auenwaldschule, Böklund), Marit Paulsen (Schule am Thorsberger Moor, Süderbrarup), Nele Peters (Bernstorff-Gymnasium, Satrup), Lara Prätorius (Bruno-Lorenzen-Schule, Schleswig), Lilja Ricklefs (Kaj-Munk-Skolen, Kappeln) und Torben Schlegel (Jungmannschule, Eckernförde). Jeder von ihnen gab nach einer Anmoderation des früheren Bürgervorstehers Jürgen Seemann einen etwa vierminütigen Text zum Besten. Mal ging es um eine verhängnisvolle Freundschaft zwischen Löwe und Mistkäfer, mal um das Königreich Knatterland, im dem das Lachen verboten war, mal ums heißgeliebte Fußballspiel und eine Lehrerin, die eher auf Yoga setzte. Eine fünfköpfige Jury beurteilte jeden der jungen Plattleser nach Lesefertigkeit, Ausdruck und Aussprache – und sah am Ende die elfjährige Nele Peters aus Mohrkirch auf dem ersten Platz. Zweite wurde Kim Eschen aus Borgwedel, der Drittplatzierte hieß Torben Schlegel aus Eckernförde. Für alle gab es – abgesehen vom großen Blechkuchen, den die Bäckerei Tange spendiert hatte – Urkunden, die ersten drei erhielten außerdem noch einen Buchgutschein. Und für Nele geht es spätestens im Mai beim Regionalwettbewerb weiter.

Allen Teilnehmern gemein war der nahezu selbstverständliche Umgang mit dem Plattdeutschen. So berichtete etwa der zwölfjährige Tjelle von seiner Großmutter, die Platt spricht. Und mit einem unbekümmerten Lächeln fuhr er fort: „Da wollte ich das auch einfach mal versuchen.“ Auch Kims Eltern sprechen Platt, und mit großer Überzeugung sagte die Zwölfjährige: „Es ist eine tolle Sprache und sollte nicht aussterben.“ Dazu trägt nebenbei auch die Gorch-Fock-Schule bei, deren Schüler den Wettbewerb mit einem plattdeutschen Gedicht und Lied eingeläutet hatten.

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