zur Navigation springen

Arbeitsgruppe Tourismus im Wirtschaftskreis : Sie wollen den Urlaubern mehr bieten

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Arbeitsgruppe Tourismus startet eine Qualitätsoffensive: Ferienhausanbieter, Gastronomen und Gewerbetreibende sind gefordert.

Kräfte bündeln, Qualität verbessern, Interessen abstimmen – das sind die Schlagworte, denen sich die frisch ins Leben gerufene Arbeitsgruppe Tourismus im Wirtschaftskreis Pro Kappeln (WPK) verschrieben hat. Auslöser dieser Überlegungen sind die touristischen Entwicklungen, die der Stadt bevorstehen beziehungsweise die bereits im Gange sind und die in einem zweiten Schritt die Stadt selber vor erhebliche Herausforderungen stellen. Stefan Wesemann von der IHK Schleswig formuliert das so: „Unser Ziel ist es, das Potenzial Kappelns im Tourismus zu stärken.“

Es war im Rahmen einer Vermieterversammlung der Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS), als das Thema erstmals auf den Tisch kam. Corinna Graunke, WPK-Vorstandsmitglied, erinnert sich: „Die Zahl der Gäste, die hochwertige Wohnungen erwarten, wird mehr. Wir müssen diese Menschen versorgen können, und die passende Infrastruktur muss nachziehen.“ Eben das lieferte die Verknüpfung zum Wirtschaftskreis und zur IHK. Mittlerweile haben sich mehrere Akteure aus verschiedenen Bereichen zu jener offenen Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, bereits mehrfach getroffen und vier Arbeitsschwerpunkte erarbeitet, bei denen Kappelns schlafendes Potenzial geweckt, neue Kräfte hervorgebracht und vorhandene Leistungen stärker in den Fokus gerückt werden sollen. Im Kern geht es um Vermarktung, um das Angebot in Gastronomie und Beherbergung, um den Service gegenüber dem Gast sowie um zusätzliche Angebote zur Saisonverlängerung. Vier Aspekte, die mit Blick auf das wachsende und anspruchsvolle Klientel geschärft und optimiert werden sollen – so zumindest definiert die Gruppe ihr Ziel.

Allerdings: Umsetzen kann und will sie es nicht alleine. OFS-Vertriebsleiter Christian Nickelsen sagt: „Die Arbeitsgruppe versteht sich als Motor, als Ideengeber, als Netzwerker.“ Die tatsächliche Realisierung einzelner Pläne obliegt dann den Machern vor Ort. Ein Beispiel: Lydia Graunke-Butz, Geschäftsführerin bei Urlaubsart, hat für sich und ihr Team Schulungen beim Deutschen Tourismusverband zum Thema Beschwerde-Management in Anspruch genommen, demnächst steht ein mehrteiliger Dänisch-Kurs an. „Wir wollen gewappnet sein für unsere Gäste aus Skandinavien“, sagt sie – und stärkt genau damit den Service-Gedanken der Arbeitsgruppe. Und sie sagt auch: „Wir müssen mit unserer Gästestruktur mitwachsen.“

Neben dem Ostseeresort Olpenitz steht das Reetdorf Geltinger Birk in den Startlöchern, im Sommer sollen dort die ersten Gäste einziehen. Und schon jetzt betont Jördis Könnecke-Sehgal von Designer Tours: „Die Urlauber haben sich verändert und mit ihnen ihre Bedürfnisse.“ Erwartet wird eine gut situierte Klientel – „und für diese Menschen müssen wir ein Angebot bereithalten“. Und zwar sowohl in der Gastronomie, als auch bei der Freizeitbeschäftigung und für Shopping-Interessierte. „Das hat eine Tragweite, die auf die ganze Region ausstrahlen kann“, sagt Könnecke-Sehgal. Und eben deshalb ist auch der Wirtschaftskreis gefragt. WPK-Vorsitzender Stefan Lenz betont: „Das kann nur zusammen funktionieren. Wir leben von der Vielfalt und können uns gegenseitig pushen.“ Und er erkennt einen entscheidenden Vorteil: „Im Moment können wir noch ohne besonders großen Druck selber agieren.“ Sind die großen touristischen Projekte erst einmal abgeschlossen, sind die Gäste erst einmal da, könnte es schon zu spät sein. Deshalb sagt auch Norbert Hössermann von „Meerzeit für Ferien“: „Es geht uns darum, den Akteuren Mut zu machen.“ Darum, die Chance des fordernden Tourismus auch als Chance zu begreifen und nicht als kaum zu beherrschende Welle, die einfach so überschwappt. Corinna Graunke nennt das „Aufbruchstimmung“, die alle Beteiligten entweder schon erfasst hat oder unbedingt erfassen soll und zu der die Arbeitsgruppe ihren Teil beitragen möchte. Deshalb spielt auch der Konkurrenzgedanke unter den Ferienagenturen keine große Rolle. Jördis Könnecke-Sehgal sagt: „Wir haben alle ähnliche Interessen und müssen gemeinsam stark auftreten.“

Dass Kappeln das leisten kann, daran hat die Gruppe keine Zweifel. Außerdem: Es gibt schlicht keine Alternative. Bürgermeister Heiko Traulsen sagt: „Wir müssen das leisten. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir irgendwann gehandelt.“ Genau deshalb ist das Wirken der Arbeitsgruppe und der Akteure vor Ort auch eines ohne Ende. Graunke-Butz erklärt: „Ideen zu entwickeln, Angebote zu überprüfen, Qualität zu kontrollieren – das hört nie auf. Es ist eine konstante Aufgabe.“ Auch weil konkurrierende Regionen, etwa in Mecklenburg-Vorpommern, ebenfalls nicht stehen bleiben. Stefan Lenz sagt dazu: „Dinge, die man heute entwickelt, können morgen schon wieder überholt sein.“ Deshalb trifft sich die offene Gruppe im Vier-Wochen-Rhythmus und trägt in der Zwischenzeit ihre Strategie nach außen. Damit Kappeln sein Potenzial auch wirklich erkennt, ausschöpft und vor allem weiter entwickelt.

> Kontakt: graunke@urlaubsart.de

zur Startseite

von
erstellt am 24.Feb.2017 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen