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Naturschutz-Pläne : Sie will das Schleiufer schützen

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Joanna Schadt steht an der Spitze der „Lokalen Aktion Schlei“. Sie soll einen Management-Plan für das nördliche Schleiufer erstellen.

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 07:30 Uhr

Seit etwas mehr als fünf Jahren trägt die Schlei das Siegel Naturpark. Erklärtes Ziel ist es, die Naturlandschaft der Region nicht nur zu erhalten, sondern im Idealfall auch aufzuwerten. Immer wieder stößt der Trägerverein Naturpark Schlei daher einzelne Projekte an, um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Jetzt allerdings steht das große Ganze im Blick: Das nördliche Schleiufer – europäisches Schutzgebiet als Teil eines Natura-2000-Gebietes – soll einen sogenannten Management-Plan erhalten. Verwirklichen will das Joanna Schadt, die seit Jahresbeginn an der Spitze der eigens dafür ins Leben gerufenen „Lokalen Aktion Schlei“ steht. Gestern wurde sie vorgestellt.

Die Vorgabe, einen solchen Management-Plan zu erarbeiten, kommt vom Land Schleswig-Holstein. Dass sie die Regionen selber umsetzen wollen, ist für Ulrich Bendlin ein Glücksfall. „Auf diese Weise erstellt niemand einen Plan, der die Region nur im Schnelldurchlauf kennen lernt“, sagt der Geschäftsführer des Naturparks Schlei. Vielmehr seien Menschen am Zug, die aus der Region stammen und sich ihr verbunden fühlen. Im Kern geht es darum, die einzelnen Flächen der Natura-2000-Gebiete zunächst zu erfassen und zu kategorisieren. Im Anschluss wird entschieden, an welchen Stellen besondere Maßnahmen dazu beitragen können, eine Fläche naturschutzrechtlich aufzuwerten.

Dass Joanna Schadt die richtige aus 50 Bewerbern für den Posten der Geschäftsführerin der „Lokalen Aktion Schlei“ ist, steht für Ulrich Bendlin außer Frage. Die 26-Jährige ist in Kappeln geboren und aufgewachsen, hat in Bonn ihr Studium zur Diplom-Geografin im vergangenen Jahr abgeschlossen und freut sich, nun wieder in die Heimat zurückzukehren. Schon während des Studiums hat sie einen inhaltlichen Schwerpunkt auf Naturschutz und sogenanntes Großschutzgebiet-Management gelegt – „da passte die Stellenausschreibung einfach sehr gut“, sagt Schadt. Ohnehin ist sie für den Naturpark-Verein keine Unbekannte: Bereits ihre Diplomarbeit hatte die damalige Studentin zum Thema „Konfliktlösung im Naturpark“ verfasst.

Und tatsächlich spielt eben dieser Gesichtspunkt eine erhebliche Rolle bei ihrer neuen Aufgabe, denn: Bei Flächen, die unter naturschutzrechtlichen Aspekten angefasst werden sollen, reicht der Wille eines einzelnen selten aus. Ulrich Bendlin beschreibt es so: „Es geht um Überzeugungsarbeit. Meist müssen viele Menschen zusammenarbeiten, damit ein Naturschutz-Projekt umgesetzt werden kann.“ Beispiel: Eine private Salzwiese könnte regelmäßig beweidet werden, um sie aufzuwerten. Der Eigentümer stimmt zu, will oder kann aber nicht selber aktiv werden. Joanna Schadts Aufgabe ist nun, nicht nur solch brachliegende Potenziale zu erkennen, sondern etwa Geld für einen Zaun zu akquirieren und eine Beweidung zu organisieren.

Zunächst aber will sie sich ihren Zuständigkeitsbereich erlaufen, will Kontakte zu umliegenden Gemeinden knüpfen und einen, wie sie es nennt, „kooperativen Prozess“ anstoßen. Helfen soll ihr dabei ein noch zu gründender Ausschuss, in den Gemeinden, Naturschutzverbände, Tourismus, Wirtschaft, Jägerschaft, Fischerei, Landwirtschaft sowie der Gewässer- und Landschaftsverband Schlei und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein Vertreter entsenden. Das Gremium soll den ständigen Austausch und gemeinsame Ziele gewährleisten. Genauso kann aber auch ein einzelner Bürger mit einer findigen Idee Einfluss nehmen.

Ein grobes Jahr hat Joanna Schadt Zeit, ihren Management-Plan für die nördliche Schlei aufzustellen, dann will das Land, das ihre Geschäftsführer-Stelle finanziell trägt, Ergebnisse sehen. Die junge Frau ist überzeugt: „Weil alle Akteure auf freiwilliger Basis mitmachen können, profitieren am Ende alle Seiten.“ Grundstückseigentümer und Gemeinde genauso wie Naturschutz und Tourismus. Und wenn es gut läuft, gibt es etwa mit den Wasserflächen der Schlei gleich noch einen zweiten Bereich, der auf einen Management-Plan wartet.

> Kontakt: Joanna Schadt, Schanze 5a, Tel. 0 46 42 / 1 79 26 98.

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