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ARD-Tatort am 12. Mai : Showdown in Schleswig-Nord

vom

Der NDR-Tatort "Borowski und der brennende Mann" ist morgen ab 20.15 Uhr im Fernsehen zu sehen

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 07:17 Uhr

Schleswig | Das Ende eines jeden Tatorts darf man getrost verraten, ohne den Fans der Krimi-Reihe die Spannung zu nehmen: Der Kommissar hat seinen Fall gelöst und macht Feierabend. So ist es auch beim Kieler NDR-Tatort "Borowski und der brennende Mann", den die ARD morgen ab 20.15 Uhr zeigt. Nur dass Kommissar Borowski (Axel Milberg) seinen Blick diesmal nicht über die Förde streifen lässt, sondern über den Sportplatz der Schleswiger A.-P.-Møller-Schule zum Dom und zum Wikingturm. Und mit ihm zusammen bis zu zehn Millionen Menschen in ganz Deutschland. So viele Zuschauer pflegen die Tatorte der ARD zu haben. Und die meisten von ihnen werden auch diesmal bis zum Schluss dranbleiben, denn Regisseur Lars Kraume ist ein packender Film gelungen.

Da stört es nicht, dass er in vielen Details dem typischen Tatort-Muster folgt: Wie so oft in letzter Zeit hat ein Mitglied des Ermittler-Teams selber etwas mit dem Mordfall zu tun. Diesmal trifft es den Kripochef (Thomas Kügel als Roland Schladitz). Der Kommissar verliebt sich - diesmal in die Flensburger Kollegin Einigsen (Lisa Werlinder). Zwischendurch betreten eine Reihe von Verdächtigen den Bildschirm. Wie immer ist derjenige, der sich am verdächtigsten verhält, nicht der Täter, und es gibt eine mehr oder weniger überraschende Auflösung.

Die Stadt Schleswig spielt bei alldem eine größere Rolle, als die NDR-Redaktion es während der Dreharbeiten im Dezember und im Januar angekündigt hatte. Als vor der A.-P.-Møller-Schule die Mordszene gedreht wurde, hieß es noch, im Film werde dies "an einer dänischen Schule irgendwo an der Schlei" geschehen. Nun ist fast die gesamte Handlung direkt in Schleswig angesiedelt. Zum Showdown kommt es im "Krankenhaus Schleswig-Nord". Auch wenn es eine Einrichtung mit diesem Namen in Wahrheit nicht gibt - Drehbuch-Autor Daniel Nocke kennt sich aus in der Region. Seine Mutter lebt hier. Nach eigenem Bekunden spielt er auf dem Sportplatz an der A.-P.-Møller-Schule selbst gelegentlich Fußball. Krimifans aus dem Süden der Republik werden Einiges lernen über Geschichte und Gegenwart der dänischen Minderheit. Der einzige tumbe Dänenhasser im ganzen Film ist schnell als Sonderling zu erkennen, dessen Aversionen rein persönliche Gründe haben.

"Borowski und der brennende Mann" hat das düstere Schweden-Krimi-Flair, das für den Kieler Tatort inzwischen typisch ist. Daran hat auch die Schneedecke, unter der Schleswig während der Dreharbeiten lag, ihren Anteil. Ästhetisch erinnert dieser Tatort sehr viel mehr ans Lars Kraumes Endzeitthriller "Die kommenden Tage" mit Daniel Brühl, August Diehl und Johanna Wokalek, der 2010 ins Kino kam, als die Frankfurter Tatorte, die der Regisseur danach mit Joachim Krol gedreht hat.

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