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Schlei-Bote

24. August 2017 | 09:15 Uhr

Kappeln : Showdown der Kino-Events

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Da die morgige Open-Air-Vorführung ohne Beteiligung des Kappelner „Capitols“ erfolgt, startet dieses zeitgleich eine Gegenveranstaltung.

Sie soll etwas Außergewöhnliches werden. Die Kinovorführung unter freiem Himmel am Freitagabend mit XXL-Leinwand mitten auf dem Deekelsenplatz hat auch durchaus das Potenzial, so etwas wie ein Höhepunkt in der Reihe von sommerlichen Veranstaltungen zu werden. Einzig ihr Zustandekommen hat Anlass zu Diskussionen gegeben, wie sie jüngst aufgeschnappt werden konnten und noch können. Die Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), Organisatorin des Open-Air-Kinos, realisiert diese Aktion zusammen mit einem Unternehmen aus Hamburg, nicht mit den Kappelner „Capitol-Lichtspielen“ – ein Umstand, der nicht nur etlichen Bürgern, sondern auch den Kino-Betreibern aufstößt.

Jürgen van Schöll ist überzeugt. „Mit dem Open-Air-Kino möchte ich etwas Neues, etwas Besonderes initiieren“, sagt der WTK-Geschäftsführer. „Vieles scheitert ja bekanntlich an den Kosten. Aber mit dem Marketingpaket der Kaufleute haben wir erstmals die Möglichkeit, ein bisschen mehr zu bewegen.“ Eben etwas wie das Open-Air-Kino. Auch die beiden „Capitol“-Betreiber Michael Wittkowski und Carmen Schrief sind durchaus angetan von dem Projekt. Wittkowski sagt: „Die Idee ist klasse.“ Das allerdings ist das vorläufige Ende der Gemeinsamkeiten.

Als die Plakate und Flyer auftauchten, seien sie angesprochen worden, ob sie dahinter steckten – „aber wir wussten von nichts“, sagt Michael Wittkowski. Also haben sie nachgeforscht, sind nach eigenen Worten zunächst davon ausgegangen, dass schlicht ein externer Veranstalter die Sache angeleiert habe und umsetze. Carmen Schrief sagt: „Mit Mitbewerbern muss man immer rechnen, das wäre auch nicht das Problem gewesen.“ Als aber feststand, dass das eigene Stadtmarketing das Projekt realisiert, „sind wir aus allen Wolken gefallen“, erinnert sich Schrief.

Sowohl WTK als auch das „Capitol“ bestätigen, vor etwa eineinhalb Jahren über das Projekt Open-Air-Kino miteinander gesprochen zu haben. Michael Wittkowski sagt, er habe Jürgen van Schöll das „relativ komplizierte Procedere“, bei dem es etwa um Genehmigungen und Filmrechte gegangen sei, erläutert. „Die Sache ist aufwändig und relativ teuer“, sagt Wittkowski, „aber nicht unmöglich“. Im Rückblick habe er das Gespräch als Austausch über „grundsätzliche Informationen“ erlebt. Jürgen van Schölls Wahrnehmung war derweil eine andere. „Angekommen ist bei mir: Die beiden wollen das nicht machen“, sagt der WTK-Geschäftsführer über die Situation vor eineinhalb Jahren. Deshalb habe er sich, als das Thema nun aktuell wurde, auf dem Markt umgesehen und beim „Capitol“ nicht mehr nachgefragt.

Gerade diese Konsequenz ist für Michael Wittkowski und Carmen Schrief nur schwer nachzuvollziehen. Carmen Schrief findet: „Trotzdem hätte man bei uns nachhaken können. Ob wir am Ende zusammengefunden hätten, steht auf einem anderen Blatt. Aber es wäre schön gewesen, man hätte uns berücksichtigt.“ Während der Sitzung des Arbeitskreises Innenstadt des Wirtschaftskreises „Pro Kappeln“ in der vergangenen Woche hat van Schöll nach eigenen Worten dem „Capitol“ angeboten, auf der XXL-Leinwand Werbung zu schalten – Schrief und Wittkowski lehnten ab. „Jetzt wollen wir uns auch ganz aus der Veranstaltung heraushalten“, sagt Carmen Schrief.

Stattdessen haben sie auf die Idee einer Kundin reagiert und nun für den selben Freitagabend eine eigene Veranstaltung im Kino ins Leben gerufen. Schrief sagt dazu: „Es war uns wichtig, uns zu wehren.“ Von dieser Aktion wiederum hält Jürgen van Schöll nicht viel. Er sagt: „Das empfinde ich als Affront gegen die Kaufmannschaft, die über das Marketingpaket die Open-Air-Aktion ermöglicht hat.“ Zudem halte er es für unklug, von den eigenen Kunden eine Entscheidung für die eine und gegen die andere Sache zu fordern. Nach den Worten der beiden Kinobetreiber habe es derweil eine gute Stunde gedauert, ehe die verfügbaren 109 Plätze für die eigene Filmvorführung am Freitagabend vergriffen waren.

Die Krux der Angelegenheit liegt für Michael Wittkowski auf der Hand. „Der große Fehler an der Geschichte ist mangelnde Kommunikation“, sagt er. Inzwischen habe sich ein Mitglied des Arbeitskreises Innenstadt bei den beiden Kinobetreibern entschuldigt, und Wittkowski betont zudem, sollte er bei einer erneuten Open-Air-Aktion gefragt werden, die Sache nicht kategorisch abzulehnen. Auch Carmen Schrief sagt: „Wir blicken positiv in die Zukunft.“ Und für Jürgen van Schöll ist ohnehin klar: „Wir brauchen mehr von solchen Aktionen.“ So sind sie am Ende doch wieder da – die Gemeinsamkeiten.

 

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erstellt am 13.Aug.2015 | 07:45 Uhr

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