Kinopreis fürs Capitol : Seriensieger mit Herz

Mit dem kleinen Glücksschwein auf Platz 1: Carmen Schrief und Michael Wittkowski.
Mit dem kleinen Glücksschwein auf Platz 1: Carmen Schrief und Michael Wittkowski.

Sie setzen ihre Erfolgsgeschichte fort: Carmen Schrief und Michael Wittkowski haben den ersten Platz beim schleswig-holsteinischen Kinopreis geholt – mal wieder.

Rebecca_Nordmann-7304.jpg von
01. Juli 2014, 13:25 Uhr

Sie haben schon wieder zugeschlagen – und wie. Aus Bordesholm brachten Carmen Schrief und Michael Wittkowski gestern den ersten Platz des schleswig-holsteinischen Kinopreises mit nach Hause. Für die beiden Betreiber der „Capitol-Lichtspiele“ ist das nun schon die fünfte Auszeichnung dieser Art. Und der Grund, weshalb es auch dieses Mal geklappt hat, liegt auf der Hand – zumindest, wenn man Carmen Schrief fragt. „Das Glücksschwein war schuld“, sagt sie und deutet auf ein liebevoll verpacktes Plastiktierchen – das Geschenk eines Kunden.

Mit dem Kinopreis 2013 ehrt das Land Schleswig-Holstein, genauer das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa, ein „kulturell anspruchsvolles Kinoprogramm“ und „die qualitative Programmarbeit“. Dazu gehören Preisgelder von insgesamt 27.500 Euro – die „Capitol-Lichtspiele“ erhalten davon 2500 Euro, teilen sich allerdings den ersten Platz mit der Rendsburger „Schauburg“. Gepunktet haben sie im Kinojahr 2013 mit etlichen Besonderheiten, darunter eine Kooperationen mit dem Quartettverein, der den Film „Das Lied des Lebens“ mit Gesangseinlagen begleitete, oder der Besuch des Regisseurs Vilas Rodizio anlässlich seines Films „Auf der Suche nach dem alten Tibet“. Und sie haben auch noch auf etwas Anderes Wert gelegt, abseits jeden wirtschaftlichen Denkens: Die Einnahmen einer speziellen Vorführung haben Carmen Schrief und Michael Wittkowski für die Typisierungsaktion einer damals schwer kranken Brodersbyerin gespendet. Carmen Schrief sagt dazu: „Auch als kleines Kino kann man sich sozial engagieren.“ Und eben das habe auch die Jury honoriert.

Überhaupt ist es diese persönliche Bindung zu ihrem Publikum, die die Kappelner Kinobetreiber zu schätzen wissen und die sie auch in diesem Jahr so gut hat abschneiden lassen. „Es ist nicht unser Kino“, sagt Schrief, „sondern das Kino der Kappelner – das lassen sie uns immer wieder auf ganz herzliche Weise wissen“. Regelmäßig gebe es Lob für die überzeugende Technik. Michael Wittkowski sagt: „Die Menschen sehen einen Unterschied bei Ton und Bild auch im Vergleich zum Flensburger Kino.“ Und weil die beiden ihre Zuschauer ernst nehmen, hören sie immer wieder auf Tipps etwa für den Filmkunsttag, wählen diese besonderen Filme in enger Abstimmung mit ihrem Publikum aus. Carmen Schrief betont: „Diese persönliche Schiene ist einfach toll. Und die große Resonanz motiviert uns dazu, weiter zu spinnen.“ Im positiven Sinne natürlich. Dazu dient übrigens auch die Preisverleihung, die Kinobetreiber aus dem ganzen Land zusammenbringt und so die Chance bietet, sich auszutauschen und zu inspirieren.

Das Preisgeld wollen die Kappelner ansparen für eine Renovierung des Kinosaals, allerdings – das ist beiden wichtig – ohne den inzwischen fast kultigen Charme zu zerstören. Für den ersten Platz hatte Michael Wittkowski seiner Partnerin übrigens eine Norwegische Waldkatze versprochen – noch ist das Versprechen nicht eingelöst. Und dabei ist doch spätestens seit dem kleinen Plastik-Schweinchen klar, was Tiere alles leisten können.

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