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Schlei-Bote

24. August 2017 | 03:06 Uhr

Kappeln : Senioren pochen auf Tempo 30

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Seniorenbeirat beantragt eine Geschwindigkeitsbegrenzung im gesamten Innenstadtbereich.

Der Kappelner Seniorenbeirat drängt darauf, einen erneuten Anlauf zu unternehmen, die komplette Innenstadt in eine Tempo-30-Zone zu verwandeln. Damit griff das Gremium einen Antrag der Grünen-Fraktion aus dem vergangenen Februar auf, der die Einrichtung einer Tempo-30-Zone im Innenstadtbereich plus Dothmark und Ellenberg zum Ziel hatte. Damals war die Idee zunächst daran gescheitert, dass die Stadt nach wie vor kein umfassendes Verkehrskonzept vorlegen konnte – laut Aussage aus der Stadtverwaltung für den Kreis als Genehmigungsbehörde „eine der wichtigsten Voraussetzungen“ für die Realisierung von Tempo 30 in der City.

Seit Kurzem steht indes ein Tempo-30-Schild verbunden mit dem Hinweis „Schulweg“ in der Flensburger Straße, genauer ab Einmündung Hindenburgstraße bis zur Kreuzung mit der Bundesstraße. Der Seniorenbeiratsvorsitzende, Horst Albrecht, stellte allerdings klar, dass er, schon aufgrund des Ärztehauses, das an der Flensburger Straße aus der Stadt kommend vor der Einmündung in die Hindenburgstraße gelegen ist, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der gesamten Strecke für sinnvoll erachtet hätte. Und Beiratsmitglied Gerda Hartmann wies in diesem Zusammenhang auf die in ihren Augen „problematische Zuwegung“ zur Seniorenwohnanlage an der Verlängerung der Flensburger Straße, nämlich Wassermühlenstraße, hin – eine Einrichtung, die man zumindest „auf die gleiche Ebene wie Schulen“ stellen solle und die daher auch ähnliche Ansprüche rechtfertige. Norbert Dick (Grüne) nutzte die Gelegenheit, um an eben jenen fast ein Jahr alten Antrag seiner Fraktion zu erinnern und betonte: „Wir sind da noch dran.“ Und ganz ähnlich wie im Februar rief er den Anwesenden die Existenz eines „alten Verkehrsgutachtens“, offenbar aus der vergangenen Legislatur, ins Gedächtnis und die damit verbundene Frage, ob man das vorhandene, wenn auch alte Konzept, nicht zunächst verwerten könne.

Bürgermeister Heiko Traulsen machte allerdings klar, dass sogenannte Hauptverkehrsachsen, und darunter fallen unter anderem sowohl die Flensburger Straße als auch die Wassermühlenstraße, grundsätzlich nicht mit Tempo 30 zu beschränken seien. Aus dem Seniorenbeirat kam jedoch die Bemerkung, dass bei diesem Thema über innerörtliche Straßen die Stadt und nicht der Kreis die Entscheidungsbefugnis habe. Tatsächlich existiert eine aktuelle Regelung von Mitte Dezember, nach der das Bundesverkehrsministerium die Einrichtung von Tempo-30-Zonen zumindest vor Schulen, Kitas und Seniorenheimen erleichtern will. Das bedeutet: Kommunen können dieses Limit ausweisen, ohne an diesen Stellen erst Gefahren nachweisen zu müssen. Traulsen teilte mit, klären zu wollen, inwieweit diese Aufgabe tatsächlich auf kommunaler Ebene zu regeln sei. Derweil hob der Seniorenbeirat einstimmig die Hand für einen eigenen Antrag, den gesamten Innenstadtbereich sowie Teile der Wassermühlenstraße und der Flensburger Straße als Tempo-30-Zone ausweisen zu lassen. Und Horst Albrecht schob hinterher: „Wir bitten die Politik sehr, da ein bisschen mehr drauf zu drängen.“

Ganz ohne zu drängen, sondern vollkommen freiwillig haben jede Menge Menschen die beiden plattdeutschen Theatervorführungen der Thumbyer Theaterspeelers, die der Seniorenbeirat organisiert hatte, besucht. Abzüglich aller Ausgaben blieben von beiden Benefizveranstaltungen insgesamt 2000 Euro übrig, die der Beirat nun der Kappelner Flüchtlingshilfe (500 Euro) und dem Tansania-Projekt der Kappelner Kirchengemeinde und des Kappelner Unternehmers Matthias Mau (1500 Euro) übergab. Stellvertretend für die Flüchtlingshilfe nahm Heiko Traulsen das Geld entgegen und berichtete vom Café International, das regelmäßig im Birger-Forell-Haus stattfindet. „Wenn man erlebt, wie Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen und aus verschiedenen Kulturen kommen, sich trotzdem verständigen können, ist das sehr bewegend“, sagte der Bürgermeister. Und Pastor Karsten Petersen, der den Scheck für das Afrika-Projekt, in dem unter anderem eine Berufsschule unterstützt wird, in Händen hielt, sagte: „Es tut uns gut zu wissen, dass wir ganz woanders Freunde haben.“ Und dafür, dass das geografisch ja durchaus ferne Projekt dennoch im Bewusstsein der Kappelner vorhanden ist, dankte schließlich Matthias Mau, indem er sagte: „Es freut uns sehr, dass ihr an uns denkt.“

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erstellt am 28.Dez.2016 | 07:00 Uhr

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