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Schlei-Bote

21. November 2017 | 07:33 Uhr

Kappeln : Senioren gegen Parkplatz-Zufahrt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Beirat will verhindern, dass die neuen Stellplätze hinter dem Rathaus über die Reeperbahn angefahren und verlassen werden. Grund ist die Sorge um die Sicherheit der Bewohner der angrenzenden Seniorenwohnanlage.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2013 | 07:30 Uhr

Horst Albrecht, Vorsitzender des Seniorenbeirates, macht sich Sorgen um die Sicherheit der Menschen, die künftig das Rathaus auf der Reeperbahn passieren. Grund ist der Parkplatz, der auf dem ungenutzten Bolzplatz hinter dem Verwaltungssitz entstehen soll, wie der Bauausschuss auf seiner jüngsten Sitzung beschloss (wir berichteten). Bislang favorisiert wird eine Zufahrt, die direkt hinter dem Gebäude verlaufen würde. Der Charme dieser Lösung: Die Fläche dort ist bereits gepflastert. Die Zufahrt anzulegen, ist viel zu gefährlich, meint hingegen der Seniorenbeiratsvorsitzende. Autofahrer könnten die dort verlaufende Fußgängertrasse erst einsehen, wenn sie mit ihren Fahrzeugen bereits mitten auf dem Weg stünden. Auch sei mit deutlich mehr Fahrzeugbewegungen zu rechnen. Nach Schätzungen des Seniorenbeirates passieren schon jetzt zwischen 80 und 100 Fahrzeuge täglich das Rathaus. „Wir sind total dagegen. Wir werden alles versuchen, diese Zufahrt zu verhindern.“

Albrecht schlägt stattdessen vor, die Zufahrt für den neuen Parkplatz westlich des Rathauses verlaufen zu lassen; dort sei genug Platz. Albrecht legt Wert auf die Feststellung, dass die Mitglieder des Seniorenbeirates keineswegs etwas gegen den Parkplatz habe. Nur die geplante Zufahrt bereite ihnen eben große Sorge. „Wir sind verwundert über den mehrheitlichen Beschluss im Bauausschuss, die Zufahrt durch das Rathaus zu führen. Dies ist für eine Stadt, die barrierefrei sein will, nicht gut“, stellt Albrecht im Namen des Seniorenbeirates in einem Schreiben an die Bürgervorsteherin, den Bürgermeister und die Stadtvertreter fest. Gerade das schöne Rathaus mit sehr regem Besucherverkehr und sehr vielen zu Fuß gehenden Bewohnern der Diakoniewohnanlagen müsse aus Sicherheitsgründen für die älteren Mitmenschen, vom Autoverkehr entlastet werden, heißt es weiter. Dies gelte insbesondere für die Älteren, die auf Gehhilfen angewiesen sind. Die altengerechten Wohnungen seien von der Politik gewollt und genehmigt worden. „Nun sollte auch für eine vernünftige Zuwegung gesorgt werden.“ Im Seniorenbeirat habe man einstimmig beschlossen, nach Alternativen suchen zu lassen. „Die Möglichkeiten bestehen. Es ist eine Kostenfrage“, sagt Albrecht.

Albrecht weist darauf hin, dass rund ein Drittel der Kappelner Bürger über 60 Jahre alt sei. Der Seniorenbeirat bitte alle Fraktionen, sich nochmals des Themas „Zufahrt“ anzunehmen und eine Änderung anzustreben.

Albrechts Appell verhalt keineswegs ungehört. Bürgermeister Heiko Traulsen versteht die Bedenken Albrechts und des Seniorenbeirates. Ihm wurden auch schon Bedenken von den Bewohnern des benachbarten Seniorenheims zugetragen. „Wenn es nicht funktioniert, ziehen wir sofort Plan B. Dann müssen neue Beschlüsse gefasst werden.“

Der Bürgermeister plädiert allerdings dafür, zunächst einmal zu schauen, wie gut sich die Parkplätze vermieten lassen. „Für fünf vermietete Parkplätze kann ich keine Zufahrt für 20 000 Euro bauen“, sagt er. Und feste Parkplatzmieter würden auch nicht dauernd rein und raus fahren, sondern nur einmal morgens und einmal abends die Zufahrt nutzen.

Unter Federführung des Bauamtes soll nun zunächst einmal die Fläche hergerichtet werden. Das kann, wenn das Wetter mitspielt, laut Traulsen bis Weihnachten abgeschlossen sein. Traulsen verspricht jedoch: „Wir haben das im Blick.“ Für den Fall, dass sich die Zufahrt an der unübersichtlichen Rathaus-Ecke als zu gefährlich erweist, hat Traulsen auch schon eine Idee – eine Einbahnstraßen-Lösung: Die Zufahrt könnte wie geplant erfolgen, abfahrende Fahrzeuge würden über eine noch zu bauende Trasse in Richtung Friedhof den Parkplatz verlassen.

 

 

 

 

 

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