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Kappeln : Seit 125 Jahren wird die Stadt schöner

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Verschönerungsverein feiert Jubiläum. Heringszaun, Ruhebänke, Bürgerbrunnen, Albatros: Projektideen gehen nicht aus.

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2015 | 07:30 Uhr

Der Verschönerungsverein Kappeln feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Das genaue Datum ist unbekannt. „Doch es muss irgendwann gegen Mitte des Jahres 1890 gewesen“, meint Vereinsvorsitzender Dieter Clausen. Eine große Jubiläumsfeier wird es nicht geben. „Wir haben im Vorstand darüber diskutiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir das Geld lieber in unsere Projekte stecken. Da hat die Stadt mehr davon“, so Clausen.

Und so kommt es, dass der Verschönerungsverein in diesem Jahr besonders aktiv ist. In diesem Jahr hat der Verein bereits vier Ruhebänke aufgestellt, zwei Beete gepflanzt, den Stadtbrunnen fertig gestellt und historische Bilder neben der Brückenunterführung angebracht. Dazu wurde vor Kurzem die Sitzgelegenheit am Mühlenbach im Wassermühlenholz eingeweiht. Und inzwischen ist auch die Restaurierung des Dorfteiches in Olpenitz abgeschlossen. Diese Idee kam von den Olpenitzer Bürgern und wurde vom Schriftwart des Vereins, ebenfalls ein Olpenitzer, an der Verschönerungsverein herangetragen (wir berichteten). Der Verein lebt von solchen Ideen. Und im Falle von Olpenitz gab es das schon einmal, als der Verschönerungsverein gemeinsam mit den Einwohnern und Stadt das Dorfzentrum aufhübschte. „Wir können Projekte nur mit der Unterstützung der Bevölkerung umsetzen“, sagt Clausen.

In dem engen Kontakt zur Bevölkerung sieht der zweite Vorsitzende Werner Kinast einen Schlüssel für die nun 125 Jahre währende Tätigkeit des Verschönerungsvereins. „Wir sind aufgeschlossen gegenüber dem, was an uns herangetragen wird“, so Kinast. Hinzu komme, dass der Vorstand gut zusammenarbeite und viele Firmen als Sponsoren die Arbeit unterstützten. Dieter Clausen ergänzt: „Außerdem bündelt der Verein mit seinen 160 Mitgliedern viele Kompetenzen, die für seine Aufgaben wichtig sind.“ Dabei nennt der Vorsitzende beispielhaft die handwerklichen Fähigkeiten eines Uwe Frye beim „Albatros“ oder die künstlerische Begabung von Wilhelm Busse bei den historischen Fotos an der Brückenunterführung. Der Vorstand kann sich nicht daran erinnern, dass der Verein in den vergangenen 15 Jahren ein Projekt nicht zu Ende geführt hätte. Das schaffe Vertrauen bei den Sponsoren.

Und es sind viele – auch teure – Projekte, die der Verein auf den Weg gebracht hat. Wies die Vereinigung besonders in der Nachkriegszeit zunächst wenig Aktivitäten auf, so änderte sich das ab 1975, nach dem der Tourismus stärker anlief. In den Jahren 1975 bis 1990 hat der Verschönerungsverein beispielsweise allein für Rosensträucher 17.000 D-Mark, für Bänke 7900 D-Mark und für die Anstrahlung der Nikolaikirche 15.700 D-Mark ausgegeben. Bis heute wurden für den Heringszaun 60.000 Euro und für den Bürgerbrunnen 22.000 Euro aufgebracht. Neben den beiden letztgenannten Projekten zählt die Aufstellung der Albatros-Skulptur am Schwansener Brückenkopf zu den größten Projekten des Vereins. Und das lag an dem enormen Arbeitsaufwand für dieses Projekt.

Mit ihrer Arbeit verdiente sich die Organisation die Anerkennung anderer Vereine und der Stadt. Bei baulichen Maßnahmen werde der Verein eng mit eingebunden und befragt, was man davon halte. „Das ist nicht nur eine nette Geste, sondern auch eine schöne Anerkennung unserer Arbeit seitens der Stadt“, so Clausen. Dabei lobt er auch die bei vielen Projekten enge Abstimmung mit den Mitarbeitern des Bauhofes.

Und von jedem Projekt des Vereins profitiert auch die Stadt. Kaum verwunderlich also, dass Bürgermeister Heiko Traulsen voll des Lobes für diesen Verein ist. „Die Stadt wird durch die Projekte finanziell wie materiell entlastet, und dazu ist der Verschönerungsverein immer gut für neue Ideen“, sagt Traulsen. So wirke der Verein weit über den Heringszaun hinaus, etwa beim Aufstellen von Ruhebänken oder der Bepflanzung von Verkehrsinseln.

Dennoch wird der Verein vor allem mit dem Heringszaun in Verbindung gebracht. in diesem Jahr will die Zweckgemeinschaft zehn Prozent des städtischen Eigenanteils für die Erneuerung des Heringszaunes zusammenkriegen. Das sind 16.000 Euro. „Dank der jüngsten Großspende durch den Touristikverein haben wir jetzt 12.700 Euro beisammen, und noch haben wir ja ein wenig Zeit“, zeigt sich Dieter Clausen zuversichtlich das selbst gesteckte Ziel auch zu erreichen. Indes, selbst wenn der neue Heringszaun steht und der Bohrwurm ihm nichts mehr anhaben kann, wird der Verschönerungsverein nach Clausens Ansicht seinen Sinn nicht verlieren. „Es werden immer Gelder zur Unterhaltung des Zaunes benötigt“, so der Vorsitzende. „Und es werden auch neue Aufgaben auf uns zukommen.“ Bürgermeister Heiko Traulsen vermag gar nicht so recht nach vollziehen, dass der Verein schon 1890 gegründet wurde. „Doch“, sagt er, „es war auf jeden Fall eine weitsichtige Entscheidung“.

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