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Schlei-Bote

19. Oktober 2017 | 04:19 Uhr

Segeln pur und an Land bunte Vielfalt

vom

Aalregatta lockte nicht nur Wassersportler nach Eckernförde / Vielfältiges Programm sorgte für dichtes Gedränge

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eckernförde | Wie der Aal in der Bütt - so fühlte man sich am Sonnabendabend auf der Eckernförder Festmeile. Gefangen unter Schirmen, Vordächern und Friesennerzen, glitschig vom salzigen, warmen Regen und dem eigenen Schweiß, über und unter der Pelle. Die Laune verderben ließ sich trotzdem keiner. Strahlend verkaufte Gabriele Jaskulska ihre Fischbrötchen und generierte mit ihrer weißen Apfel-Zwiebel-Sahnesauce auf dem Matjes neue Fans. "Von der Regatta werde ich nicht viel mitkriegen", sagte sie.

Die Farbe Weiß spielte an diesem Abend auch für Lara Suhr aus Rieseby eine Rolle. Zusammen mit einem Dutzend ihrer Freundinnen machte sie die Stadt unsicher, trotz des Regens feierte die rosa-schwarz gekleidete Horde vor der Bühne, auf der "Zack Zillis" die ersten Töne raushauten, ausgelassen den letzten Tag in Freiheit. Laras Truppe trug schwarze Hüte, schwarze Leggins, rosa Shirts und rosa Schärpen mit dem Aufdruck "Ladies Night" und verklickerte damit: Hier feierte jemand Junggesellinnenabschied. Nur ein weißer Schleier am Cowboyhut verriet die Braut im Getümmel. Die Band holte die malerischen Statistinnen auf die Bühne, allerdings nicht ohne Bedingungen zu stellen: "Ich hoffe, ihr könnt singen..." Zusammen schmetterten sie ein "I will survive" in den feucht verhangenen Abend. "Die sind alle unwahrscheinlich gut und können alle auch singen", raunte ein Zuhörer seinem Nebenmann zu und meinte damit die Band.

Dass der Sonntag dann komplett regen- und windfrei bliebt, war ein Geschenk an Gastwirte und Besucher. Klar, dass Segler wie Hannes Peters und Reiner Fries es lieber anders gehabt hätten. "Heute ist totale Flaute. Eine Regatta fällt aus, eine wird gewertet. Gestern war es dagegen knacke hart, nix chillen, sondern Segeln pur." Und was machen die Flensburger nun ? "Kaffee und Bier trinken." Für sie war die Aalregatta, an der sie zum ersten Mal teilnahmen, nur Training. Ihr Boot kam im Oktober neu aus der Türkei, nun wurde es im Rahmen der Aalregatta eingetrimmt, spielte sich die aus acht Seglern bestehende Mannschaft aufeinander ein. Auf der Kieler Woche nehmen sie an der Qualifikation zur EM teil, um sich dann gleichzeitig für die WM 2014 zu qualifizieren.

Gastwirt Matthias "Hubi" Huber wusste den trockenen Sonntag zu schätzen: "Es regnet heute nicht mehr, das hab ich beschlossen." Er widmete sich ausgiebig der Gruppe erwachsener Menschen mit Handicap, die neugierig einen Holzklotz mit Hammer und Nägeln umringten. "Mit der schmalen Seite einschlagen, immer einen Hieb, dann der nächste - wer will ?" Betreuer Markus Bücker berichtete: "Dass unser Urlaub auf die Aalregatta fällt, ist Zufall. Wir waren schon einkaufen, das Taschengeld will ja ausgegeben werden, waren in Kappeln, in Schönberg beim Eisenbahnfest, in Laboe und auf dem Kolonistenhof in den Hüttener Bergen - das war richtig klasse." Die Gruppe aus Idstein wohnte bei Waabs und war "mehr oder weniger regelmäßig hier", wie Bücker schmunzelnd berichtete. Die Gruppe fühlte sich hier wohl wie ein Fisch im Wasser so wie alle anderen Besucher - obwohl es am Sonntag trocken blieb bis zum Schluss.

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