Mit der „Rollo“ auf Segeltörn : „Segeln hilft und macht glücklich“

Freuen sich auf die kommende Saison auf der „Rollo“: die Vereinsmitglieder Ines Nortmann, Arne Kraft und Alexandra Korte (hinten, v. li.) sowie Sharif Mohammadi, Markus Elksner, Jessika Drescher und Peter Konradt (vorne, v. li.).
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Freuen sich auf die kommende Saison auf der „Rollo“: die Vereinsmitglieder Ines Nortmann, Arne Kraft und Alexandra Korte (hinten, v. li.) sowie Sharif Mohammadi, Markus Elksner, Jessika Drescher und Peter Konradt (vorne, v. li.).

2011 gegründeter Verein kann noch neue Mitglieder vertragen. Er kümmert sich um Spaß an Bord und die Pflege maritimer Brauchtümer.

shz.de von
10. März 2018, 07:02 Uhr

Kappeln | „Segeln hilft – und macht glücklich.“ Davon sind die Mitglieder des gleichnamigen Vereins „Segeln hilft“ überzeugt. Vor knapp sieben Jahren hat er sich im Kappelner Museumshafen rund um den Traditionssegler „Rollo“ gegründet. Neben den Touren, die die Vereinsmitglieder auf dem eleganten Schiff machen können, stehen vor allem auch die Pflege maritimer Brauchtümer, der Erhalt traditioneller Seemannschaft und die abwechslungsreichen Arbeiten zur Instandhaltung der „Rollo“ ganz oben auf der Agenda.

„Die „Rollo“ ist der Nachbau eines segelnden Rettungsschiffes aus Norwegen. Der berühmte Konstrukteur Colin Archer hat das Original 1909 entworfen, und sie ist der Inbegriff an Seetüchtigkeit“, beschreibt Arne Kraft. Der Nachbau hat sich über 18 Jahre hingezogen, Kraft hat ihn 1992 fertig gestellt. Seitdem etwa liegt die „Rollo“ in Kappeln. „Als ich vor etwa zehn Jahren ein moderneres Schiff bekam, wollte ich die „Rollo“ zuerst verkaufen, aber das gestaltete sich schwierig. So entstand die Idee, das Schiff einem Verein kostenlos zur Verfügung zu stellen – mit der Auflage, dass sich die Mitglieder um seine Erhaltung kümmern müssen.“

Die etwa 40 Mitglieder um den Vorsitzenden Heinz Huchtmann kommen aus ganz Deutschland, teilweise sogar aus dem Ausland. Viele unterstützen den Verein „Segeln hilft“ als fördernde Mitglieder. Die wenigsten kommen aus Kappeln selbst. „Wir möchten eigentlich, dass die „Rollo“ mehr genutzt, mehr gesegelt wird“, erklärt Mitglied Jessika Drescher. Sie leitet eine Jugendeinrichtung in Rieseby. Sharif Mohammadi aus Afghanistan lebt bei ihr, ist ebenfalls Mitglied und hat die „Rollo“ im vergangenen Jahr mit in die Werft nach Eckernförde gebracht. Der 16-Jährige hat am Unterschiff mitgestrichen und sich dadurch ein paar Tagestouren auf der Rollo verdient. „Mein größter Wunsch ist es, einmal ein Schiff zu steuern“, hatte Markus (11), der ebenfalls in Dreschers Einrichtung lebt, ihr gerade verraten. Sein Wunsch könnte sich in diesem Jahr auf der „Rollo“ erfüllen.

Und so ist es auch gedacht: „Bei diesem Verein geht es nicht um Chartertouren oder Reiseveranstaltungen“, erklärt Arne Kraft. Wer nach einer Schnuppertour in den Verein eintreten möchte, sollte sich mit dem Schiff und den anderen Seglern verbunden fühlen. Segelerfahrung oder eine bestimmte Ausstattung wird dabei nicht vorausgesetzt. „Man muss nur Lust haben, mitzusegeln und mitzumachen.“ Es sind bei jedem Törn immer ein Skipper und eine weitere autorisierte Person mit an Bord. Auf der Homepage ist eine grobe Planung zu finden. Es gibt Ausflüge, Tagestouren oder längere Reisen. Die Mitglieder schließen sich einem der Törns an oder planen selbst mit einer eigenen Crew. Mindestens vier Segler plus Skipper und Bootsmann können zusammen aufs Wasser gehen. Es gibt moderate Touren wie ein paar Tage in der Dänischen Südsee oder die Schlei hinauf. Aber es gab auch schon mehrwöchige Törns Richtung Lettland, Estland, Polen oder nach Schweden, auf denen die Besatzung auch mal wechselte und Nächte durchgesegelt werden mussten. Mit der sicheren und trotzdem sehr schnellen „Rollo“ ist das kein Problem. „Sie war vor ihrer Vereinszeit schon auf den Kanaren und den Azoren und ist rund um Irland gesegelt. Sie hat schon relativ große Reisen hinter sich“, berichtet Arne Kraft.

In diesem Jahr stehen eine mehrtägige Pfingstreise, der Besuch der Kieler Woche und vom 2. Juli bis 2. September die große Sommerreise durch den Nord-Ostsee-Kanal Richtung Limfjord und zurück durch Jütlands Fjorde an. Hier sind noch Plätze frei. Der Verein „Segeln hilft“ kann noch weitere aktive Mitglieder gebrauchen. Am 25. April wird die „Rollo“ wieder in die Werft nach Eckernförde verholt. „Da werden noch helfende Hände gebraucht“, sagt Alexandra Korte. Jeder, der mit anpacken möchte, schleifen oder malen kann, ist willkommen – Helfer mit Fachwissen, die sich mit Elektrik, Holz- und Takelarbeiten auskennen natürlich besonders. „Wer uns erstmal nur kennen lernen möchte, kann gern zum Hafenfest vor den Heringstagen, am 9. Mai, vorbeikommen. Da ist auf jeden Fall jemand hier“, sagt Korte. „Das ist immer ein schönes Fest“, bestätigt Ines Nortmann, die seit vier Jahren zum Verein gehört. Peter Konradt ist erst seit 2017 Mitglied, fühlt sich aber sehr wohl: „Das ist wirklich eine schöne Gemeinschaft.“


> Die aktive Mitgliedschaft kostet 10 Euro im Monat, Kinder und Jugendliche, Partner und fördernde Mitglieder zahlen einen ermäßigten Beitrag. www.segelnhilft.de; Kontakt über Alex Korte unter Telefon 0171/5009988.

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