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Schlei-Bote

14. Dezember 2017 | 11:15 Uhr

Gelting : Seegras stinkt zum Himmel

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ein gewaltiger Seegras-Teppich bedeckt derzeit die Badezone in Wackerballig. Strandreinigung ist teuer, könnte aber auch wertvolle Biomasse liefern.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2014 | 07:30 Uhr

Alle Winter wieder haben die Küstengemeinden an der Geltinger Bucht ein Problem mit biologischem Strandgut. So liegt in Wackerballig auch derzeit wieder ein dicker Teppich von angeschwemmtem Seegras in der Badezone.

Dieser Zustand bereitet den Kommunalpolitikern alljährlich Kopfzerbrechen wegen der nicht unerheblichen Kosten für die Strandreinigung. Für die Sauberhaltung der Badestrände an der Geltinger Bucht ist die Amtsverwaltung in Steinbergkirche zuständig. Aber auch die Mitarbeiter des Geltinger Bauhofs packen mit an, wenn in Wackerballig rechtzeitig vor Saisonbeginn das braune Kraut entfernt werden muss. Saubere Strände zwischen Maasholm und Neukirchen – diese Pflichtaufgabe erfordert der touristische Wettbewerb.

Erschwerend kommt der Umstand hinzu, dass die dem grünen und braunen Treibgut anhaftenden Algen während der Verrottungsprozesse Kohlendioxid erzeugen und in die Atmosphäre abgeben. Zudem stinkt das Zeug zum Himmel. Die angelandete Biomasse einfach auf einer Deponie zu entsorgen, erscheint inzwischen nicht der Weisheit letzter Schluss. Kann dieser Abfall nicht als Wertstoff betrachtet werden ? Berichtet wird im Internet, dass die Fachhochschule Flensburg seit 2007 untersucht, ob auch Seegras-Algen-Gemische Energie liefern können. Verschiedene Ostsee-Treibsel ließen sich grundsätzlich vergären, so die Erkenntnis der Wissenschaftler. Doch sei der Biogasertrag von acht bis 20 Kubikmeter – bezogen auf eine Tonne Ausgangsmaterial – relativ gering.

Es ist aus Expertensicht aber durchaus möglich, dass in absehbarer Zeit das Seegras in modernen Aufbereitungsanlagen gereinigt und weiterverarbeitet werden kann. So könnte beispielsweise auch aus dem braunen Teppich von Wackerballig ein Produkt für Haustiere entstehen: zum Beispiel Katzenstreu.

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