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Süderbrarup : Schwimmen und Schmusen mit Seelöwen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Unserem Reporter Claus Kuhl gefiel der Badespaß mit den quirligen Wasser-Akrobaten des Circus Krone.

Schwimmen mit Seelöwen macht Spaß – nicht nur den Seelöwen. Ich muss sagen, ich brauchte geschlagene fünf Sekunden Bedenkzeit, um dieses Angebot von Circus Krone anzunehmen. Und deshalb stand ich gestern schwitzend im Neoprenanzug in der Mittagssonne auf dem Süderbraruper Marktplatz neben dem etwa 100.000 Liter fassenden Außenbecken. Die rund 50 Zuschauer tuschelten schon über mich. Aber Tierlehrer Roland Duss wollte zuerst den Seelöwen „Charly“ aus dem Wasser locken, da dieser normalerweise nicht gerne mit Menschen schwimmt. In meinem Fall schien aber Sympathie vorhanden zu sein, denn „Charly kam“ aus dem Wasser und spielte mit mir Ball. Nur wenn sein Lehrer ihn in den Wagen lotsen wollte, verschwand er wieder im Wasser. Und in einem unbewachten Moment bediente er sich schamlos am Futtereimer. Denn Fisch ist für einen Seelöwen das Manna, um das sich alles dreht.

Schließlich blieb „Charly“, der das Gesicht des Seelöwen aus der Serie „Hallo Robbie“ ist, im Wasser. Und ich durfte mit ihm sowie „Chico“, „Tino“ und „Joe“ gleichzeitig schwimmen. Anfangs wurde ich von verschiedenen der Tiere gezogen. Zuerst ohne Hilfsmittel, wobei ich den praktisch nur aus Muskeln bestehenden Körper mit seinen Bewegungen spüren konnte. Später nutzte ich einen Schwimmreifen als Halfter und wurde sogar von zwei weiteren Seelöwen an den Füßen geschoben. Später versammelten sich alle zum Familienfoto, und ich bekam Küsschen auf Mund und Wange. Zum Abschluss übten wir noch Hochspringen. Dann musste ich mich von meinen Schwimmkollegen verabschieden.

„Bei den Dreharbeiten stellten wir fest, dass die Seelöwen gerne mit Menschen schwimmen“, erklärt Petra Duss die Anfänge dieser Veranstaltung. Deshalb würden sie dieses Angebot auch im therapeutischen Bereich unterbreiten. Und ihren Seelöwen hätten sie durch dieses Vormittagsprogramm ein Maximum an Beschäftigung gegeben.

Der Arbeitstag von Familie Duss beginnt um fünf Uhr morgens. Dann wird der Wagen geöffnet, und die Tiere können zwischen dem Salzwasserbecken im Wagen und dem Süßwasser im Außenbereich beliebig hin und her wechseln. Das kann bis in die tiefe Nacht hineingehen. „Deshalb ist die Annahme, unsere Tiere würden ab 20 Uhr im Wagen eingesperrt, absolut haltlos“, bezieht sich Petra Duss auf die Behauptung einer Flensburgerin, die von einer Tierrechtsorganisation aufgenommen wurde. Die Seelöwen stünden am Anfang des Zirkus-Programms und wären deshalb in dieser Zeit zu ihrem Auftritt im Zelt. „Ansonsten tun uns die unbegründeten Angriffe der sogenannten Tierrechtler weh“, fährt Duss fort, denn sie als Tierlehrer täten alles für ihre Tiere. Auf die Facebook-Kommentare habe sie sich deshalb auch nicht gemeldet. „Ich habe keine Lust, mein Leben nur nach diesen Leuten auszurichten und vor allem mich 24 Stunden damit zu beschäftigen“, schließt sie.

Auch in Süderbrarup gab es am Premierentag des Circus Krone Proteste und Plakatüberklebungen von Tierrechtlern. Genaueres darüber und über die Premierenvorstellung lesen Sie am Montag im Schlei Boten.

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