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Schlei-Bote

11. Dezember 2017 | 22:21 Uhr

Schwarzes Brett für die Bürger

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Vorsteher des Amtes Geltinger Bucht will die Verwaltung modernisieren und ein Ratsinformationssystem im Internet einrichten

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 00:33 Uhr

„2014 wird ein interessantes Jahr. Stellen wir uns den Aufgaben, damit das Amt Geltinger Bucht beruhigt in die Zukunft blicken kann.“ Mit diesen Worten fasst Amtsvorsteher Thomas Johannsen seine Erwartungen für das neue Jahr zusammen. Seit Frühsommer 2013 ist der 52-jährige Johannsen, im Hauptberuf Verwaltungsfachangestellter bei der Stadt Kappeln und seit 1994 im Ehrenamt Bürgermeister von Niesgrau, Vorsteher des Amtes Geltinger Bucht mit seinen 16 Gemeinden. Mit der Materie ist er vertraut. Schließlich war er im ehemaligen Amt Steinbergkirche fünf Jahre lang Amtsvorsteher für sieben Gemeinden und nach Zusammenlegung der Ämter Steinbergkirche und Gelting zum Amt Geltinger Bucht bereits stellvertretender Amtsvorsteher.

Als „großes Thema“ bezeichnet Johannsen die Neuordnung der Amtsordnung und damit verbunden die Neuverteilung von kommunalen Aufgaben. Fünf, so ist es vorgesehen, dürfen die Gemeinden an das Amt übertragen. Nach derzeitigem Stand sollen dies die Bereiche Schulen, Feuerwehr, Wirtschaftsförderung, Tourismus und Mitgliedschaft in der Aktivregion sein. Ob es dabei bleibt, sei aber noch nicht endgültig geklärt.

Zu den Aufgaben des neuen Jahres gehört auch die Erstellung eines Strukturkonzeptes für die touristische Entwicklung der amtsangehörigen Gemeinden. Natürlich müssten sich diese an den Kosten – rund 45 000 Euro – beteiligen, wobei zwischen Küsten- und Inlandgemeinden zu differenzieren sei. Eine Förderung durch die öffentliche Hand wäre sehr hilfreich, so Johannsen.


Grundschulen erhalten


Von großer Bedeutung wird nach Johannsens Meinung auch das Thema Schulen sein. Im Amt gibt es zurzeit eine Gemeinschaftsschule und vier Grundschulen. Was letztere betrifft, gelte es gemäß der Devise „kurze Beine – kurze Wege“ alle Standorte zu erhalten. Man müsse organisatorische Verbindungen schaffen. Workshops sollen helfen – ein erstes Gespräch ist für den 13. Januar terminiert.

Auch das Thema „Fracking“ beschäftigt den Amtsvorsteher. Dies sei nicht allein ein Steruper Problem, sondern betreffe den gesamten Amtsbereich: „Wir wissen nicht, was da auf uns zukommt, aber wir sind kampferprobt.“ Damit spielt er auf die in den 1990er Jahren entstandenen Pläne an, in Stangheck eine Deponie zu errichten. Damals bildete sich die Bürgerinitiative Stangheck-Esgrus-Gelting. Johannsen: „Wir haben’s verhindert.“

Für Mitte Februar steht der Umzug der Außenstelle der Amtsverwaltung mit Standesamt und Bürgerbüro in Gelting vom Süderholm in die Schmiedestraße an. Zur Amtsverwaltung mit Hauptsitz in Steinbergkirche gehören 23 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit – hinzu kommen drei in Gelting. Wer sich von der Zusammenlegung der Alt-Ämter Steinbergkirche und Gelting 2008 finanzielle Einsparungen erhofft hatte, musste zur Kenntnis nehmen, dass dies ein Traum war, denn: Die Aufgaben haben sich vermehrt und erfordern einen höheren personellen Aufwand.

2014 ist auch das Jahr, in dem für das Amt und dessen Gemeinden das doppische Zeitalter beginnt. Diese Art der Buchführung sei Neuland und anfangs für viele Mitarbeiter wie die sprichwörtlichen „böhmischen Dörfer“ gewesen.


Mehr Transparenz


Was die finanzielle Situation des Amtes und seiner Gemeinden betrifft, spricht der Amtsvorsteher von einem finanziellen Volumen von insgesamt 23,3 Millionen Euro. Wegen der Umstellung von kameralistischer auf doppische Buchführung werde der Haushalt 2014 voraussichtlich erst im Februar vorliegen. Als allgemeine Amtsumlage sei ein Prozentsatz von 26,23 und als Zusatzumlage 13,07 Prozent geplant. Als Investitionen sei neben den Umbauten in der neuen Außenstelle Gelting auch die Erneuerung der Wasserrettungsgebäude in Norgaardholz und Golsmaas vorgesehen – zusammen rund 160 000 Euro.

Ein „Ratsinformationssystem“ wünscht sich Johannsen für eine moderne Verwaltung und ein Mehr an Transparenz für die Bürger. Dieses System komme einem „Schwarzen Brett“ gleich, an dem sich die Bürger informieren können. Statt einen Stapel Protokolle zu durchwühlen, einen Blick ins Internet zu werfen, schwebt Johannsen vor.

Auch das Thema Asylbewerber beschäftigt den Amtsvorsteher. 2013 wurden im Amt 21 aufgenommen – das Soll lag bei 13. Für Januar und Februar seien weitere 15 aus Afghanistan, dem Iran und aus Syrien angekündigt worden. Da werde der vorhandene Wohnraum knapp: „Wir müssen weiteren beschaffen.“ Wer dem Amt dabei helfen will, wird gebeten, sich beim Ordnungsamt zu melden.

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