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Arnis : Schwarze Zahlen im hellen Kerzenschein

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Innerhalb weniger Jahre hat Arnis deutlich höhere Steuereinnahmen erzielt. Für 2014 ist ein Haushaltsüberschuss eingeplant. Auch die Schuldentilgung geht voran.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 14:54 Uhr

Noch vor wenigen Jahren sah die finanzielle Situation in Arnis ganz anders aus. Vor gerade mal fünf Jahren flatterte ein Mahnbrief der Kommunalaufsicht ins Rathaus angesichts eines defizitären Haushaltes und fast aufgebrauchter Reserven. Doch das ist Vergangenheit, mittlerweile trumpft das kleine Arnis in puncto Haushaltskonsolidierung ganz groß auf. Schon seit Einführung der Doppik im Jahr 2010 musste die Stadt keine Kredite mehr aufnehmen, und auch für den neuen Haushalt stehen die Zeichen günstig. „Der Haushalt für 2014 fällt ganz positiv aus“, brachte Kämmerin Ute Sohrt in der jüngsten Stadtvertretersitzung bei lauschigem Adventslicht die rund 100 Seiten starke Haushaltssatzung auf einen Nenner.

Im Verwaltungshaushalt stehen den Aufwendungen von 514.000 Euro Erträge von 520.000 Euro gegenüber, das ergibt ein Plus von 6000 Euro. Und auch im Finanzplan schlägt ein Überschuss von rund 54.000 Euro zu Buche. Gründe für die Erholung der städtischen Finanzen liegen vor allem in sprudelnden Steuereinnahmen bei gleichzeitigem Sinken einiger Kosten. Im Vergleich zum Haushalt 2010 hat Arnis im kommenden Jahr über 84.000 Euro höhere Einnahmen aus der Grundsteuer B (für Grundstücke) der Gewerbesteuer, dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer sowie aus der Zweitwohnungssteuer. Selbst wenn aufgrund dieser besseren Einnahme die an die finanzielle Situation gebundenen Schlüsselzuweisungen um mehr als 22.000 Euro zurückgegangen und die Sonderzulagen ganz entfallen sind, bleibt immer noch ein beachtliches Plus von rund 50.000 Euro übrig.

Hinzu kommt, dass die Kredite schrumpfen und damit auch die Zinszahlungen kleiner werden. Im Jahr 2010 lagen die Verbindlichkeiten noch bei 137.000 Euro, derzeit sind sie bei rund 88.000 Euro mit sinkender Tendenz, denn auch im Etat 2014 sind 13.000 Euro zur Schuldentilgung vorgesehen. Da Arnis weniger Kinder hat als in den vergangenen Jahren, wird erwartet, dass auch die Schulverbandsumlage von mehr als 34.000 Euro im Jahr 2010 auf rund 11.250 Euro im nächsten Jahr sinken wird. Und der Zensus ergab für Arnis ein Plus von 31 Einwohnern gegenüber der bisherigen Statistik. Dies bedeutet, dass Arnis mit zusätzlichen 9300 Euro an Landeszuschüssen rechnen kann.

Auch die Kassenlage wies zum Zeitpunkt der Stadtvertretersitzung ein sattes Plus von mehr als 425 000 Euro auf. Und dabei sind die Ausgaben für die 25 Aktien der Schleswig-Holstein Netz AG zum Preis von rund 103.000 Euro schon berücksichtigt. Zum Vergleich: Zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr waren noch 358.000 Euro in der Kasse. Insgesamt profitiert Arnis gegenüber der Situation von 2010 aus höheren Hebesätzen und der besseren Konjunkturlage. Bei der Einkommenssteuer etwa schlagen sich laut Kämmerin Ute Sohrt die höheren Einkommen und die geringere Zahl an Arbeitslosen nieder.

Und so gibt es trotz der aktuell guten Zahlen auch Worte von Sohrt, die zur Vorsicht mahnen: „In den letzten Jahren hatten wir vergleichsweise hohe Gewerbesteuereinnahmen. Wir müssen nun sehen, ob und wie sich die Veränderung im Werftenbereich oder die Abwanderung einzelner Gewerbebetriebe niederschlagen.“ Laut Haushaltssatzung zahlen in Arnis lediglich 18 von 55 Gewerbebetrieben Gewerbesteuer. Das macht die Stadt bei dieser Einkommensart von wenigen Unternehmen abhängig. Und noch eines verdeutlichte Ute Sohrt: „Da der Haushalt recht klein ist, werden bei größeren Unterhaltungsmaßnahmen gleich größere Sprünge bei den Auszahlungen nötig.“ Angesichts dieser Unwägbarkeiten will man in Arnis weiter sparsam wirtschaften. Bis 2017 rechnet man mit Jahresüberschüssen in den Etats. Diese sollen dann dazu genutzt werden, Ersatzbeschaffungen für die Abwasseranlage und weitere Unterhaltungsmaßnahmen durchzuführen.

 

 

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