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Plattdeutscher Vorlesewettbewerb : Schulsieger mit „Ümmer op de Lütten“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Sechs Schüler der dritten und vierten Klasse traten in Karby an. Jetzt wartet der Landesentscheid.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 19:40 Uhr

Der Gewinner des diesjährigen Plattdeutschen Lesewettbewerbs „Schölers leest Platt“ an der Grundschule Karby steht fest. Die Jury hat es sich bei ihrer Wahl nicht leicht gemacht, dennoch konnte Lucas Hübner mit seinem Vortrag von „Ümmer op de Lütten“ die fünf Juroren am Ende überzeugen. Damit qualifizierte sich der Zehnjährige für den Landesentscheid aller Schulsieger Anfang nächsten Jahres.

Dem Vorlesewettbewerb stellten sich aus Klassenstufe drei Alina Jung (8) und Nonno Schaaf (9) sowie aus der vierten Klasse Anna Petry (10), Lucas Hübner (10), Thore Blaase (9) und Laura Ernst (10). Plattdeutsch-Lehrerin Frauke Bruhn erklärte: „Jedes Kind aus Klasse drei und vier hat im Vorwege ein plattdeutsches Leseheft bekommen und einen Textausschnitt beim Klassenentscheid vorgelesen. Die Mitschüler haben dann ihre Klassensieger nominiert.“ Diese sechs Klassensieger hatten also die zweite Runde des Plattdeutschen Lesewettbewerbs erreicht und präsentierten ihr Können nun vor großem Publikum. Alle Schüler der ersten bis vierten Klasse sowie einige Eltern lauschten wahlweise dem Astrid-Lindgren-Text in der Übersetzung von Friedrich Hans Schäfer „Pippi geiht na School“ oder „Ümmer op de Lütten“ von Hans Wilkens – beide aus der Textsammlung des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes.

„Dat is keen Vergnögen wenn een lütt is“, trug Lucas aus seinem Text vor, „stüttig kommandeert un meckert de Groten rüm.“ Mit Nachdruck und geballter Faust las der Junge im gestreiften Pullover weiter: „Sett di örnlich hen! Kippel nicht mit den Stohl! Smatz nich so!“

Rechts und links der „Bühne“ saß die Jury, bestehend aus Heike Nissen und Christel Ahrens von der Fördesparkasse, Mathe-Lehrerin Angela Jürgensen, dem ehemaligen Hausmeister Dieter Jacobsen sowie dem Bundesrat für Niederdeutsch angehörenden Heiko Gauert. Nach einem Punktesystem von eins bis zehn bewerteten die fünf Juroren Lesefertigkeit, Aussprache und Ausdruck des niederdeutschen Vortrags. Im Anschluss zogen sie sich in das Lehrerzimmer zurück und zählten die Punkte zusammen.

„Alle haben sich Mühe gegeben, ordentlich Platt zu snacken“, stellte Heiko Gauert fest. „Man hört wirklich, dass an der Schule plattdeutsch gesprochen wird“, fügte er hinzu. Heike Nissens Bilanz der Schüler-Präsentationen: „Sie haben alle schön betont – einige gut, andere sehr gut.“ Am meisten überzeugte Punktsieger Lucas Hübner. „Er ist während des Vortrags richtig mitgegangen und seine Aussprache war sehr gut“, fasste Dieter Jacobsen zusammen. Und auch Christel Ahrens beeindruckte die Darbietung des Zehnjährigen: „Lucas hat das so souverän gemacht, dass man zwischenzeitlich den Eindruck hatte, er kann den Text auswendig.“

Thore Blaase erreichte bei „Schölers leest Platt“ den zweiten und Anna Petry den dritten Platz. Laura Ernst, Nonno Schaaf und Alina Jung teilen sich den vierten Platz. Für die sechs Teilnehmer des Lesewettbewerbs gab es anschließend Präsenttüten, gesponsert von der Fördesparkasse, sowie je einen Büchergutschein von der Grundschule.

„Schölers leest Platt“ ist eine Aktion des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB), unterstützt von den schleswig-holsteinischen Sparkassen. Noch bis zum 18. Dezember werden in den Grund- und weiterführenden Schulen des Landes die Schulsieger gekürt. Im Februar und März nächsten Jahres geht es dann auch für Lucas zum Landesentscheid. Das Motto des Zehnjährigen mit Blick auf die dritte Runde des Lese-Wettbewerbs: „Ik bün dorbi.“

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