Süderbrarup : Schule kalt - Schüler ausquartiert

Im Heizungsraum der Schule am Thorsberger Moor fehlt das wichtigste Teil  noch. Schulleiterin Jutta Mroczkowski musste ihre Schüler deshalb ausquartieren. Foto: Kuhl
Im Heizungsraum der Schule am Thorsberger Moor fehlt das wichtigste Teil noch. Schulleiterin Jutta Mroczkowski musste ihre Schüler deshalb ausquartieren. Foto: Kuhl

Heizung der Schule am Thorsberger Moor nicht an die Fernwärme angeschlossen / Unterricht im Amtshaus, bei JAW, Feuerwehr und im Sportlerheim

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29. Oktober 2011, 07:13 Uhr

Süderbrarup | Die Einführung der Fernwärmeversorgung in Süderbrarup hat ihr nächstes Opfer gefunden: Seit Montag ist die Schule am Thorsberger Moor unbeheizt. Die Schüler sind zu Hause oder werden in Ausweichquartieren unterrichtet. Messungen ergaben Raumtemperaturen zwischen acht und zwölf Grad.

Fehler bei der Planung des Herzstückes der neuen Heizung, der Fernwärme-Übergabestation, verhinderten den Anschluss ans Fernwärmenetz. Sie wurden erst durch einen neuen Ingenieur aufgedeckt - von dem Vorgänger hatte man sich getrennt.

"Wir hätten die Schule eigentlich zum Unterrichtsbeginn am Montag warm bekommen", erklärte Karl Jürgen Peters, Chef der ausführenden Installationsfirma. Doch dann habe ein wichtiges Teil gefehlt, dessen Lieferung bis Donnerstag brauchte. Peters hat seinen Mitarbeitern jetzt Wochenenddienst verordnet und hofft, dass er diesmal tätig werden kann.

Schulleiterin Jutta Mroczkowski berichtet, wie die Schule mit dem Problem umging: "Wir haben am Montag erst einmal mit dem Kollegium zusammengesessen und überlegt." Ein Schulgebäude hätte zwar mit Zusatzaggregaten beheizt werden können, aber dann hätte kein Installateur an der Anlage arbeiten können. Deshalb habe man nach Ersatz-Klassenräumen gesucht - und wurde fündig: Die Oberstufe des Fachgymnasiums wurde in leer stehenden Räumen des Jugendaufbauwerkes untergebracht, die zehnten Klassen hatten ab Dienstag, die neunten Klassen ab Mittwoch im Sportlerheim, im Amtshaus, bei der Feuerwehr und im Bürgerhaus Unterricht. Die fünften Klassen kamen in der Grundschule unter und die sechsten bis achten Klassen wurden mit einem Aufgabenpaket nach Hause geschickt. Für Kinder, die nicht zu Hause bleiben konnten, gab es Betreuung.

Und Zentrum aller Aktivitäten blieb die Gemeinschaftsschule. Hier kamen die Schulbusse an, und von hier gingen die Lehrer mit ihren Klassen zu den Ausweichquartieren. Die Lehrer- und Konferenzräume wurden vorrübergehend mit Radiatoren und Heizlüftern beheizt.

Die Schüler nahmen das Ganze locker. Die Klasse 10 b würde sogar auf Dauer ihren Klassenraum gegen den Sitzungssaal des Amtshauses eintauschen. "Hier ist es wärmer und die Räume sind größer als bei uns in der Schule - und schöner", meinte Schülerin Hella Hase-Cullmann. Und Christine Jürgensen hatte sogar einen ganz großen Vorteil entdeckt: den Aufzug. Denn sie brauchte nicht mehr mit ihrem Gipsfuß und auf Krücken die Treppen hinaufzuhumpeln. Auch die Eltern hatten Verständnis gezeigt und stellten zahlreiche Heizungen und Radiatoren bereit.

"Insgesamt ist das eine beispielhafte Solidaraktion", kommentierte Mroczkowski, die plant, sich für die großflächige Unterstützung noch separat zu bedanken.

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