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Hasselberg : Schuld war der Kreismelkermeister

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Drei Paare feiern in der Gundelsbyer Kirche goldene Hochzeit.

„Das war wahrlich etwas Besonderes.“ Pastor Hanno Jöhnk von der Kirchengemeinde Gundelsby-Maasholm war sich der Besonderheit dieses Tages durchaus bewusst. In der Christuskirche in Gundelsby hatte er den Segen für drei goldene Hochzeitspaare gespendet. Diese drei Paare hatten sich am gleichen Ort vor 50 Jahren das Ja-Wort gegeben.

„Ja, es war eine spannende Geschichte, die sich vor 50 Jahren auf Gut Düttebüll abspielte“, erinnert sich Dieter Schaller. Begonnen hatte es mit dem Wehrdienst, den er gemeinsam mit Werner Obermöller beim Pionierbatallion in Schleswig ableistete. Die beiden hatten einen Nachappell am Sonnabendnachmittag, weil sie ihren Spint nicht zur Zufriedenheit des Spies aufgeräumt hatten. Da es sich für Dieter Schaller nicht mehr lohnte, nach Glückstadt zu fahren, bot Obermöller ihm an, mit nach Düttebüll zu kommen. Dort lernte er nicht nur die Eltern seines Kameraden kennen, Kreismelkermeister Ludwig Obermöller, der mit starker Hand auf Düttebüll eine Melkergruppe führte und seine Frau Minna. Mehr angetan hatte es ihm Gisela, die jüngere Schwester von Werner Obermöller. Die Folge: Dieter Schaller zog es mehr nach Düttebüll, als in seinen Heimatort. Dann war da noch die Zwillingsschwester von Werner Obermöller, die war mit Willi Rolof verbandelt, der auf dem Gut arbeitete. Auch Obermöller selber war nicht mehr solo. Mit seiner Hannelore hatte er feste Absichten.

Dieses Gebalze auf Düttebüll war dem strengen Ludwig Obermöller bald ein Dorn im Auge, alle gingen im Haus ohne Trauschein ein und aus. Als Kreismelkermeister stand er in der Öffentlichkeit, da musste im Hause Sitte und Ordnung herrschen. Die Sache eskalierte, als sich Nachwuchs anmeldete. „Nu ward freed“, entschied das Familienoberhaupt. Diese Ansage war deutlich und galt für alle, denn Ludwig Obermöller war ein sparsamer Mann und konnte so aus drei Hochzeitsfeiern eine machen. Am 9. April 1965 läuteten in Gundelsby die Hochzeitsglocken. Gefeiert wurde drei Tage, denn am 7. April hatte Giesela Geburtstag, am 8. wurde gepoltert und am 9. geheiratet.

Und das Geheimnis dieser drei langjährigen Verbindungen? „Wir haben immer Kontakt zueinander gehalten, haben Ehekonflikte ausgetragen, sind nicht gleich auseinander gerannt, wenn es kriselte und die Liebe ist schließlich auch im Spiel.“ Ludwig Obermöller wird es auf seiner Wolke gefallen haben, dass sein Machtwort so lange Bestand hat.


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