zur Navigation springen

Gorch-Fock-Schule in Kappeln : Schulausflug ins 16. Jahrhundert

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kochen, singen und drucken wie zu Zeiten der Reformation: Gorch-Fock-Schule organisiert drei „Luther-Tage“ in Ellenberg und Habertwedt.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Martin Luther, sein Leben, die Reformation und die 95 Thesen – diese Themen sind in diesen Tagen auch aus dem Schulunterricht nicht wegzudenken. Kein Wunder, wird doch am 31. Oktober der Reformationstag zum 500. Mal gefeiert. An der Gorch-Fock-Schule in Ellenberg und der Außenstelle in Habertwedt gab es deshalb jetzt drei ganze Luther-Tage. „Wir haben sehr engagierte Religionslehrer hier“, erklärte Wiebke Christiansen-Hansen, Leiterin der Grundschule . Sie hatten die Idee, das Thema plastisch aufzuarbeiten. „Denn Luther ist selbst für Erwachsene ein schweres Thema.“

Wie packt man es also an? Die 246 Schüler in Ellenberg und Habertwedt haben in dieser Woche eine richtige Rundreise durch ihre Schule gemacht. Alle Lehrer und dazu noch die 20 Studenten, die gerade ihr Orientierungspraktikum an der Gorch-Fock-Schule absolvieren, wurden mit eingebunden. Und so konnten die Schüler in den verschiedenen Klassenräumen ins
16. Jahrhundert reisen – und überall eine Menge mitnehmen.

„Die Lutherrose war das Wappen und das Siegel der Familie Luther“, erklärte Lehrerin Monika Henkel-Timm und ging mit den Kindern das Motiv Element für Element durch. Dann wurde gemalt – je nachdem ob am Ende ein Button oder eine Deko-Rose draus werden sollte, gingen die Schüler mit Buntstift, Wachser oder Tusche ans Werk. Eine Etage tiefer stand eine große braune Maschine mitten im Raum. „Is’ ja cool. Und außerdem auch riesig“, sagte Justin (8) schon beim Betreten des Klassenzimmers und staunte. „Das ist eine Gutenbergpresse“, erklärte Lehrerin Inga Paustian-Ratzlaff. „Die hat Herbert Sölter 1999 in Heide originalgetreu nachgebaut“, sagte sie. „Damit wurde damals Seite für Seite die Bibel gedruckt.“ Der Kirchenkreis Dithmarschen verleiht die Presse, und so hatte sich Paustian-Ratzlaff gemeinsam mit ihrem Kollegen Malte Dallmeyer an ihrem freien Tag auf den Weg gemacht und das schwere Gerät an den Schulstandorten wieder aufgebaut.

Die Gutenbergpresse hat die Schüler beeindruckt, aber auch im Nebenraum, in dem eine kleine Schreibwerkstatt eingerichtet war, konnten sie etwas Neues ausprobieren. „Wir haben mit echten Federn geschrieben. Das fand ich gut“, berichtete Fabian (10). Vorsichtig wurden die Spitzen der großen weißen Federn in die Tintenfässer getunkt. Dass es ganz schön viel Übung bedarf, auf diese Weise einen Text zu Papier zu bringen, haben die Schüler schnell bemerkt.

In der Schulküche ging es in der Zwischenzeit nicht ganz so feinmotorisch anspruchsvoll zu. „Essen wie zu Luthers Zeiten“– dort wurden Nüsse für einen mittelalterlichen herzhaften Brotaufstrich gemörsert oder Teig geknetet. „In den Teig kommen Mehl, Salz, Öl und lauwarmes Wasser“, erklärte Religionslehrer Matthias Sierck, stilecht im Mönchsgewand gekleidet, das Rezept für ein einfaches Fladenbrot.

„Ein feste Burg ist unser Gott“ – im Musikraum ertönten geistliche Lieder zu Reformationsthemen und mit Klavierbegleitung, in einigen Klassen ging es aber auch ruhiger zu. Denn für die Klassenstufe 3 und 4 wurde es schon mal etwas theoretischer, wenn zum Beispiel über das Mittelalter und das Leben im Kloster berichtet oder der Thesenanschlag und der Ablasshandel erklärt wurden.

Begleitet wurden die Luther-Tage der Gorch-Fock-Schule von Pastor Joerg Jackisch in Ellenberg und Pastorin Nadja Jöhnk in Habertwedt. Zum gemeinsamen Abschlussgottesdienst trafen sich gestern alle Schüler, Studenten und Lehrer in der Ellenberger Kirche.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen