Zweiter Präventionstag : Schüler schärften Blick fürs Hilfe-Netzwerk

Informativ fanden die Zehntklässler der Gemeinschaftsschule Christian Bielaszewski, Maxim Dojjin und Björn Mackowiak  (v.li.) den Präventionstag, hinten Oliver Nitsch und Melanie Stübing von Pro Familia.
Informativ fanden die Zehntklässler der Gemeinschaftsschule Christian Bielaszewski, Maxim Dojjin und Björn Mackowiak (v.li.) den Präventionstag, hinten Oliver Nitsch und Melanie Stübing von Pro Familia.

Am zweiten Präventionstag stellten 14 soziale Einrichtungen ihre Angebote vor. 450 Jugendlichen lernten sie in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule kennen.

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14. November 2013, 07:30 Uhr

14 Infostände, eine Schnitzeljagd mit Gewinnspiel, ein Theaterstück zum Thema Mobbing und 450 neugierige Schüler – das waren die wesentlichen Zutaten für den zweiten Kappelner Präventionstag, der gestern in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule (Gems) stattfand.

Welche Abschlüsse kann man am Berufsbildungszentrum (BBZ) erlangen? Wo befindet sich die Schuldnerberatung? Wer hilft Mobbing-Opfern? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gaben die Mitarbeiter der 14 am Arbeitskreis der Jugendsozialarbeit in der Region Kappeln beteiligten Organisationen, darunter die Polizei, das Suchthilfezentrum, der Jugendmigrationsdienst, die Jugendförderung des Kreises, das Jugendzentrum und die Schulsozialarbeit. „Wir sind hier, um die Beratungsstellen bekannt zu machen“, sagte Harald Prahs, Schulsozialarbeiter und Mitglied des Organisationsteams. In Kappeln gebe es ein großes Netzwerk an Einrichtungen. Wichtig sei, dass die Schüler sie auch kennen.

„Das ist ganz informativ“, sagte Christian Bielaszewski (15) aus der 10a der Gems. Das meiste sei zwar bekannt, aber für die jüngeren Schüler sei das Informationsangebot ganz sicher sehr nützlich. Seinem Mitschüler Maxim Dojjin hat gut gefallen, „dass man mit allen reden und viele Sachen machen kann“. Die Fragen der Schnitzeljagd fanden die Zehntklässler allerdings zu einfach. „Das Lösungswort kann man ja so schon erkennen“, stellten sie fest.

Michelle Seiffert (14) aus der 9a der Gems, hat das Tragen der Alkoholbrille viel Spaß bereitet. Vor allem für die jüngeren Schüler sei nützlich, dass sie einmal sehen könnten, wie es sei, wenn man getrunken habe. Merit Johannsen (15) in der 9a an der Gems, hatte es das Drehrad von Pro Familia angetan: „Das ist echt cool.“ Je nach angezeigter Farbe galt es dort, eine Frage zu Familienplanung, Verhütung oder Schwangerschaft zu beantworten. „Von vielen Fragen kennt man zwar die Antworten“, erklärte Merit. „Aber hier denkt dann noch mal ganz neu darüber nach.“ Im Team Holzklötze zu stapeln, indem jeder von einer anderen Ende an den Stricken der Halterung zieht und das, ohne miteinander zu reden, fand Ann-Kathrin Seemann (15) ebenfalls in der 9a an der Gems, amüsant. Gefallen hat ihr, „dass man sich auch ohne Worte verstehen kann“.

Bereits im Februar begannen die Vorbereitungen für den Präventionstag. Aus dem Arbeitskreis Jugendsozialarbeit wurde ein fünfköpfiges Organisationsteam – bestehend aus Monika Petersen vom Sozialforum, Marion Kasimir vom Jugendzentrum Kappeln, Harald Prahs von der Jugendsozialarbeit, Herbert Thoma vom BBZ und Tobias Morawietz von der Jugendförderung Kinder- und Jugendschutz des Kreises – gebildet. Die Schulen wurden angeschrieben. Die Klassen konnten selbst entscheiden, ob sie an dem Tag teilnehmen wollen oder nicht. Acht Klassen der siebten und achten Jahrgangsstufe des Klaus-Harms-Gymnasiums meldeten sich an und acht Klassen ab der siebten Jahrgsangsstufe der Gemeinschaftsschule sowie zwei Klassen des BBZ in Kappeln.

Für die Organisatoren war der zweite Kappelner Präventionstag auf jeden Fall ein Erfolg. „Der Tag heute ist wesentlich besser besucht als der erste Kappelner Präventionstag vor einem Jahr“, sagte Nicole Czayka vom Organisationsteam. Als vorteilhaft habe sich der neue Standort in der Gems-Sporthalle erwiesen – im vergangenen Jahr hatte die Veranstaltung im Birger-Forell-Haus in Ellenberg stattgefunden, das war offenbar für manche ein zu weiter Weg. Marion Kasimir vom Jugendzentrum pflichtete Czayka bei: „Für mich ist es ein Erfolg. Die Schüler lernen das Netzwerk kennen und wir helfen ihnen, den Blick auf die Hilfe, die sie kriegen können, zu schärfen.“

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