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Breitbandversorgung : Schnelles Internet erst für die Enkel

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bei ihren Breitband-Plänen stößt das Amt Geltinger Bucht auf viele Schwierigkeiten. „Wir reden und reden und kommen nicht zu Potte.“

Unter Vorsitz von Amtsvorsteher Thomas Johannsen begaben sich etliche Bürgermeister und einige Privatunternehmer in einer Expertenrunde im Verwaltungsgebäude Steinbergkirche auf die Suche nach einem Zugangsweg zum schnellen Internet. Doch die Entwicklung und Umsetzung einer notwendigen Breitband-Strategie scheint in weiter Ferne zu liegen. Dabei ist dieses Thema auch an der Geltinger Bucht nicht neu. Seinen Unmut äußerte Bürgermeister Hans-Jürgen Schwager aus Stoltebüll: „Wir reden und reden und kommen nicht zu Potte.“

Die derzeitige Situation in Sachen Internet stellt sich wie folgt dar: In den zentralen Orten Steinbergkirche und Gelting sowie in der Gemeinde Sterup gibt es einen relativ schnellen Zugriff auf die Datenflut, so dass dort kaum Handlungsbedarf erkennbar ist. Allerdings sieht es außerhalb der Ortskerne weniger rosig aus. Beispielsweise ist der Geltinger Ortsteil Stenderup, ein in sich geschlossenes kleines Dorf, erheblich unterversorgt. Als geradezu unerfreulich schilderte der Niebyer Bürgermeister Volker Lippert die Lage im Nahbereich der Geltinger Birk: „Bei uns gibt es Bereiche mit null Empfang.“ Dies bedeute unter anderem, dass Schüler bei den Hausaufgaben ohne elektronische Helfer auskommen müssen - ein „google-loser“ Nachteil gegenüber anderen Schülern. Da haben es die Maasholmer besser: Die Gemeinde hat wegen ihrer abgeschiedenen Insellage und aus wirtschaftlichen Gründen einen finanziell geförderten Sonderweg einschlagen dürfen – mit einer direkten Kabelverbindung von Kappeln her.

„Wir müssen ausbauen, doch der Weg dorthin ist für uns noch nicht vorstellbar“, stellte der Amtsvorsteher fest. Können Träume wahr werden? Die Experten Richard Krause vom Breitband-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein, Jürgen Wolff vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sowie Wolfgang Held von der WiREG Flensburg-Schleswig waren mit einer Fülle von Anregungen und Informationen im Amtshaus erschienen. Trotz der langen Wege an der Geltinger Bucht bleibe es das Ziel, bis zum Jahr 2030 einen Glasfaser-Anschluss an jedes Haus herzustellen, erklärte das Trio unisono. Dabei werde eine Breitband-Kapazität von 50 Megabit pro Sekunde angestrebt.

„Wir wollen damit gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land sicherstellen“, erklärte Jürgen Wolff. Profitieren von der Modernisierung werde allerdings wohl erst die Generation der Enkel, fügte Richard Krause hinzu. Bei allen Planungen müssten kommunale Akteure die Hauptrolle spielen. Wolfgang Held ermutigte die Bürgermeister, nicht vor den immensen Kosten für den Ausbau zurückzuschrecken. Selbst im Falle nicht verfügbarer EU-Fördermittel lasse sich ein Gemeinschaftsprojekt über langfristige Abschreibungen finanzieren. Am Ende stand die erklärte Absicht, im kommenden Jahr auf Amtsebene einen Zweckverband zu gründen.

 

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