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Unklare Beschilderung : Schnarup-Thumby verzweifelt gesucht

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Fehlende und verwirrende Verkehrsschilder: Die Wegweiser in die Angelner Gemeinde sind nicht immer eine Hilfe.

Ohne Navigationsgerät ist die Angelner Gemeinde Schnarup-Thumby nur schwer zu finden. Besucher, die aus Richtung Damp oder Eckernförde kommen, finden zwar schon auf der anderen Seite der Schlei in Schwansen ein „Thumby“ – von dem gesuchten Ziel mit dem Zusatz Schnarup aber ist dort weit und breit keine Spur. Davon trennen einen noch 20 Kilometer Fahrt und die Brücke in Lindaunis.

Heimatkundlich Bewanderte wissen, dass Schnarup-Thumby zum Amt Mittelangeln gehört und versuchen, aus der gleichnamigen Gemeinde heraus, den Weg nach Schnarup-Thumby zu finden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann zum Beispiel einem Wegweiser folgen. Der erste findet sich, wenn man Mittelangeln in Richtung Mohrkirch verlässt. Im Ortsteil Rüde gibt es ein Schild, das in Richtung „Schnarup-Thumby“ weist. Damit ist das Problem allerdings noch längst nicht gelöst. Denn nach zwei Kilometern folgt der nächste Hinweis auf einen Ort namens Thumby. Ein Autofahrer aus Gelsenkirchen oder Rostock wird sich möglicherweise denken, dort sei er doch vor knapp 30 Kilometern erst gewesen. Ist er etwa schon wieder in Schwansen? Ohne erneut die Schlei zu überqueren?

Nein. Er ist ganz richtig. Es bedarf allerdings einer gehörigen Portion Insiderwissen, um zu ahnen, dass Schnarup-Thumby ursprünglich durch eine Fusion aus den beiden Orten Schnarup und Thumby entstanden war. Und dass dieses Hinweisschild für den Ortsteil Thumby gedacht ist – und sich nicht auf die Ortschaft Thumby in Schwansen bezieht.

Eine andere Möglichkeit wäre es, in Satrup (inzwischen ein Ortsteil der Gemeinde Mittelangeln) nach dem Weg zu fragen. Ein wohlmeinender Einheimischer hätte dann möglicherweise den Weg über Rehberg empfohlen. Aber auch diese Strecke hat für Auswärtige ihre Tücken, die zu langwierigen Umwegen durch die schöne Angelner Landschaft führen könnten. Denn auf der Schleswiger Straße fehlt jeglicher Hinweis auf Schnarup-Thumby. Nur wer weiß, dass „Köhnholz“ ein Ortsteil der Zielgemeinde ist, kann mit diesem Wegweiser etwas anfangen. Aber schon 500 Meter weiter steht der Autofahrer an einer Weggabelung ohne Hinweisschild. Was folgt, ist reine Glückssache. Wer links abbiegt, darf sich weiter an verschlungenen Straßen und gelben Rapsfeldern erfreuen. Wer sich entscheidet, nach rechts abzubiegen, wird nach etwa 100 Metern durch ein halb eingewachsenes Schild belohnt, das nach drei Kilometern den Zielort Schnarup-Thumby verspricht.

Sehr speziell ist auch die Beschilderung von der Straße aus, die Böel mit Böklund verbindet. Dort gibt es zwar einen Wegweiser nach Schnarup-Thumby, dem ein grünes Weilerschild mit dem Gemeindenamen folgt und eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 Kilometer pro Stunde. Dabei bleibt es aber. Ein Ortsschild kommt nicht – und damit, jedenfalls formell, auch keine geschlossene Ortschaft. Das heißt, dass nach dem letzten Tempo-50-Schild keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr gilt, weil eine einmündende Straße dieses Tempolimit aufhebt.

Doch zum Glück erkennen die meisten Autofahrer anhand der engen Bebauung links und rechts der Straße, dass sie sich in einer geschlossenen Ortschaft befinden und werden so davon abgehalten, mit 100 Stundenkilometern über die Dorfstraße zu brettern.

Umgekehrt dürften Autofahrer, die ein gelbes Ortsschild von Schnarup-Thumby bei ihrer Einfahrt in den Ort passiert haben, bis zum Verlassen der nächsten Ortschaft nur mit 50 Stundenkilometer fahren, da sie erst dann wieder an einem gelben Ortsausgangsschild vorbeikommen.





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