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Gorch-Fock-Schule Kappeln : Schluss mit den grellen Farben

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Verbandsversammlung beschließt ein neues Raumkonzept für die Gorch-Fock-Schule – ohne die Kostenfrage zu klären.

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2016 | 07:15 Uhr

Wenn die Noten eines Schülers nicht stimmen, muss das nicht am Schüler oder am Lehrer liegen, es könnte auch der Klassenraum Schuld sein. Jedenfalls setzt die Gorch-Fock-Schule nun ein Raumkonzept, das auf der Grundlage „lerntheoretischer, psychologischer, pädagogischer und architektonisch-gestalterischer Erkenntnisse“ versucht, die Schule „in einen Wohlfühlort des Lernens und Lebens zu verwandeln“.

Schulleiterin Barbara Scheufler erläuterte der Verbandsversammlung des Nahbereichschulverbandes Kappeln die Grundidee. „Es geht darum, pädagogische Unterrichtsweisen auch in der Raumgestaltung wiederzufinden“, sagte sie. Scheufler erläuterte, dass Vertreter des Kollegiums auch andere Grundschulen besucht hätten. „Es gilt, die Reizüberflutung zu vermeiden. Die Schüler sollen runterkommen“, so die Schulleiterin. Daher werde überwiegend ein beruhigendes „Elephant Grey“ (Elefanten-Grau) als Wandfarbe verwendet. Zudem bräuchte die Schule dringend Sonnen- und Wärme-Isolierung. „In den nach Süden ausgerichteten Räumen geht die Temperatur mal schnell über 30 Grad Celsius. Mit Vorhängen ist diese Hitze nicht mehr einzudämmen“, meinte Barbara Scheufler. Auch sei es in der nicht gedämmten Pausenhalle sehr laut. Die Schulverbandsvorsitzende Marta Kraft (CDU) nannte dieses Konzept wichtig. „Ich halte das für eine gute Sache, sie hat aber auch finanzielle Auswirkungen“, so Kraft.

Und genau die Kostenfrage war es auch, die Bedenken bei Verbandsvertreter Peter Martin Dreyer (CDU) hervorrief. „Das Konzept ist sicher gut und zeitgemäß, aber noch nicht beschlussreif, denn über die Kosten steht ja noch nichts darin. Und so eine Wärmedämmung kann richtig teuer werden“, meinte der Bürgermeister von Rabenkirchen-Faulück. Die Verbandsvorsitzende entgegnete, dass dies kein finanzielles Konzept sei, auch wenn es finanzielle Auswirkungen habe. „Jede Ausgabe muss aber zuvor dem Bauausschuss vorgelegt werden und ist ebenso auch im Haushalt aufzunehmen“, sagte Marta Kraft.

Doch gab es weiterhin Vorbehalte. Der Karbyer Verbandsvertreter Klaus-Dieter Möse (SPD) schloss sich Dreyers Ansicht an. Dagegen meinte der Grödersbyer Bürgermeister und Vorsitzende des Verbands-Bauausschusses, Helmut Andresen, dass die finanziellen Auswirkungen geprüft würden, bevor die Ausgaben anfielen. Dieter Olma (Wählergemeinschaft Demokratische Initiative DemIni), erster stellvertretender Bürgermeister von Brodersby, überzeugte das nicht. „Also, ich bin bei Herrn Dreyer. Wir können doch nicht ein Konzept beschließen und nachher Einzelausgaben verwerfen, weil es zu teuer wird. Dann stimmt am Ende doch das ganze Konzept nicht mehr“, sagte er. Olma gab zu bedenken, dass das Konzept Schule machen könnte und auch die Karbyer Grundschule oder die Zweigstelle der Gorch-Fock-Schule in Habertwedt später womöglich dieses Raumkonzept verwirklichen wollen. Die Karbyer Schulleiterin Inka Gorecki meinte dazu: „Irgendwann wird das sicher auch bei uns anstehen.“

Daraufhin forderte Dreyer, den Beschlussvorschlag unter Vorbehalt der Finanzierbarkeit zu modifizieren. Der Kappelner Stadtvertreter Rainer Moll (SPD) meinte: „Wir bekommen das wieder vorgelegt, das ist kein Beschluss ins Blaue.“ Dieter Olma wollte dennoch eine Hausnummer hören, „damit das nicht wie bei der Elbphilharmonie endet“. Helmut Andresen antwortete: „Das wird keine Elbphilharmonie. Die Ausgaben werden nicht den Haushalt sprengen, die können wir mit unseren Mitteln bewältigen. Wir werden uns nicht im siebenstelligen Bereich bewegen.“

Schulleiterin Scheufler meinte, man müsse nicht alle Räume sofort streichen. Ohnehin stünden ein bis zwei Räume im Jahr an , die gestrichen werden müssten. Und bei einer Sonnen-Isolierung bräuchte man künftig keine Vorhänge mehr auszuwechseln. „Das hört sich schlimmer an, als es ist“, so Scheufler. Auf Dreyers Initiative ergänzte die Verbandsvorsitzende den Beschlussvorschlag dahin gehend, dass die für die Umsetzung des Raumkonzeptes erforderlichen Gelder zu ermitteln sind und dem Bauausschuss in der nächsten Sitzung auch „zur Beschlussfassung“ vorzulegen sind. Dieser Beschlussvorschlag wurde bei drei Enthaltungen angenommen.

Während der Sitzung wurde auch der Jahresabschluss 2015 mit einem Überschuss von knapp 291.500 Euro und liquiden Mitteln von rund 850.000 beschlossen. Für eine Elbphilharmonie wird das nicht reichen, aber die soll es laut Andresen ja auch nicht werden.

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