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Schlupfloch an der Geltinger Birk lässt Ostseewasser auf Flachland-Wiesen

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Nieby | Im Naturschutzgebiet Geltinger Birk steht eine gravierende Veränderung bevor: die lange von den Naturschützern herbeigesehnte kontrollierte Vernässung von rund 200 Hektar Land hinter dem Deich. Auf natürlichem Gefälle wird ab Mitte nächsten Monats Ostseewasser in diese Niederungen geleitet, damit sich Salzwiesen ausbilden können. Diese Flächen bieten dann einen neuen Lebensraum für krautige Pflanzen, unter anderem für Queller. Zur Einweihung der Anlage am Montag, 16. September,

12 Uhr, hat sich auch Umweltminister Robert Habeck angesagt.

Diplombiologe Nils Kobarg, Leiter der Integrierten Station "Geltinger Birk" in Falshöft, erläuterte Einzelheiten zu diesem Projekt, für das vom Staat 750 000 Euro aufgewendet werden. Im Zentrum steht ein sogenanntes Einstrom-Bauwerk: Ein Rohrsystem führt an einer Stelle des Deiches vom Meeresboden zu den Überflutungsgebieten und sorgt dafür, dass sich dort schätzungsweise eine Million Kubikmeter Salzwasser ausbreiten können. Der Wasserstand in diesem bislang grünen Bereich beträgt danach einen bis maximal zwei Meter.

Unweit der ehemaligen Niebyer Kaserne wird zusätzlich ein bestehender Wald-Wasserpolder geflutet - mit einer konstanten Wassertiefe von 50 Zentimetern. Der tatsächliche Höhenunterschied zwischen Meer (NN) und Birkland beträgt 3,50 Meter. Die Rohrzuleitung führt etwa zwei Meter unter Normal Null durch den Deich.

"Wir simulieren bei der Vernässung eine regelrechte Sturmflut", erläuterte Kobarg. Um das neue Bauwerk und den angrenzenden Küstenabschnitt in der Realität vor dem Blanken Hans zu schützen, sind 6000 Tonnen Steinmaterial aus Norwegen (via Dänemark) angeliefert worden. Die Bedeutung der Salzwiesen wird von den Biologen und Naturschützern hoch eingeschätzt, vor allem als Rast- und Brutgebiete für zahlreiche Vogelarten. Außerdem sind zahlreiche Insektenarten auf solchen Flächen beheimatet.

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

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