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Skulptur für Kappeln : Schleiufer wird zur Kunstbühne

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Frank Poppner hat eine Lichtskulptur in Form von Fischen geschaffen, deren Erscheinung nach Jahres- und Tageszeit variiert.

Es geht um Fische, wie sich das für eine Stadt am Wasser gehört. In diesem Fall allerdings sind es fliegende Fische, aber das tut der Heimatverbundenheit keinerlei Abbruch. Im Gegenteil. Wenn es nach Frank Poppner geht, dann spiegelt sich genau dieser Pakt zwischen Mensch und Region, zwischen Herz und Domizil in eben diesen Fischen wider. Auf dem Schwansener Ufer der Schlei will der Kappelner Künstler eine gut 15 Meter lange und knapp fünf Meter hohe Edelstahl-Skulptur errichten. Zwei Fische, deren Körper sich aus Buchstaben zusammensetzen, die wiederum das Wort „Schlei“ ergeben. Für Poppner ist diese Skulptur eigentlich nur eine logische Konsequenz. „Wir sind hier in Kappeln“, sagt er. „Was liegt da näher als die Verbindung von Fisch und Kunst?“

Als Inspiration diente Frank Poppner ein Design des Flensburger Grafikers Rainer Hummel, inzwischen ist daraus ein 3D-Modell entstanden. Für die große Variante hat der Kappelner auch schon den geeigneten Platz gefunden: auf Schwansener Seite, unmittelbar an der Schlei, quasi vis-à-vis des Kappelner Südhafens. Das Areal gehört Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein, und Poppner vermeldet nicht ohne Stolz: „Dank des Verständnisses, das der Prinz Kunst und Künstler entgegen bringt, kann die Skulptur dort entstehen.“ Gleichzeitig habe er mit allen zuständigen Behörden, darunter der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, die Straßenmeisterei Süderbrarup und die Untere Naturschutzbehörde, bereits Kontakt gehabt und sämtliche potenzielle Hürden aus dem Weg geräumt. Nach einer Begehung mit Vertretern der Naturschutzbehörde sei zudem das Abstandsgebot zur Schlei aufgehoben worden. Das Ziel: Die Optik des Ufers soll zwar in reduzierter Form, aber erhalten bleiben. Der Künstler kündigt an, dabei so sensibel wie möglich vorzugehen.

„Schleifische“ hat Frank Poppner sein Projekt genannt, eine Licht-Skulptur aus hochglanzpoliertem Edelstahl. Und die soll sich auf ganz spezielle Weise in die Natur einfügen – nämlich indem sie die Eindrücke ihres Bannkreises buchstäblich widerspiegelt. „Dadurch dass sie ihre natürliche Umgebung aufnimmt und zurückgibt, verliert die Skulptur ihren materiellen Charakter“, sagt Poppner. Ihre Darstellung verändert sich je nach Blickwinkel, je nach Jahreszeit, je nach Uhrzeit. Poppner sagt: „Jeder wird die Schleifische in jedem Augenblick neu betrachten. Sie werden sich immer wieder neu darstellen aus dem, was gerade ist. Eine größere Vielfalt ist gar nicht möglich.“

Realisiert werden sollen die „Schleifische“ mithilfe von Sponsoren, insgesamt rechnet Poppner mit einer Summe von 222000 Euro inklusive Material und kompletter Umsetzung. Außerdem soll auf der Seite des Südhafens ein Schaukasten entstehen, der das Modell sowie die Namen sämtlicher Sponsoren beherbergt. Selber kündigt er bereits an, gemeinsam mit seinem Bruder für die ersten drei Jahre Wartung und Pflege zu sponsern. Fertigen sollen die einzelnen Bestandteile der Skulptur regionale Betriebe, Dreh- und Angelpunkt der Fertigung soll die Tischlerei Mau sein, Poppner selber übernimmt die Gesamtkoordination. Sein Grundgedanke: „Es ist ein Projekt aus, durch und für Kappeln.“

Fünf Monate könnte es dauern, ehe die „Schleifische“ fertiggestellt sind – im Idealfall also noch in der kommenden Urlaubssaison, denn Poppner verspricht sich und den Kappelner noch etwas anderes von seinem Projekt. „Die Schleifische haben das Potenzial, sich spielerisch und harmonisch in das Image der Stadt einzufügen“, sagt er. „Auf diese Weise könnte ein neues Marketinginstrument entstehen.“ Ohnehin sei er voller Zuversicht, „dass die Menschen die Fische schnell in ihre Herzen schließen werden“. Die Stadtvertreter haben genau das nach den Worten des Künstlers zu 90 Prozent jedenfalls bereits getan.

 Die Rahmenbedingungen sind also abgesteckt, die Grundstücksverhältnisse geklärt, die Idee ist gleich in mehrfacher Hinsicht schon in ihrem frühen Stadium auf fruchtbaren Boden gefallen. Was noch fehlt, ist allerdings nicht weniger entscheidend: „Jetzt muss ich Gönner finden, die der Stadt Kappeln ein großes Geschenk machen wollen“, sagt Frank Poppner. Er freut sich daher über Interessenten, denen er seine „Schleifische“ präsentieren kann.

Kontakt Frank Poppner: Tel. 0174/3980936, advartpro@hotmail.com

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erstellt am 21.Mär.2015 | 08:00 Uhr

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