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Kappeln : Schleiterrassen reduzieren Liegeplätze

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Größe des Sportboothafens wird um ein Drittel verringert: Statt rund 130 gibt es nur noch 74 Liegeplätze.

Der geplante Sportboothafen auf den Schleiterrassen hatte in der Vergangenheit immer wieder Anlass zur Kritik gegeben. Örtliche Werftbetreiber hatten die Größe und die Anzahl der Liegeplätze beanstandet, da sie – auch im Zusammenhang mit der vorgesehenen Marina im Ostseeresort Olpenitz – wachsenden Konkurrenzdruck erwarteten. Naturschützer wehrten sich gegen drohende Baggerarbeiten in der Schlei und machten sich für den Schutz des Uferstreifens stark. Im vergangenen Sommer hat nun das Kieler Innenministerium die Planer mit einigen Hinweisen versehen, die wiederum zu einigen Änderungen geführt haben. Die wichtigste: Der Sportboothafen – ursprünglich ausgewiesen mit einer Fläche von 2,5 Hektar – wird um ein Drittel verkleinert. Der Bauausschuss hatte sich jetzt mit der entsprechenden F-Plan-Änderung zu befassen.

Es war Ove Autzen vom zuständigen Planungsring Mumm & Partner, der die entscheidende Änderung vorstellte. „Wir haben den Bereich des Sportboothafens erheblich verkleinert“, sagte er. Von nach seinen Angaben einst rund 130 Liegeplätzen sind demnach jetzt noch 74 übrig geblieben. „Und wir reden von kleinen Motor- und Segelbooten mit geringem Tiefgang“, schob Autzen hinterher. Zudem könnten diese Liegeplätze ausschließlich von Anwohnern der Schleiterrassen genutzt werden (derzeit geht die Planung des Projekts von rund 220 Wohneinheiten aus). Abwanderungen und Umverlegungen bereits vorhandener Boote sollen auf diese Weise verhindert werden. Damit einher geht auch ein weniger beträchtlicher Eingriff in die Natur. Autzen: „ Ausbaggerungen werden nicht mehr nötig sein.“ Und noch zwei andere Aspekte schloss der Planer aus: „Es werden weder Service noch Winterlager angeboten.“

Auch Landschaftsarchitekt Uwe Herrmann von der BHF Landschaftsarchitekten GmbH betonte, dass der Hafen vermutlich von Dezember bis März nicht genutzt werde, auf diese Weise also „erhebliche Beeinträchtigungen“ ausgeschlossen werden könnten. Gleiches gelte für die Errichtung des insgesamt 142 Meter langen Stegs. Herrmann: „Das kann ohne große Aufwirbelungen und in einer relativ kurzen Bauzeit passieren.“ Auf Nachfrage von Norbert Dick (Grüne) erläuterte Herrmann, dass die Steganlage mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung abgestimmt sei und auch die Länge von 142 Metern einer Nutzung der Schlei als Bundeswasserstraße nicht entgegen stehe. „Machen wir den Steg kürzer, müssten wir doch tiefer baggern, um die Boote unterzubringen“, sagte Herrmann. Ein längerer Steg ins tiefere Wasser verhindere eben das. Und Thomas Grohmanns (CDU) Bedenken bezüglich der seiner Ansicht zu üppigen Größe des landseitigen Sondergebietes Sportboothafen, versuchte Ove Autzen zu zerstreuen. „Wenn Sie Boote zu Wasser lassen, brauchen Sie einfach diese Bewegungsfläche“, sagte Autzen.

Jan Christopher Kortüm, Projektentwickler der AMA Schleiterrassen GmbH, Eigentümerin des Geländes, machte schließlich deutlich, dass die Zahl der nun vorgesehenen 74 Liegeplätze für ihn eigentlich zu gering ist. „Wir meinen, wir brauchen viel mehr Platz“, sagte er. 74 sei der „Minimalplan“, um die Grundstücke noch interessant zu gestalten. Kortüm betonte aber auch: „Keiner würde einen Steg bauen, ohne nicht auch Häuser zu bauen. Wir brauchen den Steg, um das Gelände insgesamt aufzuwerten.“

Michael Arendt (LWG) lobte die nun vorgestellte Änderung des Flächennutzungsplanes. „Einer der wesentlichen Kritikpunkte der Vergangenheit, der große Sportboothafen, ist entfallen“, sagte Arendt. „Das sollte uns zufrieden stellen.“ Auch Rainer Moll bekräftigte, „sehr zufrieden“ mit den Änderungen zu sein. „Allerdings wünsche ich mir“, so der SPD-Fraktions-Chef, „dass wir nun auch mit dem B-Plan vorankommen“. Jan Christopher Kortüms Antwort ließ diesbezüglich Hoffnung keimen: „Das wünsche ich mir auch.“ Der Bauausschuss billigte die F-Plan-Änderung danach einstimmig.

Als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Umwelt (IGU) hatte Dieter Rackow, wenn auch nicht selber bei der Sitzung dabei, die Änderungen ebenfalls mitverfolgt. Zur Verkleinerung des Hafens sagte er nun: „Das war der entscheidende Punkt, um den wir gekämpft haben.“ Gleichwohl will er das Projekt weiter im Blick behalten und etwa darauf achten, ob am Steg Hausboote platziert werden können. Rackow: „Die jetzige Änderung ist aber ein Schritt in die richtige Richtung. Manchmal lohnt es sich eben doch, sich einzumischen.“

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erstellt am 06.Feb.2016 | 08:15 Uhr

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