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Ortswehr Kappeln : Schlei war wieder Einsatzschwerpunkt

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Kappelner Ortswehr rückte im vergangenen Jahr 58 Mal aus und richtete Veranstaltungen mit mehreren Hundert Gästen aus.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2014 | 07:30 Uhr

58 Mal war die Ortswehr Kappeln im vergangenen Jahr im Einsatz, darunter allerdings auch acht Fehlalarme. Hauptarbeitsverursacher war der Sturm „Christian“ am 28. Oktober. Während seiner aktiven Zeit und den dadurch bedingten Zerstörungen sorgte er für insgesamt 74 Einsätze der sechs Kappelner Ortswehren. Die Freiwillige Feuerwehr Kappeln war aus diesem Grund insgesamt 26 Mal im Einsatz, berichtete Wehrführer Hauke Marten auf der Jahresversammlung im Gerätehaus in der Gerichtsstraße.

Gründe für die Alarmierungen waren fünf Brände, ein Gefahrguteinsatz, ein Öleinsatz, drei Verkehrsunfälle, drei Türöffnungen, insgesamt 30 Sturmeinsätze, drei Brandwachen in der Koslowski-Halle und in vier Fällen ging es um die Rettung von Menschen, Tieren oder Sachwerten. Der Gefahrguteinsatz beschäftigte nicht nur die Kappelner Wehr, sondern auch den Gefahrgutzug des Kreises und die „Analytische Task Force Hamburg“ (ATF). Sie ist eine von insgesamt sechs deutschen Einrichtungen für gefährliche Güter. Es ging dabei um „mutmaßliches Auslaufen von Buttersäure“, eine übel riechende Flüssigkeit, die oft zur Wildabwehr eingesetzt wird. Doch die ATF konnte Entwarnung geben, es handelte sich nur um ein hochkonzentriertes Reinigungsmittel. Die Schlei war auch wieder ein Einsatzschwerpunkt. Es ging dabei um einen in die Schlei gerollten Pkw, eine Katze unter einer Steganlage, eine Person im Wasser und – wie jedes Jahr – Kraftstoff auf der Schlei. Allein in den vergangenen vier Jahren wurden drei Menschen und vier Tiere gerettet sowie in fünf Fällen durch schnelles Eingreifen Wasserverschmutzungen verhindert.

Darüber hinaus fanden 24 Übungen statt, plus drei Atemschutzübungen. Ferner besuchten die Aktiven acht Lehrgänge auf Kreis- und sechs weitere auf Landesebene. In drei weiteren Fällen ging es, in Zusammenarbeit mit der Cremilk, um den richtigen Umgang mit Ammoniak. Ferner beteiligte sich die Wehr am Laternelauf in der Wassermühlenstraße, am Blaulichttag und dem Oldtimertreffen am Hafen und hatte einmal die „Flaming Stars“, eine Gruppe motorradfahrender Feuerwehrkameraden mit 200 Leuten, zu Gast. Zudem veranstaltete die Wehr ein Grillfest mit vielen Hundert Gästen und bot ihren Mitgliedern eine Fahrt nach Friedrichstadt und ein Grünkohlessen im Gerätehaus an.

Die Freiwillige Feuerwehr Kappeln hat derzeit 28 Aktive, darunter zwei Frauen, und zehn Mitglieder in der Ehrenabteilung. An der Kassenführung von Kassenwart Klaus Halmschlag gab es nichts auszusetzen. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Breiten Raum nahmen die Verabschiedungen in die Ehrenabteilung, Neuaufnahmen, Wahlen, Ehrungen und Beförderungen ein. Nach 42 Jahren aktiven Dienst in der Wehr verabschiedete Wehrführer Marten Joachim Sander (65) in die Ehrenabteilung. Als Anwärter aufgenommen wurde Bernd Jochimsen. Für zehnjährige Mitgliedschaft in der Wehr wurden Gunnar Frye, Thorsten Schlawin und Benjamin Thiemann mit der entsprechenden Bandschnalle ausgezeichnet. Die Bandschnalle für 30-jährige Mitgliedschaft erhielt Jens-Rico Ceppok, die in Gold für 60-jährige Mitgliedschaft überreichte Marten an Heinz Schröder. Befördert wurden Mario Heiseler (Oberfeuerwehrmann), Susanne Urbschaft (Löschmeister), Jens Kraack und Björn Frye (beide Oberlöschmeister). Die anstehenden Wahlen verliefen alle einstimmig. Gewählt wurden Simon Gieselmann (Gruppenführer), Jens Ceppok für den nicht wieder kandidierenden Harald Hübner als stellvertretender Gruppenführer, Rüdiger Kupke (Atemschutzbeauftragter) und Christian Bolte (Sicherheitsbeauftragter). Des Lobes voll über die Arbeit und die Einsatzbereitschaft in der Kappelner Wehr waren die Ehrengäste. Bürgermeister Heiko Traulsen hob in seinem Grußwort das verantwortungsbewusste Vorgehen beim Gefahrguteinsatz hervor. Auch den Scheck für die Kameradschaftskasse hatte er nicht vergessen. Der stellvertretende Bürgervorsteher Helmut Schulz gratulierte den Gewählten und Beförderten und versprach: „Wir stehen voll hinter unseren Feuerwehren.“ Der stellvertretende Gemeindewehrführer Rainer Seehusen sagte über den Orkan „Christian“: „Die Leitstelle war überfordert, wir waren auf uns alleine gestellt.“ Beim Sturm „Xaver“ am Nikolaustag habe dann die Leitstelle für Chaos gesorgt, als sie die Bereitschaft der Wehren im Kreis anordnete. Die Kappelner Wehren hätten dabei wenig zu tun gehabt. Noch deutlicher sagte es Kappelns Polizeichef Christian Lutter. „Die Kommunikation mit und über die Leitstelle war miserabel. Jeder hat für sich alleine gekämpft.“ In dieser Deutlichkeit wollte Kappelns DRK-Rettungsstellenleiter Hans-Dieter Nissen es nicht formulieren. Aber auch er bekannte, dass es schwer gewesen sei. Er dankte der Kappelner Wehr für 25 Jahre gute Zusammenarbeit.

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